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Kultur Regional Michael Triegel feiert seinen 50. in Rom
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16:16 12.12.2018
Der Leipziger Maler Michael Triegel in seiner Ausstellung zum 50. Geburtstag im Angermuseum Erfurt, rechts sein „Selbstporträt“ von 2016. Quelle: Michael Reichel/dpa
Leipzig

Michael Triegel wird 50. Den Geburtstag am 13. Dezember feiert er mit Familie und besten Freunden in Rom. „Das muss sein“, sagte er vorgestern vor der Abreise in seine Sehnsuchtsstadt. Ein kleines Konzert in einer Kirche, ein Essen in einem Palazzo.

Jüngst war er wieder mal als Vortragender verpflichtet worden. Im Neuen Museum in Berlin referierte er über den Einfluss der Antike in seiner Arbeit. Dabei suchte er nach Antworten auf Fragen wie „Was hat es auf sich mit dem Untergang des Abendlandes?“ Triegel sieht sich in einer Linie mit dem von ihm verehrten Hugo von Hofmannsthal und dessen Essay „Das Schrifttum als geistiger Raum der Nation“. Man könnte sagen: Wie Hofmannsthal denkt, so malt Triegel.

Den runden Geburtstag sieht Triegel nicht als Zäsur. Ihn fällt dazu Friedrich Hölderlin und dessen Gedicht „Hälfte des Lebens“ ein, das der Dichter freilich schon mit 30 schrieb – in der ersten Strophe Zuversicht, in der zweiten fegt Ungemach durch die Zeilen.

Mit sich im Reinen

Triegel zu seinem Leben: „Ich bin dankbar für das, was war, und freue mich auf das, was kommt. Mir geht es gegenwärtig so gut wie wohl noch nie.“ Er meint damit auch sein Dasein als bildender Künstler: Triegel muss sich nicht mehr beweisen, Aufträgen muss er nicht hinterherhetzen, er kann wählerisch sein und die immer mal wieder auftretende Kritik an seiner altmeisterlichen Malweise einfach negieren.

Er ist mit sich im Reinen, kann sich Gelassenheit erlauben. Was für ihn aber nicht heißt, von der konzentrierten Arbeit zu lassen. In der Regel steht er morgens 8 Uhr an der Staffelei in seinem Atelier in der Leipziger Baumwollspinnerei, und wenn er mal einen Tag nichts gemacht hat, dann fehlt ihm etwas.

Zum Jubiläum stellt Triegel in Erfurt aus. Hier kam er vor 50 Jahren zur Welt. Triegel ist Katholik, er fand spät zu seinem Glaubensbekenntnis, dabei schlummert doch sein Christsein schon seit seiner Kindheit in ihm. Die Martinsfeier, die am 10. November auf dem Erfurter Domplatz begangen wird, war prägend. Die vielen Kinder mit ihren Laternen zu Luthers Geburtstag beeindruckten ihn.

Das Ereignis beförderte seinen Drang nach einem Gegenentwurf zum Leben in der DDR. Also beschäftigte er sich bereits in jungen Jahren mit Religion und Philosophie, was im sozialistischen Bildungskanon kaum vorkam. Als er zum 13. Geburtstag von den Eltern Bücher über die Kunst von Dürer und Rubens geschenkt bekam, war das für ihn eine weiteres „einschneidendes Erlebnis“.

„Einige Uneinigkeit“

Jetzt ist im Erfurter Angermuseum unter dem Titel „Discordia concors“, was übersetzt „einige Uneinigkeit“ heißt, eine Werkschau zu sehen. Mit über 70 Gemälden, mit Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafik wird die ganze Bandbreite eines künstlerischen Schaffens der vergangenen Jahrzehnte gezeigt. „Discordia concors“ ist ein Wegweiser für Triegels Bildsprache.

Zwischen christlicher Ikonographie und antiker Mythologie wechselnd, sind seine Bilder in der Kunstgeschichte verankert, aktuell und in die Zukunft weisend. In den vergangenen Jahren standen, keine Frage, kirchliche Themen – etwa Gemälde für Kirchen, die Gestaltung des Westfensters der Pfarrkirche St. Maria in Köthen und das Porträt von Papst Benedikt XVI. (2010) – im Mittelpunkt des Schaffens.

Seine Meisterschaft wird aber ebenso dokumentiert in Landschaften und Porträts, unter anderem von Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly und Michael Blumenthal, bis 2014 Direktor des Jüdischen Museums Berlins. Oder er malt Stillleben, arrangiert zum Beispiel Blumen und zeigt zu gern die Einheit und den Gegensatz von Schönheit und Vergänglichkeit. Letzteres ist für Triegel mit Erreichen der neuen Altersschwelle dann doch eine Zäsur: „Ich denke in so einem Alter auch an die Endlichkeit des Lebens.“

Eigentlich gehe es ihm ja wie Albrecht Dürer. Der sagte: „Ein guter Maler ist inwendig voller Figur, und wenn er ewig leben könnte, hätte er aus den inneren Ideen, von denen Plato schreibt, immer etwas Neues durch die Werke auszugießen.“ Die neuen Bilder von Michael Triegel leben längst in seinem Kopf.

Michael Triegel: „Discordia concors“, bis 17. Februar 2019 im Angermuseum Erfurt (Anger 18), geöffnet Di– So, 10–18 Uhr; am 18. Dezember findet um 18.30 Uhr ein Künstlergespräch mit Michael Triegel statt.

Der Bildband zur Ausstellung, herausgegeben von Karl Schwind (mit einem Text des Schriftstellers Josef Haslinger), ist im Hirmer Verlag erschienen; 271 Seiten, 39,90 Euro.

Von Thomas Mayer

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