Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Regional Rekord: 20.000 Besucher beim Rockharz-Festival in Ballenstedt
Nachrichten Kultur Kultur Regional Rekord: 20.000 Besucher beim Rockharz-Festival in Ballenstedt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 07.07.2019
Lordi waren einer der Hauptacts beim Rockharz in diesem Jahr. Quelle: Susanne Richter
Ballenstedt

Vergleiche hinken nicht selten. Dennoch kommt man in diesem Fall nicht daran vorbei: Mit 20.000 Besuchern hat das Rockharz-Festival in Ballenstedt (bei Quedlinburg) nicht nur eine neue Rekordkulisse erlebt - sondern sich mit seiner bereits 26. Auflage zum ersten Mal auch an der Nummer 1 im hartmusikalischen Osten, dem Full Force, vorbeigeschoben. „Wahnsinn, vielen Dank euch allen“, ist Rockharz-Macher Torsten „Buddy“ Kohlrausch Sonntagnacht sicht- und hörbar gerührt, als er im strömenden Regen von der Bühne aus die Fans verabschiedet, die abermals immer zahlreicher zum Gelände im Schatten der Ballenstedter Teufelsmauer geströmt sind. In Zeiten, in denen die Konkurrenz mit jedem Jahr zunimmt, genießt das Rockharz damit - neben dem legendären Wacken Open Air und dem Highfield im Leipziger Süden - nahezu ein Alleinstellungsmerkmal.

Das Rockharz-Festival ist eine Größe im Metal - 20.000 Zuschauer feierten nahe Ballenstedt. (Bilder: Susanne Richter)

55 Bands an viert Tagen: Von Saltatio Mortis bis Dimmu Borgir

Und damit nicht genug: Mit 55 Bands, die in vier Tagen die beiden Bühnen erzittern und den Rasen des idyllischen Flugplatzes beben lassen, gibt es auch hier eine Rekordbeteiligung. Der Fokus liegt dabei weniger auf den ganz großen Namen, auch wenn beispielsweise mit Amon Amarth, Dimmu Borgir, Saltatio Mortis, Caliban, Korpiklaani, Kärbholz, U.D.O., Mono Inc., Coppelius, Hämatom, Joachim Witt, Children of Bodom, Hypocrisy und Cradle of Filth durchaus Topseller der jeweiligen und von Mittelalter-Rock über Metalcore bis Death und Black Metal flirrenden Stromgitarrensparten vertreten sind.

Festival wächst, behält aber seine familiäre Atmosphäre

Es ist die Atmosphäre, die das Rockharz ausmacht und die sich von vergleichbaren Festivals abhebt. Und diese Atmosphäre soll auch trotz des neuerlichen Wachstums und dem verstärkten Umsatz von Tagestickets nicht dem Kommerz geopfert werden, betont „Buddy“ Kohlrausch: „Das Festival soll vor allem Spaß machen und nicht in Gigantomanie ausarten. Die Leute sollen sich wohlfühlen. Wir wollen die familiäre Stimmung nicht durch Größe und Profitstreben kaputt machen. Es soll ein Urlaub zwischendurch sein.“ Dazu gehört übrigens auch, dass es etliche Angebote und eine Betreuung für Kinder gibt, genauso wird das Thema Inklusion und weitestgehende Barrierefreiheit von den Rockharz-Machern groß geschrieben.

Vor zehn Jahren Umzug aus dem Westharz nach Sachsen-Anhalt

Hinzu kommt: Wenn man so will, ist das Rockharz das erste gesamtdeutsche Festival. Was einst in Osterode, im Westharz, als lokales Anti-Nazi-Open-Air mit nicht einmal hundert Besuchern begann, hat eine Entwicklung vollzogen, die die härtere Musikszene - vor allem die inzwischen ergraute - lechzen lässt. Das Festival zog aus Kapazitätsgründen vor zehn Jahren in den Osten - und die Fans zogen nicht nur mit, es kommen jedes Jahr neue hinzu. Es wurde sozusagen überholt ohne einzuholen. Trotz nun 20.000 Besuchern bleibt es in seiner Anmutung aber immer noch relativ klein und fein. Rockharz-Macher „Buddy“ Kohlrausch kann deshalb schon jetzt (fast) sicher sein, im nächsten Jahr wieder frühzeitig das „Ausverkauft“-Schild ins virtuelle Kassenhäuschen hängen zu dürfen. Ein Geheimtipp, der also längst in Profiliga-Sphären angekommen ist.

Das nächste Rockharz-Festival findet vom 1. bis 4. Juli 2020 statt. Zugesagt haben unter anderem bereits Running Wild, Subway to Sally, Accept, Destruction, Eluveite, Ensiferum, Ost+Front und Dark Tranquillity. Der Vorverkauf startet am Montag, 8. Juli.

Andreas Debski

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bunt verschnörkelte Lettern auf einer kleinen Litfaßsäule verkünden, dass der beliebte Leipziger Hörspielsommer in die nächste Runde gestartet ist. Eine Woche voller Geschichten bietet die 17. Auflage unter freiem Himmel.

07.07.2019

Von „Message In A Bottle“ über „Englishman in New York“ bis zu „Fragile“: Sting hat am Samstag seine Hits auf der Freilichtbühne Peißnitz in Halle gespielt – drahtig, agil und allürenfrei.

07.07.2019

Alexander Scheer und Andreas Dresen spielen Gundermann-Lieder auf der Parkbühne Geyserhaus. Ein zauberhafter Abend.

07.07.2019