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Kultur Regional Pop-up-Galerie auf der Karli eröffnet
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16:38 02.03.2019
Kristina Jahreis und Sabrina Markutzyk bei der Vernissage.
Kristina Jahreis und Sabrina Markutzyk bei der Vernissage. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Sieben Wochen,15 Künstlerinnen und Künstler, sieben Ausstellungen, sieben Vernissagen – das Konzept der „Six Weeks Pop-up-Galerie“ klingt sportlich. Die Idee kam spontan, sagt Sabrina Markutzyk, die den vorübergehenden Ausstellungsraum auf der Karl-Liebknecht-Straße im Leipziger Zentrum zusammen mit Kristina Jahreis ins Leben gerufen hat.

Die beiden lernten sich bei der Monumenta in Leipzig kennen, bei der Markutzyk für die Kommunikation verantwortlich war. Sie merkten: Wenn wir zusammenarbeiten, entstehen besondere Dinge. Und gründeten das Eventkollektiv „shebang“. Das erste Projekt: Die Pop-up-Galerie. Aus den geplanten sechs Ausstellungswochen wurden sieben. „Als wir in diesem wunderschönen Raum standen, war sofort klar: Hier muss man eine Ausstellung zeigen“, sagt Markutzyk. Das ist erst sechs Wochen her.

Susanne Hopmanns Installation harmoniert mit den analogen Fotografien von Carina Brandes. Quelle: André Kempner

Seit Donnerstagabend sind in der Galerie Werke zweier Leipzigerinnen ausgestellt. Die zarten, leicht verwischten Schwarz-Weiß-Fotografien von Carina Brandes waren auch schon im Museum der bildenden Künste zu sehen. Jetzt füllen sie den großen, weiß gestrichenen Raum im Erdgeschoss des Georg-Wünschmann-Hauses auf der Karli. Dazwischen steht ein großes Zelt, auf den Stoff sind weiße Schäfchenwolken auf Himmelblau gedruckt. Im Innern: Ein Spiegelboden, auf dem die Glieder einer Schaufensterpuppe drapiert sind.

Die Installation „Anima Vestra“ ist von Susanne Hopmann, die seit 2015 ihr Atelier in der Leipziger Spinnerei hat. Sie verbindet Natur mit Künstlichem, symbolisiert eine Welt im Übergang – und harmoniert sehr gut mit Brandes’ analogen, surreal anmutenden Fotografien, die vor allem den Körper der Künstlerin selbst zeigen, per Selbstauslöser inszeniert.

Künstlerin Anita Balkenhoff in den frisch gestalteten Toiletten der Galerie. Quelle: André Kempner

Bis Sonntag sind die Arbeiten noch zu sehen, am 7. März gibt es die nächste Vernissage. „Wir wollten viele Künstlerinnen und Künstler aus Leipzig und Umgebung miteinbeziehen und ein mindestens ausgeglichenes Geschlechterverhältnis“, sagt Jahreis. „Alles andere langweilt doch hart“, schiebt Markutzyk hinterher. Am Ende gab es so viele starke weibliche Positionen, dass jetzt 70 Prozent der in der Galerie ausgestellten Werke von Frauen sind.

Sind sieben Ausstellungen in sieben Wochen nicht vor allem stressig? Klar, aber eben auch spannend, finden die beiden. „Wer sieben Wochen lang die gleiche Ausstellung sehen will, kann doch auch ins Museum gehen“, meint Markutzyk. „Es gab außerdem so viele tolle Künstlerinnen und Künstler, die gesehen werden müssen.“ Die Kunstschaffenden haben sich genauso wie die Kuratorinnen auf ein Experiment eingelassen. Das ist zumindest bei der ersten Vernissage absolut geglückt.

Info: Six Weeks Pop-up-Galerie, 28.2. – 14.4.2019, Do 19 - 00 Uhr, Fr/Sa 11 – 22 Uhr, So 11 – 18 Uhr, Georg-Wünschmann-Haus (Karl-Liebknecht-Str. 12, 04107 Leipzig)

Von Sophie Aschenbrenner