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Volles Programm bei den 45. Leipziger Jazztagen

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18:31 27.09.2021
Nick Dunston, Jakob Bro Trio und Philippos Thönes (v.l.) sind nur einige der mehr als 30 Acts bei den Leipziger Jazztagen 2021.
Nick Dunston, Jakob Bro Trio und Philippos Thönes (v.l.) sind nur einige der mehr als 30 Acts bei den Leipziger Jazztagen 2021. Quelle: Cristina Marx / Mike Hojgaard / Lukas Diller
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Wie oft wurde dem Jazz schon nachgesagt, dass er tot sei? Ziemlich oft, doch die Schwarzseher haben sich offenbar jedes Mal geirrt, das gut 120 Jahre alte Genre ist nämlich noch quicklebendig. Davon zeugt nun abermals das umfangreiche Programm der Leipziger Jazztage, die in diesem Jahr vom 30. September bis zum 9. Oktober stattfinden. Auftritte von 36 Bands an zwölf Spielorten stehen während dieser zehn Tage auf dem Programmplan.

„Nachdem wir letztes Jahr von Corona ein wenig überrumpelt wurden, hat sich inzwischen ein bisschen mehr Routine bei der Planung eingestellt. Nach wie vor war das aber immer noch nicht einfach“, sagt Esther Weickel vom verantwortenden Jazzclub Leipzig e.V. Zusätzlichen Auftrieb erhielt das Team dank der Auszeichnung zum „Festival des Jahres“ beim ersten deutschen Jazzpreis Anfang 2021. „Transition“, Übergang, Wechsel lautete das Motto im vergangenen Jahr noch, diesmal wird es körperlich: „Body Time“ ist 2021 das Leitmotiv, das mit einem entsprechenden Aufruf für Projektbewerbungen verbunden war.

Einlass nach 3-G-Regel

50 Einsendungen gingen an der Zahl ein, von denen eine Handvoll nun aufgeführt wird. Die Grundidee dahinter: „Wir möchten dazu einladen, mit erhöhtem Reflexionsbewusstsein und geschärften Sinnen die basalen Mechanismen des menschlichen Daseins im Allgemeinen sowie des Musik-Erlebens im Speziellen zu erfahren“ und damit nicht zuletzt auch die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns, der physischen Trennung und dem nun wieder möglichen Zusammenfinden von Menschen zu verarbeiten.

Vorbei ist die Pandemie ja allerdings noch nicht, und so gelten vor Ort die jeweiligen Hygieneregeln der zwölf Spielstätten mit dem 3G-Standard. Dabei sind die Alte Handelsbörse, die Oper, das Schauspielhaus, das Theaterhaus Schille, das Stadtbad, die naTo, Horns Erben, das Werk 2, das UT Connewitz, das Neue Schauspiel sowie die Schaubühne Lindenfels. Und natürlich die Musikalische Komödie, wo das Festival am Donnerstag beginnt.

Ein paar ausgewählte Highlights

Die 45. Ausgabe der erstmals 1976 ins Leben gerufenen Reihe kann dabei zwar nicht mit einem weit über Jazz-Kreise hinaus bekannten Star wie Herbie Hancock, der 2019 vorbeischaute, glänzen, dafür aber mit einem breit gefächerten Programm lokaler, nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler, die neben den klassischen vor allem die postmodernen, gewagteren Ansätze des Genres zeigen. Den Auftakt machen am 30. September der Schlagzeuger Philippos Thönes, der mit dem 25. Jazznachwuchspreis der Stadt Leipzig ausgezeichnet wird, und seine Band Church of Jupiter, gefolgt vom dänischen Jakob Bro Trio. Experimentell dürfte der Auftritt von Filippou, Heuken und Tanrikulu am Freitag werden, die getreu dem Festivalmotto besonderen Klangkörpern Raum verschaffen wollen: Gedanklicher Ausgangspunkt für das Konzert war die Begegnung mehrerer Vibraphone.

In der Nacht zu Samstag verknüpft dann Àbáse Samba und Hip-Hop, am Abend geht es unter anderem mit der Preisträgerin des diesjährigen BMW Welt Young Artist Jazz Award, Alma Naidu, weiter. Der aus Brooklyn stammende und inzwischen in Berlin lebende Kontrabassist Nick Dunston lässt sich am Sonntag blicken, am Dienstag folgt mit Sam Hylton ein weiterer Preisträger des BMW Welt Young Artist Jazz Award 2021. Parallel dazu präsentieren Naima Mazic und Haggai Cohen-Milo mit „Of(f) Rhythm“ eine Werkstatt-Performance mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Am Freitag stellt die norwegische Super-Group Jaga Jazzist ihr neues Album „The Tower“ vor, am Samstag klingt das Festival unter anderem beim „Bummelkasten“ mit einem Kinderprogramm sowie „With the Lights out, it’s less dangerous“ von Linda-Philomène Tsoungui aus. (Für das komplette Programm: Siehe Infokasten).

Alles Konzerte bei den Jazztagen 2021 im Überblick

30. September

  • Philippos Thönes und Jakob Bro Trio, 19.3o Uhr, Musikalische Komödie
  • Narr/Steidle, 22 und 24 Uhr, Neues Schauspiel

1. Oktober

  • Filippou/Heuken/Tanrikulu und Training feat. Isil Karatas, 19.30 Uhr, Musikalische Komödie
  • Keboo und Kid Be Kid, 22 Uhr, Werk 2
  • Àbáse, 0.30 Uhr, Werk 2

2. Oktober

  • Harth/Lindemann, 18 und 20 Uhr, Alte Handelsbörse
  • Alma Naidu & Band und Michael Wollny, 19.30 Uhr, Opernhaus
  • Snakesoda, 22 und 24 Uhr, Alte Handelsbörse

3. Oktober

  • Nick Dunston, 20 Uhr, UT Connewitz
  • Ruecker_Brandt_Chisholm, 22 Uhr, UT Connewitz

4. Oktober

  • Munka/Kappenstein, 19.30 Uhr, naTo
  • Julia Hornung Gipsy Collectif, 19.30 und 21 Uhr, Horns Erben

5. Oktober

  • Sam Hylton, 18 & 22 Uhr, naTo
  • Naima Mazic & Haggai Cohen-Milo und Giocondo/Ramoser/Sberveglieri, 18.30 Uhr, Schaubühne Lindenfels
  • Weichplast, 22 und 24 Uhr, naTo
  • Popp, 22.30 Uhr, Schaubühne Lindenfels

6. Oktober

  • „Lost Places“-Konzerttour mit mehreren Bands, 15 und 17 Uhr, Stadtbad
  • Fallen Crooner, 20 Uhr, Stadtbad
  • Euregio Collective, 22 Uhr, Stadtbad

7. Oktober

  • Minim feat. Sainkho, 19 und 22 Uhr, naTo
  • Nick Dunston, 20.30 Uhr, UT Connewitz
  • Karch/Rumsch, 24 Uhr, naTo

8. Oktober

  • Prozessor, 19.30 und 21.30 Uhr, Theaterhaus Schille
  • Jaga Jazzist, 20 und 22.30 Uhr, Werk 2
  • ITOE, 21.30 und 23.30 Uhr, Schauspielhaus

9. Oktober

  • Jazz für Kinder, 15 Uhr, Werk 2
  • Polymirrors, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
  • H.C. Behrendtsen, 21.30 und 23.30 Uhr, Schauspielhaus
  • Tanasgol Sabbagh/Linda-Philomène Tsoungui, 22 Uhr, Schauspielhaus

Karten für die einzelnen Konzerte gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter anderem eventim.de, sowie auf einzig für die Veranstaltungen im Schauspiel Leipzig sind sie nur nur vor Ort an der Kasse oder über den Onlineshop des Schauspielhauses verfügbar. Der Festival-Pass für alle Veranstaltungen ist ausschließlich über Culton Tickets erhältlich und kostet 230 Euro, ermäßigt 180.

Von Christian Neffe