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Kultur Regional Neue Galerie im Osten: „Kunst von Leipzigern für Leipziger“
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16:26 17.06.2018
Im Leipziger Osten öffnet die Galerie 196tm. Geschäftsführer Johannes Rosenbohm vor einem Bild der Künstlerin Tobia König. Quelle: Josephine Heinze
Leipzig

Auf etwa 130 Quadratmetern entsteht mitten im Osten der Messestadt ein neuer Kunstort für Leipzig. Am Dienstag öffnet gegenüber dem früheren 4rooms die Galerie „196tm“, die sich als eine „Art Label für junge Künstler“ aus der Messestadt versteht. Die ausgestellten Werke kommen von fünf Studenten der Hochschule für Grafik und Buchkunst.

„Mir war es wichtig, mit Leipzigern zusammenzuarbeiten“, erklärt Johannes Rosenbohm. Der 30 Jahre alte Kunsthistoriker ist Geschäftsführer der Galerie. Die Künstler hat er ausgewählt, weil er sie kennt, ihre Arbeiten schätzt – und sie neben verschiedener Stile, Inhalte und Arbeitsweisen auch Überschneidungen haben. „Trotz ihrer Unterschiede bilden alle Werke am Ende eine Einheit“, so Rosenbohm.

„Sind uns der Verantwortung bewusst“

„Das ist für uns alle eine große Chance“, ist sich Stefanie Pojar sicher. Pojar zählt zu den Künstlern, die bei Rosenbohm ausstellen. Die Meisterschülerin von Annette Schröter beschäftigt sich viel mit Architektur. Sie schätzt die Freiräume, die ihr in der Zusammenarbeit mit der Galerie bleiben – und die offene Kommunikation. „Wir sind uns alle der Verantwortung bewusst, die wir einander gegenüber haben.“

Das ist auch für Rosenbohm entscheidend. „Ich gehe natürlich ein großes Risiko ein. Denn ich weiß nicht, wie produktiv die Künstler in den kommenden Jahren sein werden oder was ich am Ende verkaufen muss.“ Auch deswegen hat er sich für Menschen entschieden, mit denen er schon früher zusammengearbeitet hat.

Dabei hatte Rosenbohm, der zuvor fünf Jahre lang den „Raum.Weisz“ unweit der Eisenbahnstraße betrieb, die Pläne für eine eigene Galerie schon länger. Richtig konkret wurde es nach dem Abschluss seines Masters im vergangenen Sommer. Die Wahl für den Standort ist dabei nicht nur auf den Leipziger Osten gefallen, weil Rosenbohm dort in den vergangenen Jahren sein Netzwerk aufgebaut hat. Künstler und Publikum sind hier noch experimentierfreudiger, schätzt Rosenbohm ein. Für ihn unterscheidet sich darin der Leipziger Osten vom Westen der Stadt. „Hier läuft man noch etwas unter dem Radar.“

Großes Preisgefälle

Ob man so Geld verdienen kann? „Wir werden es sehen“, so der 30-Jährige. Verkauft die Galerie ein Bild, bekommt sie und der Künstler einen Anteil. Die Preise richten sich nach einer Formel, mit der in der Szene gerechnet wird. Generell sei das Preisgefälle am Kunstmarkt sehr groß. Vielmehr als um das große Geld geht es Rosenbohm aber ohnehin um die Kunst selbst. „Mir ist es lieber, die Bilder hängen hier in den umliegenden Häusern und werden dort gesehen, als dass ich sie für viel Geld verkaufe und sie dann irgendwo verschwinden, bis sie ihren Wert gesteigert haben.“

Deswegen will er einen Großteil von dem, was er verdient, möglichst schnell zurück in den Laden stecken, sagt Rosenbohm. Baustellen und Visionen hat er noch viele: das Depot ausbauen zum Beispiel oder Mitarbeiter fest anstellen.

Galerieeröffnung 196tm am Dienstag, 19. Juni 2018, 19 Uhr im Täubchenweg 43b mit Werken von Tobia König, Jennifer König, Malte Pätz, Stefanie Pojar und Soenke Thaden

Von Josephine Heinze

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