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Kultur Regional Sommerlicher Auftakt zum Schmunzeln und Nachdenken
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14:14 07.07.2019
Viel Platz unter bunten Lampions: Der Hörspielsommer 2019 ist eröffnet, lockt noch bis zum Sonntag in den Wagnerhain Leipzig. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Bunt verschnörkelte Lettern auf einer kleinen Litfaßsäule verkünden am Samstag, dass der beliebte Leipziger Hörspielsommer in die nächste Runde gestartet ist. „Die Veranstaltungsreihe gibt es schon länger als uns“, verkündet die diesjährige Kinder- und Jugendjury. Zum 17. Mal wird die Woche ausgerichtet, in der sich unterschiedliche Menschen am grünen Richard-Wagner-Hain zusammenfinden, um den spannendsten und bewegendsten Geschichten zu lauschen.

Auch an rustikalen Sitzgarnitiuren kann dem umfangreichen Programm an Hörspielen gelauscht werden . Quelle: Andre Kempner

Der Nachmittag gehört bei dem schönen Wetter allein den Kindern. Auf der großen Wiese am Elsterufer wird geflogen, in andere Zeiten gereist, Weihnachten im Sommer gefeiert und besonders viel ermittelt. Denn: Den jungen Spürnasen scheinen es aufregende Krimis besonders angetan zu haben. Für kurze Geschichten sitzen sie mit geöffneten Mündern auf Papas Schoß oder toben unter freiem Himmel mit Mama auf der Picknickdecke. Am Ende werden schon die ersten Gewinner gekürt. Schließlich sollen auch in diesem Jahr viele Preise verliehen und die kreativsten Werke ausgezeichnet werden.

Wiese zum Auftakt voll besetzt

Eine Woche lang ist das Spektakel zu hören. Die Ehrenamtlichen des Leipziger Vereins Hörspielsommer zermarterten sich dafür ein Jahr lang die Köpfe, um das Publikum erneut erfolgreich mit ihrem Programm zu fesseln. „Wir haben Workshops veranstaltet und uns in Teams getroffen“, erzählt Lukas Wortmann, der neue Vorsitzende der Gruppe. „Es rührt auch ein bisschen zu sehen, was man mit ehrenamtlicher Arbeit alles auf die Beine stellen kann.“ Dabei schweift sein Blick über die vollbesetzte Wiese mit den bunten Lampions, die im Wind schaukeln.

Der Vorstand vom Hörspielsommer bei der Eröffnung: v.l. Stefanie Herz, Hanni Ruban, Lukas Wortmann, Clara Schneider und Antje Boden. Quelle: Andre Kempner

Während sich tagsüber die meisten im Schatten des großen Baumes auf dem Platz zusammenquetschen, verteilen sich die Zuhörer zum Abend hin weitflächiger. Auch wenn der Andrang groß ist, wird es nicht eng. Dabei steht das Abendprogramm an diesem Tag unter dem Motto „Zwischen Menschlichkeiten“, das auch einige Hörlustige die eigenen Beziehungen reflektieren lässt. Carolin Dahms und Henrike Bohl moderieren durch die Stunden: „Wir nehmen heute die Familie als Knotenpunkt in den Blick. Dabei stellen sich Beziehungen oft als unersetzliches Netzwerk heraus.“ Diese Voraussage soll sich bewahrheiten. Wie sehr sich die Zuhörer jedoch letztendlich mit den Geschichten identifizieren, sodass bei einzelnen Passagen der Mund etwas trockener und die Augen feuchter sind, kommt unerwartet.

“Habe Plan, aber noch zu wenig Mut“

In „Die Perfektion in drei Familienbildern“ spricht Nuria Glasauer, Studentin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, von verschiedenen Lebenswelten, die aufeinanderprallen, und (un)bewahrheiteten Vorurteilen – alles in der eigenen Familie. Auf zwei goldlackierten Plastestühlen werden einige Interpreten zu ihren Stücken interviewt. Glausauer wirkt nicht aufgeregt, sondern sicher in dem, was sie macht. Auf die Frage, ob sie sich im Hörspielgenre noch mehr ausprobieren wolle, sagt sie: „Ich habe einen Plan, aber noch zu wenig Mut.“ Ihr erstes Stück hat sie mithilfe eines alten Scharniers, Alufolie und dem Hiphop-Mikrofon ihres Mitbewohners gebastelt. Sie hofft auf das Geld für den erstmalig verliehenen BMW Innovationspreis.

An diesem Abend folgen noch drei weitere, längere Stücke. Sie alle beleuchten eigene Gefühlswelten, die von anderen geformt werden. Manchmal ernst, manchmal zum Schmunzeln und oft beides zusammen. Bis Sonntag findet der Hörspielsommer unter freiem Himmel auf bunten Kissen im trockenen Gras statt. Im Programm sind neben Geschichten auf Band auch Live Acts, Workshops und Radiosendungen. Und auch wenn der Eintritt kostenfrei ist, freut sich die orangefarbene Gießkanne über Spenden.

Von Lotta-Clara Löwener

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