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Kultur Regional „Spielen ist meine Leidenschaft“ – Tara Fischer aus Leipzig ist am Sonntag im ZDF zu sehen
Nachrichten Kultur Kultur Regional „Spielen ist meine Leidenschaft“ – Tara Fischer aus Leipzig ist am Sonntag im ZDF zu sehen
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17:33 04.09.2019
Die Leipziger Schauspielerin Tara Fischer. Quelle: André Kempner
Leipzig

Wenn Namen Omen sind, dann ist dieses Vorzeichen eingelöst geworden: Tara. Ein Ort, der bei Cineasten glänzende Augen herbeizaubert. Tara, das ist die schicksalhafte Baumwollplantage nah bei Atlanta (Georgia), auf der das schillernde Lebensdrama von Scarlett O’Hara beginnt: „Vom Winde verweht“. Erst ein Bestseller, dann ein Kinoklassiker (acht Oscars 1940).

„Meine Mutter war hochschwanger, sah den Film, hörte Willkommen auf Tara und sagte: Das ist es“, erzählt Tara Fischer. So hieß sie dann nach dem Sehnsuchtsplatz des Kinos. Dass das nicht ein leeres Versprechen blieb, hatte allerdings weniger mit Glück als mit Energie zu tun.

Spaß am Casting

Alles begann, als Tara Fischer, aufgewachsen in Schleußig, bis 2016 in der International School, Könneritzstraße, bei Pro 7 hörte, dass die Constantin Film für „Wickie und die starken Männer“ ein taffes Mädchen suchte. Sie schickte ein Video und kam bis in die letzte Runde: „Die Rolle habe ich nicht bekommen, aber es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht.“

Also suchte sie mit ihrer Mutter, die im Marketing arbeitet, eine Agentur, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. „Next Generation hat mich tatsächlich genommen, so kam der Stein ins Rollen“, erzählt Tara Fischer sieben Jahre später. Einfach so.

Heiter bis dramatisch

Inzwischen ist die Filmografie erstaunlich rasch gewachsen: 20 Produktionen, in ein paar Hauptpartien. Eine davon ist ihre Lieblingsrolle: „Ionela“, ein zehnminütiger Kurzfilm, abrufbar über die ARD-Mediathek. Tara Fischer ist eine junge Rumänin, die zur Prostitution gezwungen wird – und musste mit Akzent sprechen. Eine Rolle, die sie forderte. Eine von der Sorte, die ruhig mehr kommen könnten: „Extreme Sachen, die nichts mit einem selbst zu tun haben, die sind wirklich spannend.“

Das Genre ist dabei egal, gedreht hat Tara Fischer bisher ohnehin alles – vom Heiteren bis zum Dramatischen. Was ihr entgegenkommt: „Der Spaß am Schauspielen ist, dass man alles sein kann. Nur Komödien zu machen, das wäre mir nicht genug.“

So hat sie dann mit den Lochis „Bruder vor Luder“ gedreht, war bei Til Schweigers „Klassentreffen 1.0“ dabei und im ZDF-Krimi „Walpurgisnacht – Das Mädchen und der Tod“, hat zwei Folgen von „Dark“, der deutschen Netflix-Serie, gedreht und zwei Folgen von „In aller Freundschaft“ und war zuletzt in „Der Fall Collini“, der Ferdinand von Schirach-Adaption, auf der Leinwand zu sehen.

Stark im Kleinen

Im Barcelona-Krimi der ARD ist Tara Fischer bei jedem neuen Fall dabei – als Tochter der Kommissarin Valent (Anne Schäfer). Im November steht sie nach jetziger Planung in Spanien wieder vor der Kamera.

Inzwischen hat sich Tara Fischer an drei Schauspielschulen beworben – und drei Ablehnungen bekommen. Begründungen: Sie könne keine Bühnen füllen. Was gar nicht ihre Absicht ist: „Das Kleine, das Natürliche, darin, glaube ich, liegt meine Stärke.“

Die Arbeit vor der Kamera sei ihre Passion – ohne dass sie ausschließen möchte, irgendwann mal Theater zu spielen. So hat sie dann einen Workshop in Berlin bei Sigrid AnderssonsTankstelle“ belegt. „Es ging darum, Emotionen und Körper zu verbinden“, erzählt Tara Fischer, „Gefühle ganz natürlich zu zeigen und authentisch vor einer Kamera zu spielen“.

In der Welt von Inga Lindström

Die größte Hürde, über die man am Set kommen müsse, so die Erfahrung der 21-Jährigen, seien lange Pausen: „Da muss man sich konzentrieren, um in die alte Emotion wieder zurückzukommen.“

Viel Zeit beim Dreh gibt es nicht. Alles ist in den letzten Jahren sehr viel schneller geworden. Auch in Schweden, wo das ZDF die gemächlich-gemütliche Welt von Inga Lindström bebildert. Im noch kühlen Mai war Tara Fischer zum zweiten Mal in Nyköping dabei, am Sonntag (8. September) läuft „Klang der Sehnsucht“ im Zweiten.

Sie ist Lene, Tochter einer Dirigentin (Stephanie Stumph). Was Lene nicht weiß, da sie bislang als deren Schwester galt. Ihre Großmutter spielt die gestandene Marion Mitterhammer. „Sie blieb immer natürlich und unangestrengt in dem ganzen Trara“, erinnert sich Tara Fischer. „Zu mir hat sie, nachdem wir uns mal lange über die Branche unterhalten haben, gesagt: Mach weiter – und bleib so wie du bist.“

Rückkehr nach Leipzig

Sehr gefallen hat Tara Fischer bei den Dreharbeiten, dass Regisseurin Stefanie Sycholt vor mancher Szene Übungen zur Lockerung machen ließ: „Damit konnte man sich immer sehr gut eingrooven.“ Wenn Lene allerdings segelt, dann ist das getürkt. Tara Fischer hat zwar mit 13 mal einen Segelschein begonnen, dann aber bald das Interesse verloren. Da sie nichts behalten hatte, musste der Hafenmeister bei den Segeleinstellungen einspringen.

Schweden war nicht die bislang erste Reise, die Tara Fischer für einen ihrer Filme gemacht hat. So war sie bereits in Spanien und für „Vergissmeinnicht“ aus der Katie-Fforde-Reihe des ZDF in Massachusetts und Boston: „Reisen ist ein schöner Bonus, gedreht wird dann ja auch immer an traumhaften Orten.“ Berlin war das für Tara Fischer weniger. Im letzten Jahr hat sie dort gewohnt, in einer Lichtenberger WG. Das war aber nicht so berauschend: „Man denkt als Schauspieler ja immer, man muss in Berlin und nah dran sein.“

Dabei ist Leipzig gar nicht so weit weg für einen Berliner Casting-Termin. Allerdings hat die Rückkehr in die Heimatstadt auch noch einen anderen Grund: Am 1. Oktober startet Tara Fischer ihr Jura-Studium in Leipzig. „Das interessiert mich schon immer“, sagt sie. Hängt wohl mit ihrem Vater zusammen, einen Anwalt. Das Filmen endet damit aber nicht: „Spielen ist meine Leidenschaft und mein Traum – und der geht weiter.“ Dann dauert das Studium eben ein bisschen länger.

Von Norbert Wehrstedt

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