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Kultur Regional Leipziger Galerist Hieronymus Wachter stirbt nach Leitersturz
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14:22 25.02.2019
Der Leipziger Galerist Hieronymus Wachter (1976-2019). Quelle: Tobias Wachter / Galerie Irrgang
Leipzig

Bestürzung in der Leipziger Kunstszene über den Tod von Hieronymus Wachter – der Inhaber der Galerie Irrgang stürzte am 14. Februar von einer Leiter und erlitt schwere Kopfverletzungen. Das Unglück ereignete sich, als Wachter ein schweres Bild in der Galerie am Dittrichring aufhängen wollte. Er verlor dabei das Gleichgewicht und fiel drei Meter tief. Die Mitarbeiter leisteten sofort Erste Hilfe und riefen einen Rettungswagen. Die Leipziger Polizei bestätigte am Montag, dass der 42-Jährige am 20. Februar seinen Verletzungen in der Klinik erlag. Der Unfall passierte bei der Vorbereitung einer Ausstellung der HGB-Profesorin Annette Schröter und ihren Schülern. Ab 22. Februar sollten eigentlich Arbeiten von Rolf Münzner gezeigt werden. Wachter lebte seit dem vergangenen Jahr in Erlln bei Colditz im Muldentalkreis. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Die Galerie Irrgang veröffentlichte auf ihrer Website einen Nachruf der Kunsthistorikerin Christine Dorothea Hölzig, in dem sie Wachter als einen wachen, engagierten und vorausdenkenden Galeristen beschreibt, der in Leipzig viel bewegt habe: „Er hinterlässt eine Lücke, die noch gar nicht zu beschreiben ist.“

Galerie für mittlere Generation der „Leipziger Schule“

2007 hatte Wachter die Galerie Irrgang zusammen mit seinem Geschäftspartner Dirk Bolmerg am Thomaskirchhof eröffnet, 2011 zogen sie in die Räumlichkeiten am Dittrichring. Die Galerie, für die Wachter die künstlerische Leitung innehatte, spezialisierte sich auf die mittlere Generation der „Leipziger Schule“ sowie auf zeitgenössische Kunst aus dem Osten – dabei hielt der Wahl-Leipziger Wachter stets einen engen Draht zu den hiesigen Künstlern und sorgte dafür, dass ihre Werke auch außerhalb der Messestadt gezeigt wurden.

Hieronymus Wachter hat sich damals ganz gezielt dafür entschieden, mit seiner Galerie in die Innenstadt zu gehen“, sagte Hölzig, die mit der Galerie eng verbunden ist, der LVZ. Neben gestandenen Künstlern wie Volker Stelzmann, Doris Ziegler und seinem Vater Andreas Wachter seien immer wieder auch ganz junge Künstler gezeigt worden, so Hölzig. Das Galeriekonzept sei offen, die gezeigten Positionen seien aber eher realistisch gewesen. „Da Wachter auch als Kunsthändler tätig war, hatte er immer wieder Einblicke in private Sammlungen.“ So präsentierte die Galerie etwa 2016 Bilder von Max Pechstein oder 2018 „Popart in Leipzig“ mit Werken von Alex Katz, Julian Opie, Mel Ramos und Andy Warhol.

Galerie mit ehemaligem Chef von Mäc Geiz

Neben dem Standort in Leipzig besitzt die Galerie eine weitere Dependance in Berlin, die von Wachters Bruder Tobias geführt wird. Die beiden stammen aus einer Künstlerfamilie, Vater Andreas und Mutter Christiane sind beide als Maler tätig. Hieronymus Wachter wurde so von klein auf zu einem Beobachter des Ausstellungsbetriebs. Zunächst studierte er Jura, absolvierte nach seinem Referendariat ein Praktikum beim Auktionshaus Lempertz und bewarb sich als juristischer Berater beim Discounter „Mäc-Geiz“, dessen ehemaliger Geschäftsführer Dirk Bolmerg ist.

Kunsthistorikerin Hölzig verabschiedet sich in ihrem Nachruf mit persönlichen Worten von dem beliebten Galeristen: „Hieronymus Wachter wird uns fehlen. Sein fachliches Wissen, sein Engagement, seine Ideen, sein Einsatz für die Kunst und die Kunstschaffenden, sein Anpacken, seine Stimme, seine Haltung… Der Familie ist tief empfundenes Beileid auszusprechen. Mit ihr trauern sehr viele um den Freund, den Kenner, den Förderer, den Menschen. Farewell.“

Von Maximilian König

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