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Kultur Regional Tausende zum Frühjahrs-Rundgang in der Leipziger Spinnerei erwartet
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09:20 26.04.2019
Die Kuratoren Michael Arzt (HALLE 14, Leipzig) und Elham Khattab (Out of the Circle, Kairo) stellten am Donnerstag die neue Ausstellung in Halle 14 vor. Sie wird beim Spinnerei- Rundgang am Samstag eröffnet. Auch am Sonntag haben alle Galerien und Kunstorte geöffnet. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Jaja, der Islam. Der hatte ja keine Aufklärung. Das weiß nicht nur der Stammtisch, an dem deren Errungenschaften gerne übersehen werden, sondern gilt auch in TV-Talks gemeinhin als gesetzt. Wer sich seine Vorurteile durchrütteln lassen und auf neue Gedanken kommen will, ist wie eigentlich immer in Halle 14 der Leipziger Spinnerei gut aufgehoben. Zum Galerien-Rundgang an diesem Wochenende wird dort die Ausstellung „Vergessene Aufklärungen. Unbekannte Geschichten über den Islam in der zeitgenössischen Kunst“ eröffnet. Zu sehen sind Arbeiten von 16 Künstlern aus Ländern wie Marokko, Iran oder Indonesien. Die Schau ist ein Kooperationsprojekt des Kunstraums Halle 14 und der künstlerisch-sozialen Initiative „Out f the Circle“ in Kairo.

Re-Inszenierung historischer Mordfälle

Die iranische Künstlerin Azadeh Akhlaghi etwa re-inszeniert in der Fotoserie „By an Eye-Witness“ Morde an bekannten iranischen Persönlichkeiten – und fragt damit um die Ecke, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn diese Taten nicht passiert wären. Eine mit Härte auferlegte Religion und erzwungene Verschleierung seien wertlos, sagte der linksliberale Ajatollah Mahmud Taleghani. Im September 1979, dem Jahr der Islamischen Revolution im Iran, starb er. Schon bald gab es den Verdacht, er sei vergiftet worden. Zwei Tage später sprach sich die Expertenversammlung für die Einführung der Theokratie aus.

Die Ausstellung in Halle 14 ist eine der wenigen, die zum Spinnerei-Rundgang neu eröffnen. Fast alle anderen laufen bereits seit dem 6. April. Ein Termin der – synchronisiert mit dem überregionalen Kunstmarkt – eher das Fachpublikum ansprechen sollte. Und es auch tat. „Wir hatten viel europäisches Fachpublikum hier“, sagt Arne Linde von der Galerie ASPN, die eine sehr persönliche Ausstellung von Grit Hachmeister unter dem Titel „Ach“ zeigt. Insgesamt seien in den vier Stunden Tausende gekommen, so Linde. An diesem Wochenende dürften es trotz Rundgangs-untypischem, nämlich durchwachsenen Wetter noch erheblich mehr sein.

„You are here“

Vorbeigehen sollte man nirgends, besonders vielleicht an der Werkschauhalle 12 nicht. Dort wird die Sammlung des im Rheinland lebenden Immobilienunternehmers Florian Peters-Messer vorgestellt. Unter dem Titel „You are here“ sind rund 40 Positionen zu sehen, „die sich auf unterschiedliche Weise mit den politischen, gesellschaftlichen und soziologischen Gegebenheiten unserer Zeit auseinandersetzen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Auch hier ist also Aufklärung angesagt.

Rundgang in der Leipziger Spinnerei (Spinnereistraße 7): Samstag 11–20, Sonntag 11– 16 Uhr

Tapetenwerkfest (Lützner Straße 91): Freitag, 17– 24 Uhr, neue Ausstellungen und offene Ateliers

Von Jürgen Kleindienst

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