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Kultur Regional Sarah Lesch mit fünf neuen Coverstücken gegen Einsamkeit
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11:05 19.09.2019
Leipziger Liedermacherin Sarah Lesch. Quelle: Sandra Ludewig
Leipzig

Sie wusste es nicht, schreibt Sarah Lesch, jetzt wisse sie es: „Ich bin einsam.“ Als sie all diese Lieder vor sich hatte, sei ihr das klar geworden. Ihr neues Album, das im Mai erscheinen soll, heißt daher „Der Einsamkeit zum Trotze“. Schon diesen Freitag veröffentlicht das Leipziger Label „Kick The Flame“ zudem eine EP, auf der Sarah Lesch fünf Stücke aus anderer Feder interpretiert. „Den Einsamen zum Troste“, so der Titel – weil diese Lieder ihr selbst Trost gegen die Einsamkeit seien.

Sarah Lesch, deren aufwühlende Ode an die Weltfremdheit „Testament“ seit drei, vier Jahren ein beständiger viraler Hitist, lebt seit 2015 in Leipzig. 1986 in Altenburg geboren, war sie als Fünfjährige mit der Mutter ins Schwäbische gezogen. In den Umzugskartons müssen damals Aufnahmen von Gerhard Schöne gesteckt haben. Sarah Lesch nennt den Liedermacher aus Meißen ihren „besten Kindheitsfreund“.

Gerhard Schöne gibt ihr Mut – bis heute

Sein wunderbares Stück „Spar deinen Wein nicht auf für morgen“ verjazzt sie ein wenig. Schlagzeuger Julius Kraft darf virtuos trommeln. „Spar deinen Mut nicht auf für später, wenn du mal was ganz Großes bist. Dein kleiner Mut hilft allen weiter, weil täglich Mut von Nöten ist.“ Die Textzeile habe sie damals bestärkt, ihr „Testament“ und ihren „Kapitän“ zu schreiben, jenes Lied, das schon vor Jahren von einem Seemann handelte, der einerseits vor Gericht stand, andererseits prämiert wurde, weil er Menschen vor dem Ertrinken rettete.

Von Konstantin Wecker stammt das „Liebeslied im alten Stil“, das Sarah Lesch mit einer Mischung aus Lebenslust und Sehnsucht und außerdem mit einer Ukulele spielt. Der selige Georg Danzer kommt mit seiner klugen – und von selbst ernannten Rettern des Abendlandes unverstandenen – Erkenntnis zur Wort, dass „Die Freiheit“ augenblicklich weg ist, sperrt man sie ein.

Mit ihren Altersgenossen Dota Kehr und Bastian Bandt singt Sarah Lesch in Duetten. Dota Kehr hat sich für ein Gedicht Mascha Kalékos über das Gefühl zwischen Heimweh und Heimatlosigkeit eine Melodie ausgedacht. Das passt, weil Sarah Lesch „irgendwie immer Heimweh hat“, vielleicht, weil sich ihre Familie, „als ich sehr klein war, zerstreut hat in Osten und Westen“, wie sie sagt. Mit Bastian Bandt singt sie dessen Stück darüber, wie klein man ja doch eigentlich ist. „Es ist alles da, darum heißt es ja All.“ Auch diese Erkenntnis taugt als Trost, keine Frage.

Cover zur EP „Den Einsamen zum Troste“ von Sarah Lesch Quelle: Kick The Flame

Sarah Lesch: „Den Einsamen zum Troste“ (Kick the Flame), Konzert am 2. November im Haus Leipzig, Vorverkauf 29 Euro

Von Mathias Wöbking

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