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Kultur Regional Märchen mit feurigem Abgang im Theatrium Leipzig
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14:34 04.12.2019
Weihnachtsmärchen am Theatrium: Christin Stützer (l.) und Katja Fischer als Hänsel und Gretel. Quelle: Foto: Constanze Burger
Leipzig

Spannung muss sich steigern! Mit „Hänsel und Gretel“ steht als diesjähriges Wintermärchen im Theatrium ein echter und allbekannter Klassiker auf dem Programm. Wie man einen solchen kurzweilig aufbereitet, zeigt seit Sonntag die Grünauer Bühne mit ihrer Adaption des Grimmschen Märchenstoffes. Regie führte Kathrin Großmann.

Der Vorhang hinterm Vorhang

Es dauert eine Weile, bis der Hänsel und die Gretel nach langem Herumirren im tiefen Wald auf diese Lichtung stolpern, zu diesem Pfefferkuchenhaus, das ihnen wie die Erfüllung all ihrer Hungerträume erscheint. Denn vor dem Vorhang, nah am Publikum, beginnt das Spiel, beginnt das Herumirren der zwei Kinder. Und öffnet sich irgendwann der erste Vorhang, erscheint da erst einmal ein zweiter. So, als liefe man verirrt im Kreis, orientierungslos. Bis sich auch dieser schwebende Wand öffnet und den Blick frei gibt ins Innere des Hexenhauses – und auf den unheimlichen Verschlag daneben (Bühne: Tobias Stolle, Lars Laskowski, Konstantin Wendt).

Kleine Überraschungen

„Der Käfig! Oh, oh!“ entfährt es dann auch glatt einem kleinen begeisterten Zuschauer. Denn so funktioniert das, wenn man Allbekanntes clever aufbereitet, also mit den Erwartungen spielt, die das Publikum hat. Wenn man es mit kleinen Variablen eines frischen Blicks überrascht, der eben nicht nur die Spannung steigert, sondern auch Wiedererkennungseffekte hübsch leuchten lässt.

Eiskalte Knusperhexe

Der Rest liegt in den Händen von Christin Stützer und Katja Fischer als Titelheld und Titelheldin. Und an Georg Herberger in einer Dreifachausführung als garstige Stiefmutter, freundlichem, aber auch etwas unheimlichem Sandmann – und schließlich als perfide, weniger alte als vielmehr eiskalte Knusperhexe. Handlung und die Regie bescheren dieser einen feurigen Abgang als Scream Queen.

Humoriges hinzugefügt

Man weiß ja um das grausige Finale, dieses im Kern auch grausigen Märchens, das in seiner Struktur Züge eines Hungerdeliriums trägt. Eine Erfahrungsgrundierung, die Großmann dezent in ihre Inszenierung eingeflochten hat. Doch auch, wenn es in der immer wieder heißt „Hunger lächelt nicht!“, bleibt hier Humor nicht außen vor.

Unterschiedliche Tanzlust

Der bietet sich ja auch durchaus an. Gerade für Hexe Herberger, der Sätze wie „Ach, was hab ich Kinder zum Fressen gern, diese leckeren Teufelsbrätchen“ wie ein echter Gourmet auskostet. Und auch für Stützer und Fischer, die als Hänsel und Gretel ganz dicke Tinte sind – sieht man mal von der bei beiden unterschiedlich ausgeprägten Lust aufs Tanzen ab.

Feine Unterhaltung plus Donuts

Dass die einstündige Inszenierung zum Ende hin etwas hoppla-hopp zum Showdown rast, mag man vor allem bedauern, weil sie ihren Rhythmus wie auch den Spannungsaufbau sonst gut zu halten weiß. Aber sei es drum. „Hänsel und Gretel“ bietet kleine feine Unterhaltung. Donuts inklusive. Und natürlich, liebe Kinder, nimmt man derlei Leckerei nicht von Fremden an, schon gar nicht im dunklen Wald!

Nächste Aufführungen Freitag und Sonntag um 10 Uhr sowie Samstag um 16 Uhr, weitere auf www.theatrium-leipzig.de, Kartentelefon 0341 9413640.

Von Steffen Georgi

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