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Kultur Regional Leipziger Buchmesse 2021 wird verschoben – und geht an die frische Luft
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Leipziger Buchmesse 2021 wird auf Ende Mai verschoben

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14:11 02.09.2020
So könnte es gehen: Abstand auf der Treppe in der Glashalle der Leipziger Messe. Allerdings ist dieses Foto kurz vor der Buchmesse im März 2019 entstanden.
So könnte es gehen: Abstand auf der Treppe in der Glashalle der Leipziger Messe. Allerdings ist dieses Foto kurz vor der Buchmesse im März 2019 entstanden. Quelle: André Kempner
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Die erste gute Nachricht: Die Leipziger Buchmesse 2021 findet statt. Die zweite: Sie wird verschoben auf Ende Mai. Dann können einige Veranstaltungen nach draußen verlegt werden. Das gewährt, wie Buchmessedirektor Oliver Zille in einer Mitteilung der Leipziger Messe formuliert, „mehr Flexibilität bei der Durchführung der Veranstaltung. Wir können im Hinblick auf die pandemische Situation zusätzlich das Außengelände nutzen und gewinnen mehr Möglichkeiten für das Lesefest ,Leipzig liest’ und die Manga-Comic-Con.“

Auch die 26. Antiquariatsmesse und die LVZ-Autorenarena sind wie gewohnt auf dem Gelände der Leipziger Messe zu finden. Deren Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner erklärt die Verschiebung mit der „Gesundheit unserer Aussteller und Besucher“, die hohe Priorität besitze. Dem werde mit der „passgenauen Umsetzung unseres Hygienekonzeptes“ Rechnung getragen. Es sei bereits genehmigt.

Wichtig „für Stadt und Region“

Der neue Termin ist für Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung „auch ein gutes Signal für Touristik, Hotellerie und Gastronomie“, denn „gerade nach der sehr bedauerlichen Absage in diesem Jahr“ sei die kommende Buchmesse mit allem, was dazugehört, „umso wichtiger für die Stadt und die Region“. 2020 hätte sie vom 12. bis 15. März stattfinden sollen und war am 3. März wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Als „Chance für die Branche“ bezeichnet Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die Verschiebung. Die Branche macht in diesem Jahr eine Krise durch, ausgelöst unter anderem durch fehlende Präsentationsmöglichkeiten bei Lesungen und eben Messen. Die für den 17. bis 21. Oktober 2020 geplante Frankfurter Buchmesse muss nach Angaben des „Börsenblatts“ mit der Teilnahme von nur rund zehn Prozent der Vorjahresaussteller auskommen.

Eine Million Euro vom Bund

Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt die Frankfurter mit vier Millionen Euro. Für Verlage soll es Abschläge auf die Standmieten geben. Der Leipziger Buchmesse schießt der Bund, auch das ist eine gute Nachricht, eine Million Euro aus dem Konjunkturprogramm „Neustart Kultur“ zu. Die Messe plant, die Mittel für die Förderung der Teilnahme von Ausstellern, für digitale Projekte und die Schaffung „schutzdienender Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für Aussteller und Besucher“ zu verwenden.

Buchmessedirektor Zille hatte bereits im Juli öffentlich über eine Verschiebung in „eine virusfreiere Zeit“ nachgedacht, was Messe und Stadt umgehend dementierten, da noch kein neuer Termin feststand. Seit Mittwoch ist es offiziell, jetzt werde das Format „schrittweise verfeinert“. Weitere Informationen, die sich aus der Terminverschiebung und der Anpassung des Konzepts ergeben, „erhalten die Aussteller Ende September“. Man schaue, sagt Unternehmenssprecher Andreas Knaut, auch mit Interesse zu den Kollegen nach Frankfurt.

Von Janina Fleischer