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Kultur Regional Leipziger Musik-Erlebnismesse musicpark feiert im November Premiere
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18:02 14.05.2019
Markus Geisenberger, Jimmy Kresic, Hubert Robben, Specki T.D., Stephanie Scholz und Gerd Essl stimmen auf dem Cajón auf die neue Messe musicpark ein. Quelle: André Kempner
Leipzig

Neue Töne: Leipzig erhält Messezuwachs. Die Musik-Erlebnismesse musicpark findet im November zum ersten Mal statt. Am Dienstag wurde sie vorgestellt. Messegeschäftsführer Markus Geisenberger, der sich wie die anderen Mitwirkenden am Cajón ausprobierte, zeigte damit gleich den Kern der Publikumsmesse: „Wir wollen die Besucher einfangen, begeistern und zum Mitmachen anregen“, sagte er, die Kistentrommel unter sich.

Im Messenamen klingt nicht zu unrecht die Nähe zu einem Freizeit- oder Erlebnispark an. Das Mitmachen, das hautnahe Erleben, das Dabeisein und Sich-Einbringen-Können soll die neue jährliche Messe auszeichnen. Damit setzt sie auf den Endverbraucher: Hobby- und Berufsmusiker, Musikpädagogen, aber auch Kinder, die ein Instrument erlernen wollen, und deren Eltern, aber auch Wiedereinsteiger sind angesprochen.

Eine Messe für die Musikstadt Leipzig

Der musicpark hebt sich damit von der in Frankfurt am Main stattfindenden Musikmesse ab, die mit dem großen Fachpublikumsanteil bei ihren zuletzt 90.000 Besuchern wirbt. Mit wie vielen Besuchern in Leipzig gerechnet wird, sei schwer zu sagen: „Das ist bei einer Erstveranstaltung immer ein bisschen ein Blick in die Glaskugel “, sagt musicpark-Pressesprecherin Julia Lücke. „Wir erwarten jetzt keine Hunderttausend, wir hoffen auf Zehntausend.“

Die Messe- und Musikstadt Leipzig soll dabei helfen, sagt Geschäftsführer Geisenberger und verweist einerseits auf die Tradition von Bach, Mendelssohn, Schumann bis zum Gewandhaus und den Thomanern. Anderseits auch auf die reiche kulturelle Szene, die es aktuell daneben gibt. So unterstützen die kommunalen Musikschulen der Region das Rahmenprogramm der Messe, und mithilfe der Initiative Kreatives Sachsen werde die Brücke zu besagter Musik- und Clubszene geschlagen.

Instrumente spielen und ausprobieren

„Wir haben da gar nichts Neues erfunden“, ordnete Gerd Essl von Beringer Marketing ein. Als Creative Director gehört er zu den Ideengebern der Messe. „Wir haben der gesamten Branche einfach intensiv zugehört und nachgefragt, wie so etwas faktisch aussehen müsste , damit man mit Begeisterung mitmacht.“

Die Zeit, sich über die Polymerverbindungen eines Schlagzeugfells hochtechnisch auszutauschen, könne man sich schenken – und stattdessen draufschlagen. „Es klingt gut und macht Spaß“, so einfach sei das. Dafür werde es auf der Messe viele Bereiche geben, wo wenig geredet werde, dafür umso mehr gespielt.

Für Clubatmosphäre ist gesorgt

Dafür sollen internationale Künstler vor Ort sein, die ihre Instrumente richtig gut beherrschen, sodass auch Fortgeschrittene sich etwas abschauen können. Das geht etwa in den hochgradig schallisolierten „sweatbloodtears“-Boxen, mit denen mitten auf dem Messegelände Clubatmosphäre erzeugt wird.

„Man kann dem Künstler dort so nahe sein wie bei keiner anderen Veranstaltung, im besten Fall stehe ich einen Meter vor ihm. Und er spielt genau das Equipment, das er auch auf den ganz großen Bühnen spielt“, verspricht Essl. „Wir haben von Einzelperformances bis zum Orchester die gesamte Bandbreite.“

Erste Künstler haben bereits zugesagt

In den kommenden fünf Monaten erwarte man noch auf weitere Zusagen. Bereits bestätigt sind Schlagzeuger Will Hunt und Gitarristin Jen Majura von der Band Evanescence, Michael Schack aus Belgien, ein Vertreter des Genres Drum & Beats, oder auch Gary Wallis, der gerade mit Schiller in Leipzig war, aber auch schon für Pink Floyd, The Style Council oder Marianne Rosenberg getrommelt hat.

Jost Nickel, Schlagzeuger bei Jan Delay & Disko No1, sowie Malcolm Arison von The BossHoss sind gesetzt, wie auch die Querflötistin Nina Sivošová, die mit Musikern des tschechischen Staatsorchesters auftreten wird.

Mitspielen erlaubt

Der Pianist, Komponist und Arrangeur Zlatko „Jimmy“ Kresic, der den Messetrailer mitgestaltet hat, soll hingegen auf der Bühne StageZero zu finden sein. Eine tolle Plattform, findet er: „Hier habe ich den humanen, organischen, direkten Kontakt zu den Musikern, zu den zukünftigen oder Würde-gern-Musikern.“ Die Bühne trennt die Zuschauer nicht ab, die können um das Geschehen herumgehen, Blickkontakt haben – oder auch mit einsteigen und mitspielen.

Für kommende Singer-Songwriter gibt es zudem eine nach dem Open-Mike-Verfahren offene Acoustic Stage. Besucher können ihre Instrumente aber auch mitbringen, um neue Saiten aufziehen oder sie professionell stimmen zu lassen. Instrumentenbauer geben einen Einblick in ihre Arbeit. Auch der Klassikbereich bekommt eine eigene Bühne, auf der auch Cross-Over-Projekte stattfinden.

Aussteller hoffen auf die Nähe zu den Kunden

Für komplette Einsteiger wird es Probierzonen geben. Mit Lehrern vor Ort können sie in 30 Minuten Basiskenntnisse erwerben. „Sie sollen einfach erfahren und spüren, wie leicht es ist, ein Instrument zu erlernen“, sagt Hubert Rommen von Yamaha Music Europe, einer der Aussteller, der diese Zonen ausstattet. Ein Mangel an Talent, Zeit und Geld gilt dann nicht: „Diese Blockade wollen wir durchbrechen. Um Spaß zu haben, reicht es letztendlich, wenn ich drei Akkorde auf der Gitarre kann.“

Yamaha war unter den ersten, die sich angemeldet haben. Die Liste der Aussteller reicht mittlerweile von internationalen Branchengrößen und Weltmarktführern bis hin zu mittelständischen Instrumentenbauern und Traditionswerkstätten. Sie alle werden sich auf zwei Hallen verteilen. Halle 2 widmet sich Rock, Pop und dem Elektronikbereich. Halle 4 ist den Musikinstrumenten aus dem klassischen Bereich, den Verlagen sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten vorbeihalten.

Musik-Erlebnismesse musicpark: 1. bis 3. November (Freitag bis Sonntag), 10 bis 18 Uhr, Leipzig Neue Messe. Tageskarte 19 Euro, ermäßigt 12 Euro, Dauerkarten 38 Euro. Fachbesucher erhalten Dauerkarten für 119 Euro. Für 169 Euro „Priority“-Tageskarte bevorzugten Bereichszutritt wie etwas zu den „sweatbloodtears“-Boxen. Weitere Informationen gibt es vorab im Internet unter www.musicpark.de.

Von Manuel Niemann

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