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Kultur Regional Singen, Tanzen, Entertainment: Leipziger Musiktheaterstudenten spielen „Non(n)sens“
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14:48 30.06.2019
Dan Goggins „Non(n)sens“ auf dem Dach der HMT-Blackbox. Quelle: Siegfried Duryn
Leipzig

„Schwarz auf weiß“ heißt es im Sommertheater auf dem Dach der Blackbox. Das gilt für die Tasten des von Ulrich Pakosch mutig auf billig programmierten Keyboards, die Kostüme und Jana Ressels lockere Choreographie vor den gleißenden Kachelwänden unter strahlend blauem Himmel.

Die Nonsens-Nonnen sind da. Sie haben ihrem Autor Dan Goggin einen Welterfolg beschert und sind nun, nach der Musikalischen Komödie, in der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ zu erleben.

Die fünf Schwestern sammeln mit einer spontanen Charity-Veranstaltung Gunst und Geld: 52 Schwestern starben nach Verzehr einer Bouillabaisse, aber nur 48 erhielten ein ordnungsgemäßes Begräbnis. Für die vier anderen reicht die Kasse noch nicht, deshalb lagern sie in der Gefriertruhe der Klosterküche.

Dienst am Herrn

Die Wohltätigkeitsaktion wird zum quietschfidelen Vergnügen. Denn jetzt sind Talente der Überlebenden gefragt, die sie im Lauf der Jahre beim Aufstehen mit Sonnenaufgang, Anlegen des Skapuliers und Wohltätigkeiten verdrängen mussten: Singen, Tanzen, Entertainment.

Einige der fünf Nonnen hatten eine (wenig erfolgreiche) Bühnenkarriere in Angriff genommen und sich erst nach Rückschlägen auf die Sicherheit einer gediegenen Klosterlaufbahn im Dienst am Herrn besonnen. Klar wird: Nonnen unterliegen den üblichen Anfechtungen wie andere Menschen. Sie lachen versteckt und werden manchmal spitz.

Matthias Winter hat mit Studierenden bereits „Die schöne Helena“ und „Im weißen Rössl“ inszeniert. Jetzt empfiehlt er den Nonnen-Debütantinnen eine andere Gangart als üblich im Musical. Denn der Witz besteht in „Non(n)sens“ vor allem darin, dass die Schwestern immer öfter aus den Rollen fallen.

Vom leben gegerbte Charaktere

Eigentlich haben sie Besseres im Sinn als das Welken hinter Klostermauern. Das Hickhack zwischen Oberin (Kristín Einarsdóttir Mäntylä) und Vorsteherin (Franziska Hiller) hat seine Ursachen weniger im Diskurs über die außer Kraft gesetzten Ordensregeln als im Wetteifer um die Publikumsgunst.

Die durch Leben und Erfahrung unterschiedlich gegerbten Charaktere sind feinsinnig modelliert. Schwester Amnesia (Felicitas Wrede), liebenswerter Unruheherd aufgrund geringfügiger geistiger Defekte, und Schwester Maria Leo (Charlotte de Montcassin) mit den Neigungen zum klassischen Tanz gleichen sich in Sanftmut und Charme.

Erwachen junger Talente

Schwester Robert Anne (Florence Pettet) hat nach einer katastrophalen Kindheit offenbar den inneren Frieden gefunden und ihre Energie bewahrt. Dem leuchtenden Ensemble fliegen die Herzen der Zuschauer zu, die mit etwas Glück sogar Kleinigkeiten gewinnen können: zum Beispiel einen Radiergummi für das persönliche Sündenregister.

Das richtige Stück also für eine Hochschulproduktion, deren Stärken weniger in den Gesangsleistungen liegen als zunehmend in Improvisation. Dieser „Non(n)sense“ ist kein Abend abgebrühter Bühnenroutiniers, sondern ein Erwecken und Erwachen junger Talente.

Weitere Aufführungen: Montag und Dienstag, 20 Uhr, Dittrichring 21, Dach der Blackbox (Innenhof), Restkarten (7,50/5,50/2,50 Euro) unter Tel. 0341 2144615 (13–15 Uhr) und an der Abendkasse

Von Roland H. Dippel

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