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Kultur Regional Schaubühne Lindenfels und Naturkundemuseum starten Expeditions-Reihe
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14:31 08.09.2019
Science und Fiction: Start der Expedition 4x6 von Schaubühne Lindenfels und Naturkundemuseum. Quelle: André Kempner
Leipzig

Rostige Platten, durch deren Mitte ein Riss geht, im Inneren Vogelstimmen und Insektengeschrei, Palmen und ein verlassener Schreibtisch mit allerlei Forschungsaufzeichnungen. Im Grün versteckt finden sich Präparate von Spinnen, Schlangen oder Schmetterlingen, zwei Becken Seepflanzen und eine Plastikplane, die über den Dächern schwebt. Ein verlassene Reisekiste an das Naturwissenschaftliche Museum Leipzig harrt seiner Abholung. Und draußen prangt der Text von Leonhard Cohens Anthem in deutsch und englisch: „Da ist ein Riss in allem, durch den das Licht eindringt.“ Es ist die verlassene Tropenforschungsstation von Eduard Friedrich Poeppig (1798-1868).

Leipziger Forscher und Zeitgenosse Humboldts

Poeppig, ein Leipziger Forscher und Zeitgenosse Humboldts bereiste zumeist allein vor allen Dingen Nord- und Südamerika, erforschte die dortige Flora und Fauna. Am Freitag ist sein Erbe vor dem Naturkundemuseum wieder auferstanden, wobei es sich keinesfalls um eine naturgetreue Nachbildung handelt, sondern um eine Kunstinstallation. Sie soll als Ausgangspunkt für künstlerische Interventionen und Workshops dienen. Gestaltet wurde der 6 mal 7 Meter große und 4 Meter hohe Raum von Lisa Witzmann-Schiller, die auch regelmäßig die Stücke des Schau-Ensemble ausstattet.

Installationen als temporäre Räume

Zugleich ist der Kubus der Auftakt für die auf ein Jahr angelegte Kooperationsreihe „Expedition 4x6“, die Schaubühne Lindenfels und Naturkundemuseum auf die Beine stellen. Die Vier steht dabei für die vier geplanten Stationen, die Sechs für die Seiten des Kubus. Neben der schon fertig gestellten Installation „Wildwuchs“ soll der Kubus danach Räume zur Tiefsee, der Eiszeit und der Naturzerstörung beherbergen. Alle Installationen sind also nur als temporäre Räume zu verstehen. Die Schaubühne begleitet das Projekt mit eigenen künstlerischen Produktionen wie etwa einer Inszenierung nach Joseph Conrads „Herz der Finsternis“, das am 10. Oktober Premiere feiern wird.

Buffet mit gerösteten Mehlwürmern zum Start

„Kunst und Natur haben viele Parallelen“, sagt Ronny Maik Leder, Direktor des Naturkundemuseums, der sich sichtlich über das gemeinsame Projekt freut und zum Start ein exotisches Buffet mit Empanadas, Früchten und gerösteten Mehlwürmern präsentiert. Einen ersten Eindruck wie diese Melange aus Kunst und Natur aussehen kann, liefern Schaubühne-Chef René Reinhardt und Klarinettist Simon Schorndanner. Ausgehend von Mozarts Klarinettenkonzert improvisiert sich Schorndanner auf seinem Instrument zu zittrigen und quäckenden Trillern, die an die Atmosphäre des Dschungels erinnern und eine akustische Brücke schlagen zwischen Europa und der vermeintlich exotischen Welt. Reinhardt liest dazu einen Text aus der kolonialen Begegnung zwischen Europäern und Afrikanern, in der wiederum die Musik als das verbindende Moment erscheint. Ein gelungener Start der Expeditionen. Geöffnet ist der Zeitreise-Kubus zu den Öffnungszeiten des Naturkundemuseums.

Von Torben Ibs

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