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Kultur Regional Loop-Art-Festival in Lindenau: Lounge-Chill, Bar-Jazz oder Astro-Disco?
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15:38 11.08.2019
Der Langschlenderer (rechts) und sein Bruder, der Tänzer Dave Rose. Quelle: André Kempner
Leipzig

An Langschlenderers Auto war während der Anreise von Berlin nach Leipzig ein Reifen geplatzt, weshalb sich der musikalische Beginn des Loop-Art-Festivals am Sonnabend verzögerte. So blieb zunächst mehr Zeit für den Palindrom-Gärtner David Stojek und die Loop-Art-Stationen rund um den Teich an der Lindenauer Kaos-Villa.

Einblicke ins Loop-Art-Festival 2019

Palindrome sind Worte oder Sätze, die vorwärts oder rückwärts gelesen das Selbe ergeben. Vom kurzen „Wow“ über den „Leseesel“ bis hin zu „David M. liftet Filmdiva D.“. Gärtner Stojek pflanzt solche Sachen am Festivalabend in die Büsche und lässt in einem unterhaltsamen Interview mit Moderatorin Victoria Weber weitere Beispiele hören.

Wiederverwertendes Basteln

Wenige Meter entfernt bietet Stefanie Müller unter dem Namen Elaine Cabochon-Schmuck an. Motive von ausgedienten Postkarten oder Flyern werden von ihr hinter Glas auf Ohrringe, Kettenanhänger oder Lesezeichen gebracht. Die angehende Grundschullehrerin entspannt sich bei diesem wiederverwertenden Basteln und leitet ab sofort entsprechende Kurse im Kaos-Kinder- und Jugendhaus.

Bei Festival-Begründerin Maria Schüritz wiederum können Besucher selbst loopen. Da wird gepfiffen, getrommelt und gesungen. Maria Schüritz erklärt: „Ein Loop ist die ständige Wiederholung eines einfachen musikalischen, künstlerischen, tänzerischen Bausteins. Aus der Zusammenstellung verschiedener sich wiederholender Bausteine können sehr unterschiedliche und faszinierende Kunstwerke entstehen.“

Es tranct und sphärt

Schließlich führt Victoria Weber das Publikum mit Hilfe eines Megaphons hinter das Haus, wo der Langschlenderer eingetroffen ist, seine zig Instrumente aufgebaut hat und beginnt. Es tranct und sphärt - bewegend und beruhigend. Ist das Lounge-Chill, Bar-Jazz oder Astro-Disco? Egal, es klingt gut, und Langschlenderers Bruder Dave Rose tanzt dazu wie ein liquider Breakdancer, also mit eher flüssigen als abgehackten Bewegungen. Der Eine für die Ohren, der Andere für die Augen.

Doch warum nutzen die Veranstalter dafür nicht ihre urlaubstaugliche Seebühne? Diese Frage beantwortet der zweite musikalische Programmpunkt des Abends, die Experimental-Elektronikerin Maewen in Zusammenarbeit mit den Weimarer Bildkünstlern Saori Kaneko und Richard Welz. Letztere benötigen einfach die großen Wände für ihre Projektionen.

Wispern, Wellen, Glockentöne

Maewen, die aus dem französischen Brest stammt und heute in Hannover lebt, war für einige Zeit Leipzigerin gewesen. Eine schöne Zeit. Das erzählt sie den Leuten, ehe sie sich in schleifende Schleifen vertieft, Wispern und Wellen hinzufügt, Glockentöne und solche von Klanghölzern.

Mit jedem Element wird es harmonischer und hypnotischer. Dazu flimmern flüssige Muster und stehende Bilder sowie kurze Filmsequenzen über die Fassade – ein Gesamtkunstwerk, das an eine Szene aus dem italienischen Kinoklassiker „Cinema Paradiso“ erinnert. In der strahlt der alte Filmvorführer Alfredo seine bewegten Bilder nicht nur an die Leinwand im Inneren des Lichtspielhauses, sondern zusätzlich auch an die Häuserwände draußen auf dem Platz, und sein vielleicht fünfjähriger Assistent Toto sagt: „Das hast du wundervoll gemacht, Alfredo!“

Nächstes Wochenende geht’s weiter

Weiter geht’s beim ersten Drehmoment-Loop-Festival am 16. und 17. August im Café Mala in der Schulze-Delitzsch-Straße. Dort ist dann unter anderem Maria Schüritz live zu erleben.

Von Bert Hähne

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