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Kultur Regional Meigl Hoffmann: „Das Volk spaltet sich heute anders“
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17:45 13.09.2019
Meigl Hoffmann auf dem Leipziger Markt. Quelle: Andreas Schulze
Leipzig

Meigl Hoffmann, Jahrgang 1968, verließ am 5. Oktober 1989 die DDR – ohne Ahnung, wie bald er in seine Heimatstadt Leipzig zurückkehren würde. Unter der Überschrift „Wir sind bald auf 89“ improvisiert der Kabarettist am Montag in der Pfeffermühle über die Friedliche Revolution.

Warum improvisieren Sie ausgerechnet bei diesem vielschichtigen Thema?

Der Weg zur 89er-Revolution war doch auch improvisiert. Ein ständiges Tasten und Testen, ein Ausloten und Ausprobieren. Schließlich der Aufbruch zum Umbruch, zur Friedlichen Revolution. Man wird ja nicht als Revolutionär geboren, sondern man wächst in die Verantwortung hinein. Da lag der Gedanke eines improvisierten Kabarett-Abends auf der Hand. Man erzählt auf eine gewisse Weise ehrlicher, weil spontan. Egal ob Witz, Anekdote oder damalige Butterpreise. Aus dem Bauch und experimentell.

Mit welchen Stichworten charakterisieren Sie den Zeitgeist von 1989 vor allem?

Dieser Abend soll ja gerade deshalb eine emotionale Zeitreise werden, weil sich der damalige Zeitgeist eben nicht über Stichworte erschließt. Die Essenz ist zwischen den Worten, es ist der damalige Blick, die Geste oder der Witz. Auch deshalb darf sich das Publikum aktiv am Abend beteiligen – mit Fragen oder eigenen Geschichten.

Generationsunterschiede, Gehaltsunterschiede, Bildungsgrade

Wie viel Nostalgie schwingt bei Ihnen mit?

Mit meiner Ausreise am 5. Oktober war ich bereits im Herbst 89 zum Beobachter geworden. Ich hatte also schon damals einigen Abstand auf das Geschehen und nostalgische Gefühle bereits am 6. Oktober 1989 in Frankfurt/Main.

30 Jahre später scheint die Republik weiterhin gespalten zu sein – nicht nur in Ost und West, sondern auch durch hohen Wahlzuspruch für die AfD im Osten. Wann und wie werden wir denn nun ein Volk?

Wir sind doch schon lange eins! Die Unterschiede an Himmelsrichtungen festmachen zu wollen, halte ich nicht für redlich. Die Gesellschaft, das Volk spaltet sich heute leider anders, nämlich in Generationsunterschiede, Gehaltsunterschiede und Bildungsgrade. Daraus resultieren meiner Meinung nach alle weiteren Unterschiede in Fragen der Ökonomie und Ökologie. Auch hier soll mein Abend Mut machen sich der 1989 erkämpften Demokratie zu erinnern und sie aktiv zu leben!

Meigl Hoffmann: „Wir sind bald auf 89“, 16. September und 28. Oktober, je 20 Uhr, Pfeffermühle, Katharinenstraße 17, Eintritt 19,89 Euro, ermäßigt 8,90 Euro

Von Mark Daniel

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