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Kultur Regional Liebe, Kämpfe, Überfälle – Knalltheater im Feinkost-Hof
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10:01 27.07.2019
Das Knalltheater setzt auch diesen Sommer auf „Die 7 Samurai“. Hier die Premiere im Juli 2018 mit Philipp Nerlich, Markus Reichenbach und Larsen Sechert (von links). Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Sommertheater auf dem Feinkost-Gelände in der Südvorstadt hat Tradition. Präsentiert wird der Spaß jedes Jahr vom Theater light und dem Knalltheater, zwei Theatergruppen aus der Freien Szene Leipzigs. Larsen Sechert, Gründer des Knalltheaters, war mit seiner Inszenierung „Django – ein Cartoon-Western” zuletzt für den Leipziger Bewegungskunstpreis 2018 nominiert. Wir haben mit ihm über den Theater-Sommer auf der Feinkost und die eigene künstlerische Zukunft gesprochen.

Was erwartet die Zuschauer beim Knalltheater auf der Feinkost in diesem Sommer?

Wir tauchen uns und die Zuschauer ins alte Japan ein und beschwören die Heldentaten der Samurai. Kurzum: Wir spielen, orientiert am gleichnamigen Film „Die 7 Samurai“. Musiker Dario Klimke zaubert auf allen möglichen Instrumenten Klänge, die den mit Graffiti besprühten Innenhof in japanische Gärten verwandeln, und wir als Spieler bewegen uns als Dorfbewohner. Wir spielen zu dritt und sind die Dorfbewohner, die Banditen, die das Dorf überfallen, und natürlich die sieben Samurai. Wir machen überwiegend komisches Theater, haben uns allerdings sehr viel mit der Kultur und dem Moralkodex der Samurai auseinandergesetzt und haben überdies Unterricht in der Samurai-Schwertkunst genommen. Es gibt also wilde Kämpfe, Überfälle, Zweikämpfe und eine eigenartige Liebesgeschichte. Alles in japanischem Gromolo. An zwei Terminen improvisieren wir außerdem Carlo Gozzis „Die Liebe zu den drei Orangen“.

„Wir sind an einer Improform dran, die ohne Sprache auskommt“

Was würden Sie sehr gerne mal als Sommertheater machen?

Derzeit machen wir genau das, was wir gerne wollen. Für das nächste Jahr haben wir uns noch gar nicht so festgelegt. Womöglich spielen wir noch mal „Die 7 Samurai“. Ansonsten gibt es viele Stoffe, die uns reizen würden: „Winnetou“, „Gullivers Reisen“, eine Geschichte aus der isländischen Sagenwelt ... oder ein Stück über ein Gänseblümchen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft als Theaterschaffender?

Da bin ich voll Mainstream: viele begeisterte Zuschauer, hohe Gagen, nationale und internationale Festival-Teilnahmen und trotzdem beruhigend viel Freizeit. Wir als Knalltheater sind an einer Improform dran, die ohne Sprache auskommt. Das hat sich in den letzten Jahren so nach und nach zu einem eigenständigen Format entwickelt. Ich persönlich wünsche mir, dass wir daran weiterarbeiten und es auf entsprechenden Foren und Festivals zeigen. Dann denke ich, mit allerdings noch zu geringer Überzeugung, an die Verwirklichung eines Theater-Weltrekordes. Ich muss aber noch entdecken, wofür das gut sein soll. Vielleicht um für einen karitativen Zweck zu spenden. Ein großer Wunsch von mir ist, weiterhin mit so tollen Kollegen wir Markus Reichenbach, Philipp Nerlich, Dario Klimke und Anne Rab arbeiten zu dürfen.

Knalltheater im überdachten Feinkost-Hof, Karl-Liebknecht-Straße 36: „Der Märchenbrei“ (für Kinder) am 28. Juli, 11 Uhr; „Die 7 Samurai“ vom 29. Juli bis 11. August, täglich 19 Uhr (außer 5./6. August);Münchhausen für Kinder improvisiert“ am 4. und 11. August, jeweils 11 Uhr; „Die Liebe zu den drei Orangen“ nach Carlo Gozzi am 5./6. August, je 19 Uhr, Eintritt 12/8 Euro, Kinder-Sommertheater sonntags 5 Euro

Von Christoph Awe

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