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13:08 02.09.2019
Die Sanierung der Musikalischen Komödie in Leipzig läuft auf Hochtouren. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Der Zuschauerraum der Musikalischen Komödie in Lindenau ist derzeit kaum wiederzuerkennen. Die Sitzreihen wurden entfernt, alle Scheinwerfer ausgelagert, an der Stelle des Orchestergrabens klafft ein fast drei Meter tiefes Loch. Nur die Decke sieht noch so aus, wie die Besucher sie seit 1993 kennen: ungestrichen.

Der Umbau der Musikalischen Komödie liegt gut im Zeitplan

„Man hat die Decke nach der ersten Sanierung 1993 absichtlich so gelassen, um zu zeigen: Wir sind noch nicht fertig“, erzählt Frank Schmutzler, der Technische Leiter der Musikalischen Komödie, über die ersten Umbaumaßnahmen nach der Wiedervereinigung. Damals wurde eine Zwischendecke entfernt, um den Blick auf die halbrunde Betondecke von 1913, dem Baujahr des meist MuKo genannten Musical- und Operettenhaus der Leipziger Oper, freizulegen.

Eigentlich sollte 1995 weiter saniert werden

In einer zweiten Sanierungsphase sollte ab 1995 der Zuschauerraum umgestaltet werden. „Es hat dann doch etwas länger gedauert“, bemerkt Schmutzler. Verhindert wurde die Umsetzung der großen Pläne durch fehlende Finanzierungsmöglichkeiten, erst 24 Jahre später konnte die zweite Phase beginnen.

Frank Schmutzler, Technischer Leiter Muko, (l.) und Betriebsdirektor Torsten Rose stehen im entkernten Zuschauerraum in der Dreilindenstraße. Quelle: Dirk Knofe

Dafür gehen die Arbeiten seit Anfang Juli plangemäßvoran, obwohl ein Hitzerekord nach dem anderen die Handwerker plagt. 150 Tonnen Schutt wurden bereits aus dem Inneren der MuKo abtransportiert. Die Bühne wurde vorsichtshalber durch Spanholzwände vor Staub geschützt, nur ein schmaler Gang führt bis nach draußen auf den Parkplatz.

Der Architekt recherchierte im Orchestergraben

Betriebsdirektor Torsten Rose freut sich, dass vor allem ein dringendes Bedürfnis des Hauses endlich Form annimmt: der höhenverstellbare Orchestergraben. „Bisher war der eigentlich auf falscher Höhe angebracht, das war für die Akustik des Raumes schwierig“, erklärt er. Derzeit gibt der Spalt vor der Bühne den Blick auf alte Kellerfundamente frei, in denen früher die Garderoben der Musiker untergebracht waren. Bis zur geplanten Fertigstellung im November 2020 soll sich der Orchestergraben vom Boden aus bis zu 2,80 Meter nach oben fahren lassen.

Um die beste akustische Lösung zu finden, hat sich der leitende Architekt Wolfgang Brauer aus dem Leipziger Planungsbüro „Pbs Architekten“ bei verschiedenen Aufführungen selbst in den Orchestergraben gesetzt. „Aufgrund der langen Planungsphase hatten wir viel Zeit, die Details zu besprechen“, sagt Frank Schmutzler.

Mehr Besucher sollen bequemer Platz finden

Auch im Bereich Sitzkomfort stehen große Veränderungen bevor. Derzeit ragt die seit Jahrzehnten aus baulichen Gründen gesperrte Empore noch in den leeren Zuschauerraum. Die Zuschauer-Traverse wird in Zukunft bis zum Ende des Saales gleichmäßig ansteigen und sich dabei verbreitern. Nur im vorderen Bereich bleiben zwei Emporen für Licht und andere Technik erhalten. Der dazugewonnene Platz wird genutzt, um mehr Besuchern bequemeren Platz zu bieten. Statt der bisherigen 529 Besuchen finden ab Herbst kommenden Jahres 640 im Zuschauerraum Platz. Auch neu ist, dass der Tonmeister künftig mitten im Publikum sitzt.

Quelle: Dirk Knofe

Zudem wird der Zuschauerraum „ökologisch sinnvoll“ klimatisiert. Die Löschwasservorräte, die im ehemaligen Heizhaus aus Feuerschutzgründen gelagert werden, dienen bald zur Kühlung des Saales. „Eine echte Erleichterung für Publikum und Ensemble, wir haben hier im Hochsommer manchmal mit offenen Türen gespielt“, erzählt Torsten Rose.

Im begrünten Innenhof sollen Gäste die Pause verbringen können

Der Innenhof, in dem Besucher bald ihre Pausen im Grünen verbringen können, wird derzeit noch von grauem Beton dominiert. Dafür hat die MuKo endlich „zwei schöne Seiten“, wie Frank Schmutzler sagt. Denn die ehemals grau verputzte Hausfassade konnte bereits in der vergangenen Spielzeit durch eine energetische Sanierung aufgewertet werden. Die Begrünung der Außenanlage soll bald folgen.

Das angesetzte Budget von 7,6 Millionen Euro wird das Haus wohl einhalten können. Die Summe stammt etwa zur Hälfte aus Fördermitteln des „Förderprogramms Stadtumbau Ost – Aufwertungsgebiet Leipzig West“, vom Freistaat kommen gut 900 000 Euro, den Rest stemmt die Oper aus Eigenmitteln. „Damit kommen wir gut aus, wir eifern nicht der Elbphilharmonie nach“, sagt Schmutzler.

Vorstellungen wurden für das Westbad extra angepasst

Während in der Dreilindenstraße noch über ein Jahr lang gearbeitet wird, weicht die Musikalische Komödie auf das nahe gelegene Westbad aus. Über den Sommer wurden auch dort die Räume umgestaltet. Es wurde eine Bühne aufgebaut und der Eingang sowie die öffentlichen Bereiche an die Bedürfnisse von Theatermachern und Publikum angepasst. Vier verschiedene Bestuhlungskonzepte erlauben die Aufführung unterschiedlicher Formate. Das farbenfrohe Deckenfresko von Michael Fischer-Art wird das lediglich von der MuKo angemietete Westbad weiter zieren. Eine Art Lichtinstallation soll es während der Vorstellungen jedoch verdecken, damit die Schauspieler die alleinige Aufmerksamkeit genießen können.

Über 20 verschiedene Produktionen, acht davon neu, werden im Westbad aufgeführt in eigens angepassten Spielfassungen. Am 6. September wird die neue Spielzeit um 19 Uhr mit einer Gala im Westbad eröffnet. Die erste Premiere im Westbad findet am 27. September um 19:30 Uhr statt, es wird die Schlager-Revue „Spiel mir eine alte Melodie“ aufgeführt.

Karten (15–39 Euro) und Infos erhalten Sie u.a. bei der Ticketgalerie im LVZ Foyer, Peterssteinweg 19, im Barthels Hof, Hainstr. 1, in unseren Geschäftsstellen, über die gebührenfreie Tickethotline 0800 2181050 auf www.ticketgalerie.de oder an der Opernkasse sowie unter Tel. 0341 1261261.

Von Pia Siemer

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