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09:24 28.05.2019
Für die Kanzlerin ist das Internet „Neuland“, für CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer soll es als Ort der Meinungsfreiheit ein paar Regeln unterliegen. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Leipzig

„Mal verliert man, mal gewinnen die anderen“, sagen die alten Griechen in Gestalt ihres Ex-Trainers Otto Rehhagel. Es war mithin alles gesagt zum Siegen und Unterliegen, doch dann gibt es noch die deutschen Volksparteien und ihr Prinzip der siegreichen Niederlage.

Es muss in den 90ern begonnen haben, dass es deutschlandweit keine Wahl-Verlierer mehr gab, weil der Verlust des Sozialismus Gewinn genug war. „Wehe dem Sieger!“ schrieb die Publizistin Daniela Dahn, und nun sitzen sie in den Fernseh-Runden beisammen: all die Wahlsieger, die Verluste zum Gewinn deklarieren und sich nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen haben.

Wenn es jemandem etwas vorzuwerfen gibt, dann dem Osten. „Der Osten“ – das klingt, wie „die Ostdeutschen“, nach einer geographischen Eingrenzung, meint aber einen ausgrenzenden Fingerzeig: Die haben die Demokratie nicht verstanden! Und während Demokraten hierzulande erschrocken auf das Wachstum einer rechten Partei starren, wird im Westen die Realität ausgeblendet.

Gehört der Osten vorerst, bis zu den 30-Jahre-Mauerfall-Festakten, nicht mehr zu Deutschland, muss jemand anderes schuld sein an den CDU-Ergebnissen zur Europawahl. Es sind: die YouTuber. Deshalb klagt Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer über „Meinungsmache“ im Internet und fordert für die Meinungsfreiheit „Regeln“, zumindest vor einer Wahl.

Das ist natürlich geschickt. Denn ohne den Landstrich kennen zu müssen, gelingt es der ehemaligen künftigen Kanzlerin, den Osten an seine Diktatur-Erfahrungen zu erinnern. Mal schweigt man, und mal sagt man besser nichts.

Von Janina Fleischer

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