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Moritzbastei Leipzig zeigt Ein-Mann-Filmprojekt „Dark Day“ erstmals vor Publikum

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16:33 06.09.2021
Bild aus dem Film "Dark Day" von und mit Farhad Shahed.
Bild aus dem Film "Dark Day" von und mit Farhad Shahed. Quelle: Farhad Shahed
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Leipzig

Ein Mann, ein Film, ein Telefon, eine Mission: den dritten Weltkrieg abwenden. Vor dieser Aufgabe steht Armin Benz unerwartet am 11. September 2001, als ein Terroranschlag die Welt erschüttert. Daraufhin glühen in der Schaltzentrale, in der er seit Jahren tatenlos sein Dasein fristet, die Drähte. Er, der an der Telefonschnittstelle zwischen den USA und Russland sitzt, muss zwischen beiden Supermächten vermitteln, um das Schlimmste zu verhindern. Darum geht es in „Dark Day“, dem wohl ungewöhnlichsten deutschen Filmprojekt des Jahres 2021, das am Dienstag in der Leipziger Moritzbastei zu sehen ist.

Projekt im Lockdown entstanden

Besonders außergewöhnlich macht den Film die Tatsache, dass es sich um ein komplettes Ein-Mann-Projekt handelt. Verantwortlich zeichnet der gebürtige Iraner Farhad Shahed, der mit 15 Jahren nach Deutschland kam, inzwischen in Köln als Projektleiter bei der deutschen Post arbeitet – doch schon seit den Tagen, als er im Filmverleih seines Vaters im Iran beim Schneiden und Reparieren von Filmrollen half, den Traum hegte, Drehbuchautor zu werden. Rund 20 Skripte hat er bislang verfasst, verfilmt wurde Anfang des Jahrtausends „Mr. Boogie“ mit „Big Brother“-Star Zlatko Trpkovski, der jedoch nie in die Kinos kam, sowie 2008 die TV-Produktion „Ich Chefe, du nix“. Während des Corona-Lockdowns beschloss Shahed schließlich, eines seiner Skripte in Eigenregie zu verwirklichen.

Für „Dark Day“ übernahm er deshalb nicht nur Drehbuch, sondern auch Regie, Kamera, Licht, Ton und Postproduktion sowie die Hauptrolle und die Stimmen sämtlicher Figuren am anderen Ende des Hörers. Inszenatorisch reicht das natürlich nicht an das Niveau von Kinoproduktionen heran, die Geschichte jedoch weiß gleichsam mit Humor, Tragik und vor allem Spannung zu überzeugen – trotz einer Kammerspiel-Situation von mehr als zwei Stunden Länge. Bislang war „Dark Day“ ausschließlich als leihbarer Stream über die Videoplattform Vimeo verfügbar – in der Moritzbastei wird er nun erstmals auf Leinwand und vor Publikum gezeigt.

„Dark Day“ läuft am 7. September um 21 Uhr im Innenhof der Moritzbastei, der Eintritt ist frei. Es gilt die 3G-Regel.

Von CN