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16:33 16.09.2019
Probe der Gewandhaus-Jugendchores unter Leitung von Frank-Steffen Elster. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die 19 jungen Frauen und 17 jungen Männer auf dem Podium des Mendelssohn-Saales sind gleich alt oder nur wenig jünger als Clara Wieck, als diese mit 21 Jahren und erreichter Volljährigkeit sofort Robert Schumann heiratete. Im Liederzyklus „Liebesfrühling“, in Roberts mit viel „Frühlingssehnsucht“ aufgeladener erster Sinfonie oder in seinem Klavierzyklus „Album für die Jugend“ feierte das Paar Glück, Eintracht und Liebe. Auch die Chorsätze von Clara und Robert Schumann fallen in die Sphären von echter oder erkämpfter Jugendlichkeit, Aufbruch und nur selten in romantische Ferne gerückte Perspektivenwechsel.

Schmales Schaffen

Das Schaffen Clara Schumanns für A-cappella-Chöre ist schmal und wird deshalb mit Werken anderer Protagonisten des musikalischen Leipzig um 1840 ergänzt: Zum Beispiel mit der Eichendorff-Vertonung „Sängerfahrt“ des gegenüber komponierenden Frauen recht skeptischen Thomaskantors Moritz Hauptmann und weiteren Eichendorff-Gesängen der Berlinerin Fanny Hensel, die durch ihren Bruder Felix Mendelssohn auch zu Leipzig gehört und als Komponistin den gleichen Vorurteilen ausgesetzt war wie Clara Schumann, die sich in ihren „Drei gemischten Chorgesängen nach Gedichten von Emanuel Geibel“ für Strophen eines heute nicht mehr als erstrangig betrachteten Dichters entschieden hatte.

Großartig

Die Sängerinnen und Sänger folgen fast telepathisch den mit kleinen Gesten und kaum merkbaren Lippenzuspitzungen geäußerten Hinweisen ihres Leiters Frank-Steffen Elster, der beim Dirigieren auf die unerschütterliche Sicherheit des Ensembles zählen und sich deshalb den feinen bis filigranen Akzenten der Gestaltung widmen kann. Der Gesamtklang baut auf den tieferen Männerstimmen auf. Die Diktion ist von idealer Deutlichkeit und bleibt frei von den vokalen Fluss hemmenden Überbetonungen. Gleichzeitig liefert der Gewandhaus-Jugendchor mit hochprofessioneller Intonationsreinheit und Transparenz genau jenen Kick ins spielerisch Artifizielle, welcher volksliedhaft anmutende Sätze wie Robert Schumanns „Mich zieht es nach dem Dörfchen hin“, Fanny Hensels „Abendlich schon rauscht der Wald“ oder Felix Mendelssohns „Im Grünen“ zu echten Schmuckstücken macht. Großartig.

Temporäre Verstimmung

Kurze Rezitationen werfen Schlaglichter auf Claras Leben jener Jahre: Allerdings nicht auf den straffen Organisationsplan, den ihre Konzerttourneen und die wachsende Familie erforderten. Schatten dieser Leipziger und Dresdner Szenen einer weitgehend glücklichen Ehe bleiben an diesem Spätsommervormittag fast ganz fern: Im Vordergrund stehen mit nur einer Ausnahme, bei der eine temporäre Verstimmung des Paars aufblitzt, die vielen Koseformen, mit denen Robert Schumann jeden Alltag seiner Clara zum Sonntag machen wollte. Beglückter Applaus.

www.clara19.de

Von Roland H. Dippel

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