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Kultur Regional Ohne Grenzen: David Garrett feiert zehn Jahre Crossover in der Arena Leipzig
Nachrichten Kultur Kultur Regional Ohne Grenzen: David Garrett feiert zehn Jahre Crossover in der Arena Leipzig
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18:30 20.05.2019
David Garrett mit Band in der Arena Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Es herrschte eindeutig noch keine Konzert-Stimmung am Sonntagabend vor der Arena Leipzig. Wegen strenger Sicherheitsbestimmungen wurde so mancher Besucher von einer Warteschlange zur anderen geschickt und zankte gereizt mit dem Personal. Mit „Unlimited“ hat David Garrett in Leipzig Station gemacht – die Tour ist für ihn eine ganz besondere, feiern er und seine Band doch zehn Jahre Crossover – eine Musik, mit der der Violinist ein neues Publikum für Klassik begeistern kann.

In der Halle angekommen schlägt die Stimmung schlagartig um. In einem fließenden Übergang von Klassik zu Pop und schließlich zu Rock legen David Garrett und seine Band sowie das Orchester „Neue Philharmonie Frankfurt“ einen großen Start hin. Spektakulär nicht alleine durch den starken und klaren Sound, sondern ebenso durch beeindruckende Animationssequenzen im Hintergrund, die sich perfekt den einzelnen Musikstücken anpassen. Schon mit den ersten Stücken – ein bisschen Mozart, etwas„Fluch der Karibik“ und dazu Nirvana – nimmt Garrett die Menge für sich ein.

Nostalgisches Seufzen

Mit Jeans, Jackett und schlichtem T-Shirt an sich schon leger gekleidet, bemerkt er wie nebenbei die Hitze des Abends, zieht sein Jackett aus und erntet entzückten Beifall der weiblichen Fans. Die Zuneigung wird an diesem Abend nicht mehr nachlassen, sondern sogar noch zunehmen. Der Künstler kennt sein Publikum, weiß genau, was es hören und sehen will. Er bringt die Zuschauer zu einstimmigem, nostalgischem Seufzen, als sie andächtig J.S. Bachs „Air“ lauschen. Dann wieder klatschen sie begeistert mit und klopfen mit den Füßen im Takt zu seiner Interpretation von „We Will Rock You“.

Vom Spiel abgesehen sind es die zwischenmenschlichen Momente, die Garrett die Sympathien einbringen. Trotz der fast vollen Arena gelingt es ihm, die Nähe zu den einzelnen Fans zu finden. Er scherzt und erzählt Anekdoten erster Crossover-Momente. Diese umgängliche Art ist es, die die Menge begeistert.

In Stücken wie „Stairway to Heaven“ überzeugt er mit Zusammenspiel von Akustik- und E-Geige, in seiner Version von „Purple Rain“ wird die E-Geige sogar aus dem Bühnen-Himmel heruntergelassen, so dass Garrett spektakulär zum musikalischen Höhepunkt des Songs die Instrumente wechseln kann. Zu seinen Berichten von internationalen Erfahrungen und seinem Erfolg in Latein- und Südamerika passt das brasilianische Stück „Tico Tico“, das authentisch die Lebendigkeit Südamerikas einfängt, untermalt mit bunten und glitzernden Animationssequenzen.

Tanzende Anzüge

Zu Michael Jacksons „Smooth Criminal“ führt die Animation in einen fiktiven Distrikt Japans – und drei körperlose Anzüge tanzen dazu. Chinesische Schattentheater-Sequenzen in Gold-Schwarz-Tönen begleiten den Metalsong „Master of Puppets“, und im Lied „Thunderstruck“ haben Animateure Thors Hammer in die Donner-Animationssequenz geschmuggelt.

Garrett vereint nicht nur unterschiedliche Genres miteinander – er verbindet verschiedene Kulturen in seinen Liedern. Sein Tour-Titel ist Programm: Der deutsche Geiger lässt sich in seiner Performance durch keinerlei Grenzen einschränken. Nach zweieinhalb Stunden wird die große Show mit tosendem Applaus und Standing Ovations belohnt.

Von Yasmin Rau

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