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Kultur Regional Posaunenquartett Opus 4 feiert 25-jähriges Bestehen am Bachdenkmal
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10:47 19.08.2019
Posaunist Jörg Richter hat das Quartett Opus 4 vor 25 Jahren mitbegründet, das Jubiläumskonzert soll so wie schon der erste Auftritt am Bachdenkmal stattfinden. Quelle: André Kempner
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Leipzig

„Da schmunzelte selbst der Alte auf seinem steinernen Sockel“, lautete die Überschrift eines LVZ-Artikels vom 16. August 1995. Mit dem Alten war der bronzene Johann Sebastian Bach auf dem Thomaskirchhof gemeint und Grund zum Schmunzeln hatte er, weil sich vier Posaunisten zu seinen Füßen anschickten, auch seine kniffeligsten und lebhaftesten Fugen mit ihren Blasinstrumenten zu interpretieren.

„Viele Leute denken, die Posaune sei ein schwerfälliges Instrument. Aber das stimmt gar nicht“, sagt Jörg Richter ein Vierteljahrhundert nach der Gründung im Jahr 1994 und fast ebensoviele Jahre nach dem ersten Auftritt. Richter, ein Gewandhausmusiker, hat das Quartett mitbegründet und leitet es bis heute. Am 19. August kehren die Musiker – jedoch in veränderter Besetzung – an ihren Ursprung zurück und geben ihr Jubiläumskonzert zu Bachs Füßen vor der Thomaskirche.

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Das Quartett besteht eigentlich aus fünf Musikern

Dass Jörg Richter heute Posaune spielt, ist seinen Zähnen geschuldet. Der gebürtige Magdeburger hatte eigentlich Trompete gelernt, besuchte als Jugendlicher ab 1974 eine Spezialschule in Halle. Dort bat man ihn jedoch, auf Posaune oder Tuba umzusteigen, denn Richter ist ohne Milchzähne geboren worden. Schon als Kind hatte er seine bleibenden Zähne – wegen des kleinen Mundstücks der Trompete war das problematisch. Daher stieg er auf die Posaune mit größerem Mundstück um. Später studierte er in Leipzig bei Gerhard Eßbach, ab 1984 trat er eine Stelle als erster Soloposaunist am Gewandhaus an.

Noch heute ist er dort tätig, ebenso wie sein Quartetts-Kollegen Dirk Lehmann, der die zweite Posaune spielt. Der freischaffende Musiker Stephan Meiner und Wolfram Kuhnt, als Solobassposaunist bei der Staatskapelle in Halle beschäftigt, vervollständigen das Quartett. Auf der Internetseite von Opus 4 taucht allerdings mit Hans-Martin Schlegel noch ein Name auf, der fünfte Mann der Vierertruppe. „Wolfram Kuhnt ist in Halle oft lange im voraus verplant, deswegen hilft uns Martin Schlegel flexibel bei der Konzerttermin zu bleiben“, erklärt Richter die ungewöhnliche Konstellation. Beide Musiker spielen die Position der Bassposaune.

Richter arrangiert selbst Werke von Bach für das Quartett

Mehrere CDs hat die Kombo in ihren 25 Jahren aufgenommen, absoluter Höhepunkt war für Richter die Aufnahme eines mit Barockposaunen eingespielten Albums. Die Instrumente dafür wurden eigens von einer Meisterwerkstatt im sächsischen Markneukirchen nachgebaut, damit sie wie die historischen Vorbilder funktionieren, die heute noch im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig zu sehen sind. „Sie sind von Hand gemacht und haben einen sehr spezifischen Klang“, sagt der Quartetts-Leiter.

Die fünf Musiker nutzen selten die Stücke anderer Ensembles, sondern arrangieren selbst Musik oder spielen für sie komponierte Werke. „Damit wollen wir unserer Musik eine eigene Richtung verleihen“, sagt Richter. Er arrangiert gerne Bach mit seinem Notenprogramm am Computer. Bei modernen Stücken wie dem Musical West Side Story holt er sich Hilfe, zum Beispiel von dem amerikanischen Komponisten Daniel Sutton.

Musiker sind in 25 Jahren quer durch Deutschland gereist

Für ihre Konzerte sind die Posaunisten in den vergangenen 25 Jahren quer durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Niederlande gereist. Auf großen Festivals wie den Mosel-Festspielen, dem Rheingau-Festival oder dem Brandenburger Musiksommer haben sie gespielt. Am liebsten tritt Richter aber in kleinen Dorfkirchen auf. „Da kommt man am besten mit dem Publikum in Kontakt“, sagt er. Bis zum 30. Jubiläums der Quartetts will er auf jeden Fall noch weiter musizieren. Bis dahin wünscht er sich, einmal in der Dresdner Frauenkirche oder im Berliner Dom aufzutreten. „Ein großer Traum wäre es auch, ein Kammerkonzert in der Hamburger Elbphilharmonie zu geben“, so der 59-Jährige.

Bei ihrem Jubiläumskonzert wollen die vier Männer ihre musikalische Varianz unter Beweis stellen und neben ihren eigenen Interpretationen der Kaffeekantate des „Alten“ die Barockposaunen erklingen lassen. Auch moderne Werke bringen sie mit. „Viele Menschen können sich nicht vorstellen, was vier Posaunen machen können – das wollen wir ihnen zeigen“, kündigt Jörg Richter an.

Das Konzert beginnt am 19. August um 19 Uhr am Bachdenkmal auf dem Thomaskirchhof. Der Eintritt ist frei.

Von Pia Siemer

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