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Kultur Regional Tschechische Nationaloper Brünn mit Janáceks „Jenufa“ in der Oper Leipzig zu Gast
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18:14 16.10.2019
Szene aus Martin Glasers Brünner "Jenufa-Inszenierung". Quelle: Nationaltheater Brünn
Leipzig

Gut ein Jahr lang hat sich Tschechiens Kultur in Leipzig präsentiert: Beim Opernball 2018 fing es an, und in der Oper endet es auch wieder: Am 8. November mit einem Gastspiel des Nationaltheaters „Leos Janácek“ Brünn. Solisten, Chor und Orchester kommen mit „Jenufa“, der dritten Oper des großen Mähren, der 1880/81 auch am Leipziger Konservatorium studierte. „Es waren nur vier Monate“, räumt Leipzigs Opernintendant Ulf Schirmer ein, „und auch anderswo hat es der Student Janácek nicht viel länger ausgehalten. Er war einfach nicht kompatibel zum akademischen Leben. Er war ein Feuerkopf, ein Komponist, der alles sagen wollte – und zwar sofort“.

Musikalische Dringlichkeit

Tatsächlich zeichnet sich auch der 1903 komponierte Dreiakter „Jenufa“ durch eine Dringlichkeit aus, die das Drama beinahe atemlos durch die knapp zwei Stunden trägt. Wie kein anderer Komponist gewann Leos Janácek seine Melodien und seine Rhythmen aus der Sprache. Aus dem Tschechischen und den Dialekten Mährens, dessen Hauptstadt Leipzigs Partnerstadt Brünn, darum funktionieren seine Opern im Grunde nur in der Originalsprache, die naturgemäß bei den Sängerinnen und Sängern der Nationaloper Brünn bestens aufgehoben ist.

„Praktisch identische“ Bühne

Rund 200 Personen machen sich für das Gastspiel auf den Weg an den Augustusplatz – und finden dort vertraute erstklassige Arbeitsbedingungen vor. Denn das 1965 eröffnete Opernhaus Brünn wurde deutlich inspiriert vom fünf Jahre älteren Bau in Leipzig. „Schon von außen sind die Ähnlichkeiten beeindruckend“, sagt Jirí Herman, Künstlerischer Direktor der Janácek-Oper Brno, „aber innen, die Bühne und die Technik – das ist praktisch identisch“. Damit verfügt die Nationaloper über die größte Bühne Tschechiens, und die Inszenierung des Intendanten Martin Glaser auf Martin Pavel Boráks Bühne muss nicht erst noch angepasst werden an die Leipziger Verhältnisse.

„Im Kreis der Besten“

Am Pult des Nationalorchesters Brünn steht Marko Ivanovic. Der 43-Jährige ist Generalmusikdirektor des Nationaltheaters und vor allem als Janácek-Dirigent international gefragt. In Brünn, wo Janácek einen großen Teil seines Lebens verbrachte, hält Martin immer mindestens zwei seiner Opern im Spielplan. In der kommenden Saison wird es eine Neuproduktion von „Jenufa“ geben, die dann Glasers Inszenierung von 2015 ersetzt. Dessen Brünner Janácek-Festival ist kürzlich mit einem International Opera Award ausgezeichnet worden. Für Martin Glaser Anlass genug für die Diagnose: „Das Nationaltheater Brno ist mit diesem Festival in den Kreis der besten Künstler und Ensembles der ganzen Opernwelt aufgestiegen.“

Lückenschluss im Repertoire

Das Leipzig-Gastspiel ist folglich ein würdiger Abschluss des tschechischen Kulturjahres in Leipzig. Programmkoordinator Martin Krafl sieht sein Konzept bestätigt: „Ursprünglich sollte es nur um den Auftritt Tschechiens als Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 gehen. Aber wir haben relativ schnell entschieden, die Mittel zu nutzen, um die tschechische Kultur auch jenseits der Literatur zu präsentieren.“ Und eine Lücke im Leipziger Opernspielplan zu schließen: Die letzte hiesige „Jenufa“-Produktion liegt elf Jahre zurück: 2008 feierte die Inszenierung Dietrich Hilsdorfs am Augustusplatz Premiere. Immer wieder ließ Ulf Schirmer die Möglichkeit einer Wiederaufnahme prüfen, „aber das Ergebnis war immer gleich: Diese Produktion ist so aufwendig und kompliziert, dass wir mit dem gleichen Aufwand und fürs gleiche Geld auch gleich eine Neuproduktion machen können.“

„Jenufa“ in der Oper Leipzig (in tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln): 8. November, 19 Uhr, Karten (17 bis 79 Euro) gibt es unter anderem in der Ticketgalerie Leipzig (LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19; Barthels Hof, Hainstraße 1), unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 2181050, unter 0341 1261261 sowie an der Opernkasse.

Von Peter Korfmacher

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