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Kultur Regional Leipziger Jahresausstellung soll nun doch stattfinden – ohne Axel Krause
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18:42 05.06.2019
Blick in die Ausstellung, die nun doch in der Werkschauhalle der Spinnerei stattfinden soll. Wann die 26. Leipziger Jahresausstellung eröffnet wird, ist noch offen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Sie findet statt. Sie findet nicht statt. Sie findet statt. So zumindest der Stand von Mittwochvormittag. „Wir freuen uns, Ihnen nun mitteilen zu können, dass die 26. Leipziger Jahresausstellung mit leicht verändertem Ablauf stattfinden wird.“ So heißt es in einer Mail, die am späten Dienstagabend vom Verein der Jahresausstellung an „Förderer und Unterstützer“ verschickt wurde. Weder der Eröffnungstermin noch der genaue Ablauf würden derzeit feststehen, heißt es weiter. Wie die LVZ erfuhr, soll der Maler Axel Krause nicht zu den noch verbliebenen 34 Künstlern gehören.

Die Kritik an seiner ursprünglich geplanten Teilnahme war der Grund für die Absage der Jahresausstellung am vergangenen Samstag. Krause unterstützt die AfD, ist Kuratoriumsmitglied der von der Partei gegründeten Desiderius-Erasmus-Stiftung. Die Mehrzahl der Künstler hatte gegen die Absage der Ausstellung protestiert und sprach sich in einer Erklärung auch gegen den Ausschluss Krauses aus. Ursprünglich sollte die Schau am 6. Juni eröffnet werden.

Blick in die 26. Leipziger Jahresausstellung. Nach dem Streit um den AfD-nahen Künstler Axel Krause soll die Werkschau nun doch stattfinden – ohne Krause.

Eröffnung wahrscheinlich in der kommenden Woche

Unterzeichnet ist die jüngste Mail des Vereins vom kommisarischen Vorstand der Jahresausstellung, der bis auf eine Person identisch ist mit dem bisherigen, der am Freitag zurückgetreten war. Dem Vernehmen nach ist mit einer Eröffnung der Ausstellung im Verlauf der kommenden Woche zu rechnen. Am ursprünglich geplanten Ort, der Werkschauhalle der Spinnerei, wird festgehalten. Die Stadt, die die Jahresausstellung mit 8000 Euro unterstützt, begrüße die Entscheidung des Vereins, heißt es auf Nachfrage der LVZ.

Auf seiner Facebookseite schrieb Krause am Mittwoch: „Die Ausstellung findet statt, das ist gut! Ich werde ausgeschlossen, das ist äußerst unklug!“. Es werde damit „das Signal ausgesendet, wir wollen nicht dem demokratischen Auswahlverfahren folgen, sondern beugen uns dem politischen Druck von links!“ Wie sehr Krause seinen Einsatz für die AfD mit dem Hin und Her um die Ausstellung verbunden sieht, verdeutlicht folgende Passage in seinem Post: Ob der Ausschluss „in seiner Konsequenz vielleicht der AfD einen halben Prozentpunkt bei den Landtagswahlen bringen wird? Da war mein Ausschluss dann doch nicht umsonst! Wir werden sehen ...“

Podiumsdiskussion findet statt

Das Museum der bildendenden Künste hält unterdessen an einer für den 11. Juni geplanten kulturpolitischen Diskussion fest. Podiumsgäste sind unter anderem die Galeristin Arne Linde (ASPN in der Spinnerei), der Künstler Axel Krause und Rainer Schade, langjähriger Vorstandsvorsitzender des Leipziger Jahresausstellung e. V.. Die Moderation übernimmt Museumsdirektor Alfred Weidinger. Die Debatte beginnt um 19 Uhr. – Und sie wird aller Voraussicht nach weitergehen.

Von Jürgen Kleindienst

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