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10:01 05.01.2019
Das Plakatfoto zur Literaturshow „Die schlecht gemalte Deutschlandfahne“. Isabelle Lehn (links) und Rebecca Maria Salentin (Mitte) tarnen sich mit ihren Haaren.
Das Plakatfoto zur Literaturshow „Die schlecht gemalte Deutschlandfahne“. Isabelle Lehn (links) und Rebecca Maria Salentin (Mitte) tarnen sich mit ihren Haaren. Quelle: peer
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Leipzig

Die Wege des Herrn sind mitunter unergründlich. Zwar hatten sie sich in Leipzig schon mal gesehen – die hiesige Literaturszene ist schließlich überschaubar –, doch miteinander gesprochen hatten sie nie. Das änderte sich an dem Tag, als sich die beiden Schriftstellerinnen beim Elefantenreiten in Thailand trafen. Damals begann eine echte Frauenfreundschaft. Inzwischen leben Isabelle Lehn und Rebecca Maria Salentin unter einem Dach. Und weil am Küchentisch einer gut funktionierenden Wohngemeinschaft schon immer die verrücktesten Sachen ausgebrütet wurden, kam den beiden jungen Damen die Idee zu einer Literaturshow. Getreu dem Motto: Was die Männer können, das können wir auch.

„Das Bierernste muss raus aus der Nummer“

„Aber wir können es besser. Denn das Bierernste muss raus aus der Nummer“, sagt Isabelle Lehn. „Wenn in der Öffentlichkeit über Bücher geredet wird, dann meist staubtrocken wie bei einem Staatsakt. Das muss doch nicht sein“, findet Rebecca Maria Salentin. Noch zwei Gründe, den seit 2017 reifenden Plan in die Tat umzusetzen. Am Mittwoch, 9. Januar, erfährt die Literaturshow mit dem Moderatorinnen-Duo Lehn und Salentin im Neuen Schauspiel in Lindenau ihre Premiere. Als Gast ist mit dem Hamburger Saša Stanišic einer der aktuell angesagtesten Autoren der Republik zu erleben. Um 20 Uhr geht’s los. Wortwitzig, ironisch und vor allem am Spaß orientiert soll’s zugehen. Fürs Erste sind acht Shows geplant.

Es geschah am Küchentisch

Bei der Wahl eines Namens für ihr Baby griffen Lehn und Salentin einige der gegenwärtig am meisten diskutierten Begriffe auf: Heimat, Heimat und Heimat. Klar, dass den beiden Frohnaturen mit rheinischen Wurzeln dabei jede Menge Deutschland-Bilder durch den Kopf schossen – Impressionen von ihrem liebgewonnenen, bunten Leipzig sowieso. Am Ende eines weiteren intensiven Gedankenaustausches an dem besagten Küchentisch stand er dann fest, der Titel: „Die schlecht gemalte Deutschlandfahne“. Den letzten Anstoß spürten die Showmasterinnen, als sie sich der Farben ihrer Haupthaare bewusst wurden: Lehn trägt Schwarz, Salentin ist stolz auf ihr Rot. Jetzt brauchte es nur noch Gold. Farbe Nummer drei wird dem jeweiligen Gast verpasst. „Er trägt eine goldene Perücke und erhält einen goldenen Umhang“, erläutert Salentin. So wird gleich zu Beginn auch optisch klar, was folgt: alles andere als ein Literarisches Quartett zu dritt.

Fakten, Fakten, Fakten – natürlich Schwarz auf Weiß

Schwarz, Rot, Gold – die Veranstaltung ist dreigeteilt und sie lockt mit attraktiven Preisen für das hochverehrte Publikum. Im ersten Block geht’s um Fakten, Fakten, Fakten – natürlich Schwarz auf Weiß. „Wir stellen unseren Gast vor und konfrontieren die Zuhörer mit echten und gefakten Angaben. Wer errät, was falsch ist, darf sich über ein Buch des Gastes freuen“, schildert Lehn.

„Der Club der roten Lichter“

Dem zweiten Block wurde der Untertitel „Der Club der roten Lichter“ verpasst. Ex-Café-Besitzerin Salentin will während einer lockeren Plaudereinheit einen Cocktail für den Geladenen mixen. Das Auditorium wird aufgefordert, entsprechende Getränke-Empfehlungen abzugeben. Wessen Drink-Vorschlag den Geschmack des Gastes trifft, der sackt ebenfalls ein Buch ein.

„Reden ist Silber, Lesen ist Gold“

Zum Schluss geht’s dann goldig zu. „Reden ist Silber, Lesen ist Gold“ lautet die Parole fürs Finale. Der Gast liest, höchstwahrscheinlich aus seinem jüngsten Werk. Wer es schafft, den Vortrag mit der Frage des Abends zu bedenken, kriegt das nächste Buch.

Eine interaktive Angelegenkeit, diese Literaturshow. Ein wenig aufgeregt vorm ersten Mal sind Lehn und Salentin schon. Ganz besonders erregt sie der Gedanke an ihren ersten Gast. Für den Kollegen Stanišic empfinden sie größtmögliche Bewunderung. Das aber soll die Moderatorinnen nicht davon abhalten, ihr rheinisches Gemüt voll zur Geltung zu bringen.

Literaturshow „Die schlecht gemalte Deutschlandfahne“, 9. Januar 20 Uhr, Neues Schauspiel, Lützner Straße 29; Eintritt: 8 Euro/ ermäßigt 6 Euro; die weiteren Termine bis zur Sommerpause: 13. Februar/13. März/10. April.

Von Dominic Welters