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Kultur Regional Sterndeutung statt Spurensuche bei der LVZ-Kriminacht
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19:00 04.03.2019
Ostfriesenische Wirklichkeit: Klaus-Peter Wolfs Krimis spielen an der Nordseeküste. Seine Kinderbücher auch. Quelle: Ingo Wagner/dpa
Leipzig

Ob Krimi-Fans diese These teilen? „Kriminalromane und Kinderliteratur ergänzen sich gut“, sagt Iva Procházková. „Wenn ein Autor für Kinder und Jugendliche schreibt, muss er die Geschichte wirklich gut durchdenken. Es muss Spannung da sein, Humor und Gefühl. Das Kind will beim Lesen etwas empfinden, es will sich mit etwas identifizieren, sich auch fürchten. Beim Lesen von Kriminalromanen ist es ähnlich.“

Die Schriftstellerin weiß, wovon sie spricht. Sie wurde unter anderem mit dem Österreichischen Jugendbuchpreis ausgezeichnet, erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis. Als ihre Kinder aus dem Hause waren, wechselte sie zu Büchern für Erwachsene; auf der Leipziger Buchmesse (21.–24. März) vertritt sie das Gastland Tschechien mit dem Kriminalroman „Der Mann am Grund“, aus dem sie auch bei der LVZ-Kriminacht am 22. März im Medienhaus am Peterssteinweg liest.

Iva Procházková. Quelle: David Konecny

Der „Mann am Grund“ – das ist Osvald, ein Polizist, der seine Stellung nutzt, um Sex, Drogen und mehr zu erpressen. Der Grund – das ist der Boden eines gefluteten Steinbruchs, auf dem er ermordet in seinem Auto gefunden wird.

Sein Doppelleben hat dem korrupten Beamten viele Todfeinde beschert, entsprechend groß ist der Kreis der Verdächtigen, mit denen sich der Prager Kommissar Marian Holina befassen muss. Und auch die haben alle ihre dunklen Seiten. Eine Gemengelage, die der Kriminalist auf ungewöhnliche Art zu durchdringen versucht: Er lässt sich von einer Astrologin beraten. Sterndeutung statt Spurensuche, das ist eine der Facetten, die diesem Krimi-Import aus Prag seinen besonderen Reiz verleihen.

Iva Prochazkova: Der Mann am Grund, Verlag braumüller; 445 Seiten, 19 Euro Quelle: Verlag braumüller

Für die These, dass sich Kinder- und Spannungsliteratur aus einer Feder wunderbar ergänzen, könnte der Stargast der Lesung als Kronzeuge gelten: Klaus-Peter Wolfs Ostfriesen-Krimis stürmen regelmäßig die Bestseller-Listen, haben eine Auflage von zehn Millionen erreicht. Aber auch seine Kinder-Krimis, etwa rund um die Nordsee-Detektive Emma und Lukas, finden ihr begeistertes Lese-Publikum.

Wolfs Romane haben ebenfalls eine Besonderheit: Er nennt Lokale und Cafés, Straßen und Plätze beim Originalnamen, auch die meisten handelnden Menschen gibt es in der ostfriesischen Wirklichkeit, vom Journalisten Holger Bloem bis zu Wolfs Ehefrau Bettina Göschl. In den Ostfriesen-Krimis ist sie die Nachbarin der Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen.

Die und deren Kolleginnen und Kollegen aus der Nordener Mordkommission entspringen allerdings der kriminellen Fantasie des Autors. Ebenso wie natürlich die Täter: Im neuesten Buch, der „Ostfriesennacht“, ist das ein Mann, der Frauen in ihren Ferienwohnungen umbringt. Alle Opfer hatten ein Tattoo. Als Klaasen diese Gemeinsamkeit erkennt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie muss den Serienkiller entlarven, bevor er wieder zuschlägt ...

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesennach. Kriminalroman. Fischer-Taschenbuchverlag; 475 Seiten, 10,99 Euro Quelle: fischer Verlage

Ganz ohne Kommissare kommt ein weiterer Gast der Krimi-Nacht aus. Mit „einer wird sterben“ beweist Wiebke Lorenz, dass ein Thriller auch ohne die üblichen Kriminal-Zutaten bis zum Zerreißen spannend sein kann. Und schließlich dabei: Der Leipziger Autor Alex Pohl, der vom erfolgreichen Selfpublisher zum klassischen Buchautor um- und aufgestiegen ist.

LVZ-Kriminacht zur Leipziger Buchmesse mit Iva Procházková, Klaus-Peter Wolf, Wiebke Lorenz und Alex Pohl: am 22. März, Kuppelsaal im Medienhaus am Peterssteinweg 19; Restarten für 18/15 Euro (15/12 Euro für LVZ-Abonnenten) gibt es in der Ticketgalerie Leipzig (LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19; Barthels Hof, Hainstr. 1), in allen LVZ-Shops, unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 2181050 und auf www.ticketgalerie.de

Von Hartwig Hochstein

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