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Kultur Regional Gewählt: Klaus Brinkbäumer wird neuer MDR-Programmdirektor in Leipzig
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MDR-Rundfunkrat: Gewählt: Klaus Brinkbäumer wird neuer MDR-Programmdirektor in Leipzig

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16:17 07.12.2020
Journalist, Buchautor, ehemaliger USA-Korrespondent, Ex-“„Spiegel“-Chef und künftig MDR-Programm-Direktor in Leipzig: Klaus Brinkbäumer (53).
Journalist, Buchautor, ehemaliger USA-Korrespondent, Ex-“„Spiegel“-Chef und künftig MDR-Programm-Direktor in Leipzig: Klaus Brinkbäumer (53). Quelle: Jürgen Heinrich/imago images
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Leipzig

Der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer kommt zum Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Der Rundfunkrat des Senders wählte den 53-Jährigen am Montag zum neuen Programmdirektor in Leipzig. Das Gremium folgte damit einem Vorschlag von Intendantin Karola Wille. Die Personalie war bereits in der vergangenen Woche bekannt geworden.

Mit dem mehrfach ausgezeichneten Brinkbäumer verpflichtet der MDR einen der bekanntesten Print-Journalisten des Landes. Viele Jahre war er beim „Spiegel“ tätig, zwischen 2015 und 2018 als Chefredakteur. Seit 2019 schreibt der Journalist und Buchautor für „Die Zeit“. Sein Gesicht kennt man aus diversen Talkshows.

Neuer Posten auch für Jana Brandt

Zudem wurde am Montag ein zweiter Spitzenposten neu besetzt: Jana Brandt, bisherige Fernsehfilm-Chefin, übernimmt die Leitung der Programmdirektion in Halle. Beide treten ihre Posten zum 15. Januar 2021 an. Die Wahl im Rundfunkrat war nicht öffentlich.

Die Stelle in Leipzig wurde im Sommer frei, als bekannt wurde, dass der MDR und sein Leipziger Programmdirektor, Wolf-Dieter Jacobi, überraschend getrennte Wege gehen. Seine fünfjährige Amtszeit wäre regulär noch bis 2021 gelaufen. Die Leitung der Programmdirektion in Halle musste neu vergeben werden, weil die bisherige Amtsinhaberin Katja Wildermuth Intendantin des Bayerischen Rundfunks (BR) wird.

MDR muss sparen

Brinkbäumer und Brandt sollen einen Wandel beim MDR mit gestalten. Der Sender verfolgt nach Angaben von Intendantin Wille das Ziel, im Digitalbereich relevanter zu werden. Zugleich gehe es darum, die traditionellen Fernsehzuschauer nicht zu verlieren.

Bei all dem muss der MDR sparen. Wenn der Rundfunkbeitrag Anfang nächsten Jahres von 17,50 auf 18,36 Euro erhöht werden sollte, würde dies die Erträge des Senders um 0,9 Prozent jährlich steigern, sagte Wille. Das sei ein Plus unterhalb des Inflationsausgleiches - weswegen weitere Sparmaßnahmen unumgänglich seien.

Streit um Erhöhung des Rundfunkbeitrags

Wille kündigte an, dass der MDR vor das Bundesverfassungsgericht ziehen würde, wenn die Erhöhung des Rundfunkbeitrags nicht kommen sollte. „Wenn die Beitragsanpassung nicht kommt, dann ist die bedarfsauftragsgerechte Finanzierung des öffentlichen Rundfunks nicht mehr gesichert. Dann sind die Rundfunkanstalten in ihren Grundrechten beschwert, das heißt in ihren Grundrechtsbereich wird eingegriffen“, sagte Wille. „Deswegen werden wir sicherlich den Weg nach Karlsruhe suchen, um eine verfassungsgerichtliche Klärung herbeizuführen.“

Die geplante Erhöhung des monatlichen Rundfunkbeitrags um 86 Cent von 17,50 Euro auf 18,36 Euro zum Jahr 2021 droht an einem Veto aus Sachsen-Anhalt zu scheitern. Dort will die CDU-Fraktion nicht zustimmen. Gemeinsam mit der AfD, die ebenfalls dagegen ist, könnte es Mitte des Monats eine Mehrheit im Magdeburger Landtag geben. Wenn ein Land Nein sagt, kippt die Erhöhung in ganz Deutschland.

Kostendruck wächst

Sie hoffe „bis zur letzten Minute“, dass die Erhöhung doch noch komme, sagte Wille. Bliebe die Beitragsanpassung aus, käme allein auf den MDR ein Fehlbetrag von 165 Millionen Euro zu. Den ostdeutschen Sender würde das Scheitern der Erhöhung besonders treffen, weil seine Beitragseinnahmen aufgrund der demografischen Entwicklung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ohnehin rückläufig seien. Der Kostendruck sei schon seit Jahren hoch, sagte die Intendantin.

Von lvz/dpa