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16:38 16.09.2019
Zieht da was auf? Oder zieht da was ab? Quelle: Patrick Pleul/dpa
Leipzig

Womit die Deutschen rechnen, hat wenig mit der Umsetzung von Mathe-Lehrplänen zu tun. Auch darum können sie kaum mit Gewinn in die Zukunft schauen. So traditionell wie ergebnisoffen rechnen die Menschen mit zwei Unbekannten: dem Zufall und dem Bösen.

Oder anders gesagt: Sie rechnen mit dem Schlimmsten. Dies ist eine Haltung, die sich mehr aus Angst und Sorge speist als aus Erfahrung. Pessimismus nennen es die Analytiker. Typisch deutsch, sagen sie auch.

Titanic-Kapelle im Ohr

Es kommt natürlich aufs Thema an. Nehmen wir zum Beispiel das Klima. Da springt das Denken und mehr noch das Handeln rasch in den „So schlimm wird’s schon nicht werden“-Modus. Aus diesem Grund ist in Klima-Zusammenhängen häufiger von „Wandel“ die Rede als von „Katastrophe“.

Hier macht die Sprache die Musik, und niemand will Tag und Nacht eine Titanic-Kapelle im Ohr haben. Auch „Wende“ ist ein Wort des Abwendens, weshalb es viele gar nicht mehr hören können. Es sei denn, es geht, wie an diesem Wochenende, um eine Verkehrswende, wie sie Demonstranten vor der Internationalen Automobilausstellung lautstark gefordert haben.

Knapp gewonnen

Zur gleichen Zeit musste in Eisleben jemand sein Auto vermisst melden. Er ist vom Schlimmsten ausgegangen: Diebstahl. Am Sonntag war es wieder da, auf dem Volksfest-Parkplatz der Eisleber Wiese. Unverletzt. Nachdem nämlich alle Besucher den Heimweg angetreten hatten, „stand noch ein Fahrzeug einsam und allein auf dem entsprechenden Parkplatz“, berichtet eine Polizeisprecherin nicht ohne Mitgefühl.

So glimpflich gehen Katastrophen selten aus. Das allerletzte Auto wird ein Panzer sein.

Von Janina Fleischer

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