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Kultur Regional „Only love“ im Haus Auensee mit Lena
Nachrichten Kultur Kultur Regional „Only love“ im Haus Auensee mit Lena
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13:10 13.06.2019
Geschmeidige Übergänge, wenige Redepausen: Lena im Haus Auensee. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Stimmung? Bitte gerne. Aber ja nicht zu viel tanzen, sonst verwackelt nämlich das Smartphone-Video – das schien das Motto des Mittwochabends im ausverkauften Haus Auensee gewesen zu sein. Vier Jahre nach „Crystal Sky“ geht Eurovisions-Entdeckung Lena Meyer-Landrut wieder auf Tour und startet in Leipzig die Vorstellung ihres neuen Albums „Only love, L“.

Mit „Wild And Free“ vom alten Album steigt die 28-Jährige ein, leitet aber nahtlos in die neue Nummer „Scared“ weiter. Bemerkenswert: Sogar die Väter, die Lenas jüngere Fans zwischen acht und zehn Jahren begleiten, haben den Songtext drauf. Mit der Botschaft „keine Angst vor der Angst“ gestaltet die Sängerin ihre eigene kleine Gutelaune-Show und zeigt sich bei der Begrüßung ganz fassungslos über den Zuspruch, der ihr von den 1600 entgegenspringt.

„Heute wird abgefeuert“

„Wir teilen heute einen ganz besonderen Moment beim Tourauftakt“, erklärt sie fast schon ein bisschen pathetisch, nur um dann noch flapsig nachzuschieben: „Heute gibt es nur geile Scheiße. Heute wird abgefeuert.“ Ein Versprechen, das Lena im Laufe des Abends Stück für Stück erfüllt, wenn ihre anfängliche Aufregung abflaut und sie ein bisschen mehr Echtheit zulässt, als in den Choreos eingeplant ist.

Lena Meyer-Landrut kam mit ihrem neuen Album „Only love, L“ ins Haus Auensee nach Leipzig.

Mit ihrer kurzweiligen Show macht sie die halbe Stunde Umbaupause nach ihrem Support Danyiom wieder wett, der mit soulig-sauberen Rap- und rhythmischen Pop-Hymnen eröffnet hat. Bei der Nummer „Skinny Bitch“ muss sie sich gleich den hochwasserkurzen Hoodie ausziehen, erklärt aber dazu: „Das ist kein sexuelles Ausziehen, das ist der Temperatur geschuldet.“ Geschenkt. Denn im Song sagt sie allem den Kampf an, was Instagram und Konsorten auf Individuen abfeuern können: Zu dünn, zu dick, vielleicht sogar schwanger?! Und wenn das alles zu sehr aufs Gemüt schlägt, dann gibt es immer noch die „Skinny Bitch“, Wodka-Soda mit Limette. Dafür feiern sie auch die jungen Mädels, für dieses „ihr seid alle schon okay so, wie ihr seid – lasst euch nichts anderes einreden“. Selbstliebe ist ein großes Thema in ihren neuen Songs, so auch bei „Dear L“, „Note To Myself“ oder „Ok“. Wie sie das transportiert, kommt an. „Du in dem roten Pulli – du bist ok! Hammertyp!“.

„Ich hab mich nie getraut, so offen zu sein“

Mit geschmeidigen Übergängen und wenigen Moderationspausen zieht Lena ihr Programm knackig durch, gönnt sich aber zwischen akrobatisch vertanzten und ruhigeren Songs kurze Verschnaufpausen, was sich positiv auf ihre immer ehrlichere Interpretation auswirkt. Vor allem mit fortschreitender Zeit groovt sie sich mehr auf der Haus Auensee-Bühne ein und lässt los. Die schönsten, ehrlichsten Momente kreiert sie dann, wenn sie Choreografie mal Choreografie sein lässt und in waldkindergartenartigen Kreiseln elfenhaft über die Bühne schwebt. „Ich war zwar immer ehrlich, hab mich aber nie getraut, so offen zu sein“, sagt sie über ihre neue Platte.

Ruhig und intim: Trennungssong „Love“

Ein Stück Zurückhaltung schwingt bei diesem Tourauftakt immer noch mit, das sie vielleicht Konzert für Konzert verlieren wird, wenn sie sich mit ihrem Innersten nach Außen wagt. Intim und ruhig wird es auf der Zielgeraden vor allem bei „Love“, dem Song, der die Trennung von ihrem langjährigen Freund verarbeitet. Zwei kleine Tränchen muss sich Lena danach wegwischen, aber „nach dem Regen kommt die Sonne, Leute!“. Und die kommt sozusagen intergalaktisch mit, wie könnte es anders sein, „Satellite“. Da müssen sich die zehnjährigen Mädels, deren modische Bauchtasche größer als der ganze Oberkörper ist, ganz doll anstrengen, beim euphorischen Mitsingen das Insta-Video nicht zu verwackeln.

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Von Katharina Stork

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