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18:38 12.09.2019
Gastchoreograf bei den Leipziger Tanztheaterwochen: Der gebürtige Brasilianer Wagner Moreira mit Ensemble-Tänzerinnen. Quelle: Hagen Wolf
Leipzig

„Neue Orte, neue Menschen, neue Formate“ – glaubt man der Pressemitteilung des Leipziger Tanztheatersscheint geradezu eine Überdosis an Innovation auf das geneigte Publikum zu warten, wenn von diesem Freitag bis zum 27. September die inzwischen siebten Leipziger Tanztheaterwochen stattfinden. Und ein wenig kann man die Euphorie ja sogar verstehen. Fällt doch in diese Tanzwochen auch die offizielle Eröffnung der neuen LTT-Spielstätte in der Halle 7 auf der Baumwollspinnerei. Wo ja in der Tat dann erst einmal alles ziemlich neuist.

Was das letztlich für die kreative Arbeit und die Qualität der Kunst heißen wird, bleibt abzuwarten. Neugierig darf man indes ohne Frage sein, gerade auch, was die etwaigen Synergien angeht, die mit dem im selben Haus befindlichen Lofft entstehen könnten. Als Kooperationspartner stellt das Lofft zu den Tanzwochen in jedem Fall schon mal die Gastspielbühne für „Kijong Dong“.

Produktionen und Termine

„C.L.A.R.A.’S“, 13. bis 15. September, jeweils 20 Uhr, Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50, Vorverkauf 12/9 Euro

Mixed-Abled-Workshop, 15. September, 11 Uhr, Hall 7, Spinnereistraße 7, Kursgebühr 7 Euro

„Gewandel“, 18./19. September, 18 Uhr, Werk 2, Kochstraße 132, 12/9 Euro

„Kijong-Dong“, 20./21. September, 20 Uhr, Lofft, Spinnereistraße 7, 12/9 Euro

„Labyrinth“, 21./22. September, 18 Uhr, Werk 2, 12/9 Euro

„Essenz“, 25. bis 27. September, 20 Uhr, Werk 2, 12/9 Euro

„Tanzträume“ (Film), 26. September, 20 Uhr, Luru-Kino, Spinnereistraße 7, Eintritt 5 Euro

Eine Inszenierung der Freiburger Company Impala. Der Titel verweist auf das nordkoreanische Örtchen Kijong-dong, das im Joint Security Area, also in der entmilitarisierten Schutzzone, unmittelbar an der Grenze zu Südkorea liegt – und zwar als pure Maskerade, als ein Potemkinsches Geisterdorf reinster propagandistischer Kulisse. Womit sich der Ort gleichsam als Synonym und Metapher auch für die Scheinwelten westlicher Lebenskonzepte anbieten mag, die dann wiederum die Choreografin Carolin Stächele in ihrer Inszenierung thematisiert.

Wagner Moreira heißt der diesjährige LTT-Gastchoreograf. Und natürlich werden die Leipziger Tanztheaterwochen unter dessen Ägide mit einer Ensembleproduktion starten. „C.L.A.R.A.’S.“ heißt das Stück und setzt sich thematisch wenig überraschend mit Leben und Werk Clara Schumanns auseinander. Was sich natürlich unter ganz pragmatischen Gesichtspunkten anbietet. Nicht nur, dass Clara 1819 in Leipzig geboren wurde, lässt sich doch zudem auch noch Moreiras Inszenierung bestens in die gerade laufenden Schumann-Festwochen einbetten.

Womit – da muss man nicht drum herum reden – „C.L.A.R.A.’S.“ ein wenig nach Jubiläumspflichtschuldigkeit klingt. Gleichwohl darf man gespannt sein, ob – und wenn ja, wie – der 1977 in Brasilien geborene Moreira in der Lage ist, einen anderen, frischeren, vielleicht auch von der allzu obligaten und eben auch pflichtschuldigen Rezeptionsroutine emanzipierteren Blick auf diese emanzipierte Künstlerin zu werfen. Sie hätte es unbedingt verdient.

Dass die Premiere von „.C.L.A.R.A.’S.“ in derSchaubühne stattfindet, heißt nun nicht, dass man Moreira und die LTT-Tänzerinnen und Tänzer nicht auch schon im neuen Domizil der Halle 7 treffen könnte. Zum öffentlichen Mixed-Abled-Work­shop unter Moreiras Leitung am 15. September nämlich. Was schön den Kreis schließt zu obig erwähnten Synergien, ist doch auch das Lofft seit Jahren eine feste Adresse für Mixed-Abled-Produktionen. Man kann es nur wiederholen: Man darf in jedem Fall gespannt sein. Auf das Festival – und alles was darauf folgen wird.

Von Steffen Georgi

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