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18:31 20.08.2019
„Lügenpresse!“, schrie ein Mann in Sachsen-Anhalt dem „Tagesschau“-Moderator Constantin Schreiber entgegen. Der will jetzt Aufklärung leisten. Quelle: Bernd Wüstneck/ dpa
Leipzig

Wenn der TV-Journalist und Buchautor Constantin Schreiber in ländlichen Gegenden Mitteldeutschlands für seine Arbeit unterwegs ist, empfindet er die Menschen als „freundlich, aber skeptisch“. Das Verhältnis zwischen Bürgern, Journalisten und Politikern sei belastet, das merke er immer wieder selbst, sagt er.

Als er einmal 2016 mit einem Kamerateam in Merseburg unterwegs gewesen sei, habe ein Mann sogar unvermittelt geschrien: „Lügenpresse, das ist schlimmer als in der DDR“. Aus einem Blumenladen habe eine Frau dann noch gerufen: „Recht hat er“. Der Zwischenfall habe ihn lange beschäftigt, sagt Schreiber. Im ländlichen Sachsen, wo er sich aus familiären Gründen häufig aufhalte, sei er zudem oft gefragt worden: „Welche Vorgaben kommen von der Regierung?“ und „Was passiert, wenn du nicht regelkonform berichtest?“.

Überregionale Presse wiederholt Sachsen-Klischees

Auf der anderen Seite empfinde er die überregionale Berichterstattung über Sachsen und andere ostdeutsche Bundesländer ebenfalls als problematisch. Gängige Klischees würden ständig wiederholt. Um Vorurteile zwischen Journalisten und Bürgern abzubauen und Lügenpresse“-Theorien zu entkräften, hat Schreiber daher die Deutsche Toleranzstiftung mit Sitz in Leipzig ins Leben gerufen. Sie engagiert sich in Sachsen im Bereich Medienerziehung und politische Bildung. Ein Büro gibt es jedoch noch nicht. Der „Tagesschau“-Moderator finanziert sie nach eigenen Angaben mit Einnahmen aus seinen Buchveröffentlichungen.

Unter dem Motto „Triff mich“ können Schulen Journalisten einladen, die über ihre Arbeit berichten. Außerdem werden Schüler angeleitet, selbst journalistische Beiträge zu produzieren. Das Projekt ist im Frühjahr an vier Schulen in Delitzsch, Eilenburg und Naundorf im Landkreis Nordsachsen angelaufen, noch bis Ende des Jahres soll es dort dauern.

Schüler drehen mit professionellem Kamerateam

Unterstützt wird Schreiber bisher von der „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner sowie den Fernsehjournalistinnen Aline Abboud und Damla Hekimoglu. „Für die Videobeiträge arbeiten wir mit einem professionellen Kamerateam“, sagt Schreiber. Weitere Projekte, die sich an einen breiteren Adressatenkreis richten sollen, seien in Planung.

Der Fernsehjournalist und Autor Constantin Schreiber hat in Leipzig die Deutsche Toleranzstiftung gegründet. Quelle: Britta Pedersen/ dpa

Schreiber, der fließend Arabisch spricht und als Korrespondent in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens tätig war, beschäftigte sich als Buchautor in der Vergangenheit mehrfach mit dem Islam. Mit seinen Veröffentlichungen „Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird“ (2017), „Kinder des Koran“ und „Marhaba, Flüchtling!“ hohe Auflagen erreicht, jedoch auch scharfe Kritik geerntet.

Schreibers Buch „Inside Islam“ wurde vielfach kritisiert

Vorgeworfen wurde Schreiber unter anderem, er habe Vorurteile in Bezug auf den Islam. Das will er nicht gelten lassen. Schreiber sagt: „Der etwas pauschale, unzutreffende Vorwurf der Islamophobie perlt eigentlich an mir ab.“

Problematischer sei für ihn, „wie manche versuchen, mich zu vereinnahmen“. Beispielsweise habe ihn gestört, dass die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch sein Buch „Inside Islam“ in einem Video auf Youtube angepriesen habe. „Für seine deutsch-arabische Sendereihe „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ bei n-tv hatte Schreiber 2016 den Grimme-Preis erhalten.

Mehr Infos zu dem Projekt gibt es unter http://deutsche-toleranzstiftung.org.

Von Pia Siemer

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