Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Regional Leipziger Filmverleih veröffentlicht Kirill Serebrennikovs „Leto“
Nachrichten Kultur Kultur Regional Leipziger Filmverleih veröffentlicht Kirill Serebrennikovs „Leto“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:13 11.04.2019
Der Sommer, in dem es anfing: Wiktor Zoi (Teo Yoo, 3. v.l.) 1980 mit seiner Band im Film "Leto". Quelle: Weltkino Filmverleih
Leipzig

Leto – Sommer. Genau genommen ein Sommer im Leningrad der frühen 80er Jahre. Eine Zeit, in der der gesellschaftliche Umbruch in der Sowjetunion noch nicht eingeleitet, aber schon spürbar ist. Eine Zeit, in der junge, wilde Musiker ihrem Drang nach kreativer und persönlicher Freiheit Luft machen wollen. Die Idole ihre Landes heißen Marx, Engels, Lenin. Ihre heißen Iggy Pop, The Sex Pistols, David Bowie. Klar, dass sie damit ein ums andere Mal mit den Grenzen des Systems in Konflikt geraten.

Doch Punk wäre nicht Punk, würde er diesen Konflikt scheuen, nicht geradezu anstreben. Und doch sind die Hauptfiguren von „Leto“, dem jüngsten Film des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikov, nicht nur von blankem Protest getrieben. Denn wozu Musik machen, wenn sie nicht gespielt werden darf? Wozu subversive Kunst schaffen, wenn sie an der staatlichen Zensur zerschellt? Dieses Spannungsfeld bildet das Herz dieses Films.

Serebrennikov kennt dieses Problem nur zu genau, wurde er doch im August 2017 wegen angeblicher Veruntreuung von Fördergeldern festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Und verpasste die Premiere seines eigenen Films in Cannes. Anfang der Woche wurde Serebrennikov aus dem Hausarrest entlassen – und am Freitag veröffentlicht der Leipziger Filmvertrieb Weltkino seinen Film fürs Heimkino auf DVD.

Vor diesem Hintergrund erhält „Leto“ eine zusätzliche Bedeutungsebene – auch wenn er die gar nicht bräuchte. Denn die Geschichte der Musiker Mike (Roman Bilyk) und Viktor (Teo Yoo) sowie ihrer Bands ist auch so mehr als sehenswert. Der erste ist längst eine lokale Berühmtheit, spielt regelmäßig im örtlichen Rockclub, wo das Publikum jedoch zu bravem Stillsitzen aufgefordert wird. Selbst das Hochhalten von Fanschildern wird hier sanktioniert – eine Qual für jeden Punk. Viktor gehört zum Typus „Aufstrebender Jungmusiker“: ein großes Talent für Melodie und Texte, das noch nicht ganz seine Stimme gefunden hat. Irgendwann entwickelt sich gar eine kleine Romanze zwischen Mikes Frau und Viktor. Und doch bleibt der große Konflikt zwischen beiden aus. Schließlich eint sie ein gemeinsamer Gegner. Und die Liebe zur Musik.

Serebrennikov gießt diese komplexen und wilden Gefühls- und Lebenswelten in tristes Schwarz-Weiß, dass er allerdings immer wieder formal durchbricht. Mal setzt er auf Farbe, mal bedient er sich sogar am Musicalfilm und würzt diese herausstechenden Szenen mit der Ästhetik früher MTV-Videos in Form wunderschöner Zeichnungen. Jedoch nicht, ohne sich im Anschluss direkt an den Zuschauer zu wenden und darauf hinzuweisen, dass die Prügelei mit einigen Ordnungshütern oder der ekstatische Ausbruch im Rockclub so nie passiert seien.

Serebrennikov verliert gelegentlich die Handlung aus dem Blick, nie aber seine Figuren. Getragen durch die großartige Musik vergehen zwei Stunden wie im Flug. Es ist ein bewegender Flug voller Höhen und Tiefen.

„Leto“, Russland/Frankreich 2018 - 128 Minuten, ab 12,99 Euro

von Christian Neffe

Katie Melua ist erst 34 und hat bereits ein Best-Of-Album rausgebracht. Im Gespräch erzählt sie, warum sie dafür erst nach Georgien reisen musste. Im Juli kommt die Sängerin nach Leipzig.

11.04.2019

In der Arena Leipzig überzeugte Maite Kelly am Mittwochabend vor 2400 Zuschauern mit dem Augenzwinkern der Authentizität. Die Sängerin überzeugte nicht nur mit ihren Mitklatsch-Nummern, sondern auch mit Selbstironie.

11.04.2019

Mit viel Humor und Selbstironie versetzte Maite Kelly die Arena Leipzig in Partystimmung. Die Sängerin überzeugte aber nicht nur mit ihren Mitklatsch-Nummern.

02.05.2019