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Kultur Regional Schräge Vorweihnachtsmärchen der Leipziger Theatergruppe Das ÜZ im Neuen Schauspiel
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17:21 14.12.2017
Synthesizer, Nussknacker und ein paar eher nicht so weihnachtliche Schlagworte: Carmen Orschinski, Danilo Riedl und Jennifer Demmel (von links) im Neuen Schauspiel. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Als sich die Türen zum Theatersaal öffnen, ist plötzlich klar, warum das Wort „gemütlich“ in der Vorankündigung in An- und Abführungszeichen gesetzt war. Die Tische, die frontal zu den Zuschauern aufgestellt sind, verbreiten eine eher kühle Atmosphäre, verstärkt noch von Synthesizer-Klängen. Für die Premiere ihrer Vorweihnachts-Lesung „Schmeiß die Oma in den Ofen“ hatte die Leipziger Gruppe Das ÜZ am Mittwochabend im Neuen Schauspiel die „schlimmsten Märchen aus aller Welt“ versprochen. Und ein Kaminfeuer.

Während das Publikum noch den Saal betritt, sitzen an den Tischen schon die drei Sprecher: Carmen Orschinski, Danilo Riedl und Jennifer Demmel. Eine Räucherkerze wird angezündet, ein Laptop aufgeklappt – und auf dessen Bildschirm flackert das versprochene Kaminfeuer. In etwas mehr als einer Stunde werden sie nun 13 Märchen vortragen. Ein estnischer Metallgießer wird einen Teufel töten, indem er ihm die Augen mit heißem flüssigem Zinn ausgießt. Ein schottischer Knecht wird einen Pakt mit dem Tod schließen. Ein kurdischer Junge wird drei Freunde dazu bringen, sich aus Goldgier gegenseitig umzubringen. Und drei italienische Feen werden einen Kuhfladen in ein schönes Mädchen verwandeln ...

Verschiedenste Rollen in kurzer Zeit

Die Geschichten sind wahrlich vielseitig. Wenn auch bei weiten nicht so spannend wie erwartet. Was nicht sonderlich schlimm ist, werden die Märchen doch von drei ambitionierten Schauspielern vorgetragen. Das ÜZ, unter der Leitung von Christian Hanisch und Elisa Jentsch, ist eben eine Theatergruppe. Und so ist die Präsentation auch eher ein Theaterstück, selbst wenn der Bühnenaufbau mit seinen Konferenztischen stark an eine Lesung erinnert.

Carmen Orschinksi versteht sich darin, in kurzer Zeit in verschiedenste Rollen zu schlüpfen. Ist sie im einen Moment eine niedliche, kindlich sprechende Frucht mit hoher Stimme, hat sie sich im nächsten Augenblick in einen grölenden Skorpion verwandelt. Mit Laptop und Synthesizer untermalt sie die Geschichten lebhaft. Danilo Riedl verkörpert dagegen auf amüsante Weise die unbedarften und lustigen Charaktere, während sich Jennifer Demmel auf die bösen und hinterhältigen Figuren der verschiedenen Märchen spezialisiert. Überspitzte Körpersprache, Mimik und Gestik tun ihr Übriges für eine unterhaltsame Präsentation.

Mag es mit der Gemütlichkeit auch so eine Sache sein, ansonsten lösen die Theatermacher fast alle ihre Versprechen ein: mit einer sehr witzigen, äußerst lebhaften und übrigens auch kurzen und – nur entgegen der Vorankündigung – doch eher schmerzlosen Vorstellung.

Weitere ÜZ-Vorweihnachts-Lesungen am Donnerstag, 20 Uhr, in den Cammerspielen (Kochstraße 132) und am Sonntag, 19 Uhr, in der Nato (Karl-Lieblnecht-Straße 46), Eintritt jeweils 9/7 Euro

Von Pauline Szyltowski

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