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Kultur Regional Pegida-Doku „Montags in Dresden“ füllt Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs
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22:51 02.11.2017
Rund 400 Menschen strömten am Donnerstagabend in die Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs, um die öffentliche Vorführung der Dokumentation „Montags in Dresden“ zu sehen. Pegida-Kritiker machten den Großteil des Publikums aus.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Das DOK-Festival wolle ein Ort für Kontroversen sein, verkündeten die Veranstalter, kurz bevor Sabine Michels Dokumentarfilm „Montags in Dresden“ am Donnerstagabend in der Osthalle des Hauptbahnhofs anlief. Im Vergleich zu den Kontroversen der Tage zuvor bliebt dieser Abend aber fast schon harmonisch. Aus Sorge um drohende Auseinandersetzungen waren die Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der Vorstellung erhöht worden.

René Jahn, einer der Protagonisten des Films, hatte zwar versucht, Pegida-Anhänger über soziale Netzwerke zu mobilisieren und die Sitzplätze zu blockieren. Die Besucher ließ sich davon aber nicht beeindrucken und nahmen kurzerhand auf dem Boden Platz. So platzte die Osthalle bald aus allen Nähten, die deutliche Mehrheit des Publikums – das ließen die Reaktionen während und nach der Vorstellung erkennen – stellten vor allem Gegner der islamkritischen Bewegung.

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Vorstellung bleibt friedlich

Drei Jahre lange begleitete die gebürtige Dresdnerin Sabine Michel drei Pegida-Sympathisanten mit dem Ziel, sie zu verstehen und die Gründe für ihr Denken und Handeln zu ergründen. Fazit: Verstehen ja, Gründe nein. „Montags in Dresden“ taucht unkommentiert in das Privatleben der Protagonisten ein – gelegentlich sogar so tief, dass er die Grenze zur Banalität überschreitet. So müht sich Jahn, der selbst anwesend war, in einer Szene sichtlich mit einem Bad-Reinigungsmittel ab – und erntete dafür höhnischen Applaus aus dem Publikum.

Wirklich interessant wurde es erst im Anschluss, als sich die Regisseurin den Fragen der Zuschauer stellte. Trotz viel Kritik ließ sie sich nicht von ihrer Überzeugung abbringen: Man müsse wieder ins Gespräch kommen.

 „Montags in Dresden“ ist dabei vielleicht nur ein kleiner Schritt – aber immerhin überhaupt einer.

Von Christian Neffe

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