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10:49 18.09.2019
Da liegt sie: Botin der Herbstes und des Winterschlafs. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Leipzig

Die Kastanien sind da. Klein und rund und fest und glänzend. Und immer zu früh, denn Kastanien markieren den Herbst und, schlimmer noch: Sie künden vom Winter. Wie Lebkuchen im August. Sie bereiten nur kurz Freude, da ihre Schönheit endlich ist.

Ein Umstand, der auch die Menschen im Herbst ihrer Jahre ereilen kann. Parallelen zwischen Geschöpf und Gewächs zeigen sich ebenso bei den Blüten, deren weibliche Anteile meist zu dritt auftreten, während die männlichen unter ihnen dicht behaart sein können oder fast kahl.

Dekoration und Lektion

Vielleicht ist das der Grund, dass, kaum kullern die Früchte auf Wiese und Asphalt, Kinder dazu angehalten werden, sie aufzusammeln und Figuren aus ihnen zu basteln. Männchen werden die genannt, was frauenemanzipatorisch zu hinterfragen ist, aber auch ästhetisch.

Denn unter Zuhilfenahme von Handbohrer, Zahnstocher und Klebstoff entstehen Wesen von gar grober Gestalt. Sie dienen der Dekoration und nicht minder einer Lektion: Wenn dir das Leben Kastanien gibt, frag auch nach Eicheln.

Erwachsene Kinder stellen heutzutage Shampoo aus Kastanien her. Zeit genug ist ja in einer Jahreszeit, die weder zum Baden verführt noch zum Biergarten, sondern vom Winterschlaf träumen lässt.

Vorwurf und Versprechen

Die meisten wissen natürlich, dass man die erste Kastanie des Jahre aufhebt, in die Tasche steckt und bis zum Frühjahr mit sich herumträgt. Ein Ritual, das Halt gibt. Zumindest der Kastanie. Ob sie Glück bringt oder gegen Rheuma hilft – das hängt vom Aberglauben ab.

Nun liegt sie also wieder auf der Straße, halb Vorwurf, halb Versprechen. Und wer sich nach ihr bückt, kann sich hinterher aufrichten.

Von Janina Fleischer

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