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Leipzig gibt Fördermittel für umfangreiches Corona-Modellprojekt in der Kultur frei

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11:31 13.05.2021
30.000 Euro wurden von der Stadt für ein Corona-Modellprojekt der Leipziger Kulturlandschaft freigegeben.
30.000 Euro wurden von der Stadt für ein Corona-Modellprojekt der Leipziger Kulturlandschaft freigegeben. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Weg für ein großangelegtes Corona-Modellprojekt in der Leipziger Kulturlandschaft ist frei: Wie die Stadt mitteilte, wurde ein entsprechender Antrag bewilligt. Idee und Konzept gingen von der Initiative „#DASistLEIPZIG“ aus, einem Gemeinschaftsprojekt von Kreatives Leipzig, der Initiative Leipzig + Kultur sowie dem LiveKommbinat. Letzteres fungiert zugleich als Träger des Projekt.

Das Modellprojekts umfasse die probeweise und wissenschaftlich begleitete Öffnung von mindestens acht verschiedenen Kulturveranstaltungen, berichtet Tobias Loy von Kreatives Leipzig. Von Ende Mai bis Juni solle dies unter anderem ein Theater, Lesungen oder eine Tanzveranstaltung umfassen. Dabei, so der Plan, würden Hygienekonzepte erprobt und das epidemiologische Geschehen untersucht, um festzustellen, ob und inwiefern sich das Ansteckungsgeschehen bei Kulturveranstaltungen von der allgemeinen Entwicklung der Infektionszahlen unterscheide. Bisher seien derartige Modellprojekte im Wesentlichen nur bei vereinzelten Events durchgeführt worden, so Loy. Die große Neuerung sei diesmal, dass nun verschiedene Veranstaltungen mit unterschiedlichen Zielgruppen – jung, alt, aktive und passive Rezeption – in einem solchen Projekt erfasst werden. „Wie betrachten die Kultur in ihrer Gesamtheit.“

Perspektive für den Herbst schaffen

Wichtig für die Branche ist das Modellprojekt auch mit Blick auf den Herbst: Sollte es dann zu einer möglichen weiteren Corona-Welle kommen, gäbe es wissenschaftlich fundierte Daten über das Infektionsgeschehen bei Kulturveranstaltungen, um so hoffentlich einem erneuten Komplett-Lockdown mit wirksamen Hygienekonzepten entgegenzuwirken. Das umfasst auch die Kontaktnachverfolgung via App, die bei dem Modellprojekt ebenfalls erprobt werden soll.

„Wir machen das alle ehrenamtlich, der Zuwendungsbescheid der Stadt ermöglicht es uns erst, das Projekt durchzuführen“, so Loy. Und diese Zuwendung ist nicht gerade gering: 30.000 Euro werden aus dem städtischen Haushalt allein für dieses Modellprojekt bereitgestellt, wie das Dezernat Allgemeine Verwaltung auf Nachfrage mitteilt. „Ich freue mich, dass im Ergebnis guter und intensiver Abstimmungen auch innerhalb der Stadtverwaltung nunmehr die ersten Mittel fließen werden“, teilt Ulrich Hörning vom Dezernat mit. „In den kommenden Tagen werden wir voraussichtlich noch drei weitere Initiativen unterstützen und so auch in den Bereichen Gastronomie und Tanzschulen Öffnungsperspektiven entwickeln können.“ Konkret gemeint sind hier die Initiative „Leipzig tanzt“ sowie die Projekte „Open GastroLE“ und „Gastro Leipzig International“. Auch das Modellprojekt „Sportveranstaltungen Leipzig“ wird weiterhin angestrebt.

von Christian Neffe