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Kultur Regional Pink Turns Blue: Die Meister haben gerufen
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00:48 21.04.2018
Alles passt: Pink Turns Blue in der Moritzbastei in Leipzig. Quelle: Kempner
Leipzig

Es gibt Abende, an denen passt alles zusammen: Die Support-Band zum Headliner, das Publikum zur Musik, und ganz wichtig aber oft unterschätzt: die Bands zum Veranstaltungsort. In den Genuss einer solchen glücklichen Konstellation kam man am Dienstag, als die Post Punk-Band Pink Turns Blue in der Moritzbastei spielte. Das Stichwort des Abends ist „stimmig“.

Als Lizard Pool die Bühne betreten, ist es noch relativ leer in der Veranstaltungstonne. Das ändert sich aber schnell, denn die dreiköpfige Leipziger Band ist mit ihrer Mischung aus Post Punk, Dark Wave und Indie-Rock hörenswert. Besonders die klangvolle Stimme von Vincent Oley, gut eingesetzte Tempowechsel und die starken Basslinien machen Lizard Pool zu einem Erlebnis. Mit Songs wie „Movie House“, „A Gloomy Day“ und einem gelegentlichen Einsatz der Nebelmaschine versetzen sie die Fans in die richtige Stimmung für Pink Turns Blue.

Schwarze Szene zu Gast

Das Publikum entstammt vorwiegend der schwarzen Szene und obwohl es sich um die Untold Stories-Tour dreht, kommen gerade Fans der ersten Stunde, die bei Pink Turns Blue gut über dreißig Jahre zurückliegt, auf ihre Kosten. Die Band wünscht sich nach ihren Festival-Auftritten der letzten Jahre diesmal mehr Publikumsnähe. Das Leipzig-Konzert bildet den Auftakt der Reise durch kleinere Clubs und ist für einen Dienstag ziemlich gut besucht.

Die drei Herren Jogwer, Walter und Richter nehmen den Raum sofort mit „Something Deep Inside“ vom „The AERDT – Untold Stories“-Album für sich ein. Mit gesenktem Blick klebt Mic Jogwer förmlich am Mikrofon und sorgt damit für eine Intensität, die sich durch das gesamte Konzert zieht. Auch „Dirt“ und „Walk Away“ sind Songs, die nach der Reunion der Band 2003 entstanden. Dann geht es mit „Walking On Both Sides“ zurück zum ersten Album „If Two Worlds Kiss“ aus dem Jahre 1987. Es ist ein eindeutiger Publikumsliebling, wie man an dem plötzlichen Ruck, der durch die Figuren in der Dunkelheit geht, erkennt.

Publikum feiert 80er-Jahre-Songs

Mit „Give Me Your Beauty“ und „The Clown“ kommen nochmal zwei sehr gute Songs des letzten Albums zum Einsatz, der Rest des Abends steht dann aber doch vor allem im Zeichen der 80er, und es sind ganz besonders diese Songs, die das Publikum feiert. Die älteren Stücke wie „I Coldly Stare Out“, „After All“ und „Missing You“ haben eine zeitgemäße Überarbeitung erfahren, ohne dabei den Stil der Band, der nach Post Punk, Goth- und Indie-Rock und Dark Wave klingt, zu verraten. Die Bandmitglieder wirken wie in Trance, getrieben und in sich ruhend zugleich, und als Jogwer „Your Master Is Calling“ singt, wirkt er schon direkt hypnotisch, während der Sound vom Gewölbe prallt und der Nebel die Musiker umhüllt – ein düsteres Klischee, völlig klischeefrei dargeboten.

Die Atmosphäre ist so stimmungsvoll und so stimmig, dass Pink Turns Blue zwei mal für Zugaben zurück auf die Bühne kommen und insgesamt fünf weitere Songs spielen. Das Publikum will selbst dann noch nicht nach Hause.

Von Miriam Heinbuch

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