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Kultur Regional Sinn fürs Zeitgenössische: Leipziger Dirigent Gert Bahner mit 89 Jahren gestorben
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18:01 10.12.2019
Der Dirigent Gert Bahner(1930–2019). Quelle: Helga Wallmüller
Leipzig

Mit Gert Bahner ist am Montag ein bekannter deutscher Dirigent im Alter von 89 Jahren in Leipzig gestorben. Am 26. März 1930 in Neuwiese im Erzgebirge als Sohn eines Schlosser-Ehepaares geboren, fiel der Knabe schon in der Grundschule durch seine hohe Musikalität auf. Sein Rüstzeug als Orchesterleiter holte er sich zwischen 1949 und 1954 an der Leipziger Musikhochschule. Einer seiner Lehrer war der Pianist und spätere Rektor Rudolf Fischer. Seine erste Anstellung als Solorepetitor hatte er an Walter Felsensteins Komischer Oper in Berlin. Wohin er nach Intermezzi als musikalischer Oberleiter und Generalmusikdirektor in Potsdam und Karl-Marx-Stadt 1965 als Erster Kapellmeister zurückkehrte und bis 1973 dort als Musikalischer Oberleiter wirkte.

In Leipzig wirkte er ab 1973

Bahner engagierte sich insbesondere für das zeitgenössische Musiktheater. Er brachte mehrere Opern von Siegfried Matthus – „Der letzte Schuß“ sowie „Noch ein „Löffel Gift, Liebling?“ – zur Uraufführung. In Leipzig, wo er ab 1973 wirkte, hob er Fritz Geißlers „Der Schatten“ und die DDR-Erstaufführung von Udo Zimmermanns „Die wundersame Schustersfrau“ aus der Taufe.

Sein Debüt an der Leipziger Oper gab Gert Bahner am Pult des Gewandhausorchesters bei Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ in der kongenialen Inszenierung vonJoachim Herzund in der außergewöhnlichen Ausstattung von Rudolf Heinrich. In ihrer Konzeption beleuchteten beide die gesellschaftliche Entwicklung der Menschheit bis hin zur Herrschaft des Geldes mit dem dann im Bühnenbild erscheinenden beeindruckenden Brüsseler Justizpalast als Walhalla. „Rheingold“ – Premiere war am 7. April 1973. Am 28. März 1976 hob sich der Vorhang zur abschließenden „Götterdammerung“.

Er setzte auf Leichtigkeit und Transparenz

Die Leipziger hatten das Mammut-Unternehmen fast ohne singende Gäste, nur mit dem eigenen Ensemble gestemmt. Auch wenn nicht alle Alt-Wagnerianer bei Bahners Dirigaten – er setzte auf Leichtigkeit und Transparenz – in pures Verzücken gerieten, der schmale, sich nie selbstbeweihräuchernde Meister leistete eine vorzügliche, der Inszenierung angepasste Arbeit. Sigrid Kehl (90) schwärmt noch im Alter, wie sie mit Hilfe dieses Generalmusikdirektors am Pult, der die Klippen der Partie der Brünnhilde bestens kannte, diese kräftezehrende Rolle meistern konnte.

Abschied mit Mozarts „Idomeneo”

Aus der Fülle seiner Leipziger Arbeiten, darunter fast alle Mozart-Opern, Verdis „Macbeth“, Strauss’ „Elektra“, ragen Alban Bergs „Wozzek“ sowie Dessaus „Verurteilung des Lukullus“ heraus. Mit Mozarts „Idomeneo” verabschiedete sich der Chef im Oktober 1987 aus Leipzig. Sein besonderes Verdienst war es, durch intensives Proben manch jungem Künstler nach dem Studium den Weg auf die Bühne zu ebnen. Die Sänger Adelheid und Christian Vogel oder Bettina Denner profitierten davon.

Mehrere Jahre unterrichtete Gert Bahner an der Leipziger Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Mit Kunstpreisen der DDR und der Stadt Leipzig wurden seine Verdienste um die Musik gewürdigt. Gastspiele zwischen Moskau, Wien und Havanna vervollständigten sein Lebenswerk.

Von Rolf Richter

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