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Kultur Regional Paukenschlag in Leipzig: Alfred Weidinger verlässt das Bildermuseum
Nachrichten Kultur Kultur Regional Paukenschlag in Leipzig: Alfred Weidinger verlässt das Bildermuseum
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14:42 28.06.2019
Direktor Alfred Weidinger (58) verlässt das Bildermuseum in Leipzig. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Schwerer Schlag für Leipzigs Kulturlandschaft: Das Museum der bildenden Künste (MdbK) verliert seinen international anerkannten Chef. Alfred Weidinger gibt den Direktorenposten von Leipzigs wichtigstem Kunstmuseum im kommenden Jahr vorzeitig ab. Wie das Kulturdezernat der Stadt am Freitagmorgen mitteilte, habe der 58-Jährige überraschend um die Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrages gebeten.

Weidinger wolle voraussichtlich ab April 2020 neuer Leiter des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz werden, hieß es. „Das Angebot aus meiner Heimat ist eine große Ehre für mich und ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht; aber man muss wissen, dass das Oberösterreichische Landesmuseum eines der größten Universalmuseen Österreichs ist“, begründete der in Schwanenstadt (Oberösterreich) geborene Museumsmanager seine Entscheidung. Gegenüber der LVZ sprach Weidinger von einer „unerwarteten und schwierigen Entscheidung“.

Weidinger holte Yoko Ono nach Leipzig

Der Österreicher hatte das Bildermuseum im August 2017 von Hans-Werner Schmidt übernommen, der in den Ruhestand ging, und anschließend neu ausgerichtet. Internationale Beachtung erhielt insbesondere die aktuelle Yoko-Ono-Ausstellung „Peace is Power“, die noch bis zum 7. Juli läuft. Zuletzt war die 86-jährige Witwe von John Lennon auch im Bildermuseum zu Gast. Weidinger hatte sie in Vorbereitung in New York besucht. Die Schau des nächsten prominenten Künstlers steht bereits fest: Ab September ist eine Ausstellung mit Werken von Udo Lindenberg geplant.

Seit knapp zwei Jahre leitet Alfred Weidinger das Museum der bildenden Künste in Leipzig – im kommenden Jahr geht er zurück in seine Heimat. Seine Zeit in der Messestadt in Bildern.

Im Rathaus löste die Ankündigung großes Bedauern aus. Weidinger sei es gelungen, das Museum zum lebendigen Ort des künstlerischen Diskurses zu entwickeln und dem Haus neue Relevanz zu verleihen – „mit streitbaren Ausstellungen, vor allem aber mit der aufrichtigen Hinwendung zu den Leipziger Schulen und einer längst überfälligen Aufarbeitung von DDR-Kunst, insbesondere in der Reibung mit gegenwärtigen Positionen der Leipziger Kunstszene“, erklärte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke).

Stadt sucht international nach einem Nachfolger

Bei der Stadt beginnt nun die Suche nach einem Nachfolger Weidingers. Es werde eine internationale Ausschreibung der Stelle, vorbereitet, kündigte Jennicke an.

Weiterlesen:
„Kunst für alle!“: Museumsdirektor Alfred Weidinger im Interview

Von Robert Nößler

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