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Kultur Regional Von Bela B. bis Zaimoglu: Diese Stars kommen zur LVZ-Autorenarena
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10:45 18.03.2019
Acht von über 50 Gästen der LVZ-Autorenarena: Bela B Felsenheimer, Else Buschheuer, Feridun Zaimoglu, Takis Würger, Ines Geipel, Rocko Schamoni, Ingrid Noll und Franz Müntefering (von oben links nach unten rechts). Quelle: Konstanze Habermann, Astrid Weiske, André Kempner, Sven Döring, Amac Garbe, Dorle Bahlburg, Renate Barth, Verlag J.H.W. Dietz Nachf.
Leipzig

„Man kann die Kinder- und Jugendliteratur auch ohne Kinder lesen“, sagt Oliver Zille, und was der Buchmessedirektor damit meint, sind Entdeckungen dort, wo man sie manchmal gar nicht erwartet. Für ihn ist es die Begegnung mit dem Humor tschechischer Kinderbücher, die seine Vorfreude auf das Gastland dieser Buchmesse noch einmal steigert.

Am Donnerstag hat Zille auf der Pressekonferenz zur Leipziger Buchmesse einen ersten Ausblick auf das Programm und die inhaltlichen Schwerpunkte gegeben, gemeinsam mit Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Martin Krafl, Projektkoordinator des Gastlandauftritts „Ahoj Leipzig!“ und Elmar Husmann, der als Generalsekretär der European Learning Industry Group das Digitale Lernprojekt „Werkstatt+“ vorgestellt hat.

LVZ-Redakteure sprechen mit Autoren

Vom 21. bis 24. März findet die Buchmesse statt, rund 280 000 Besucher werden erwartet. Im Rahmen des FestivalsLeipzig liest“ sind 3400 Mitwirkende bei 3600 Veranstaltungen an 500 Orten auf dem Leipziger Messegelände sowie in der Stadt zu erleben. Über 50 von ihnen kommen in die LVZ-Autorenarena auf dem Messegelände (Halle 5, Stand D 100) – moderiert wie immer von Redakteuren der Zeitung. Eröffnet wird das Gesprächs-Forum am 21. März, 11 Uhr, mit der Schriftstellerin Angela Krauß und ihrem neuen Buch „Der Strom“.

Von Donnerstag bis Sonntag: Alle Gäste der LVZ-Autorenarena im Überblick

An allen vier Tagen sind – jeweils ab 11 Uhr – Literaten wie Julya Rabinowich, Pavel Kohout, Christoph Hein, Saša Stanišic und Jaroslav Rudiš, sitzen die Krimi-Autorinnen Ingrid Noll und Claudia Rikl auf dem Podium, stellen die auch als Musiker bekannten Bela B Felsenheimer (Die Ärzte), Rocko Schamoni und Schwarze Grütze ihre neuen Bücher vor.

Es gibt biographische Werke über Rosa Luxemburg, Holger Biege, Ibrahim Böhme oder Pierre Briece. Franz Müntefering und Friedrich Schorlemmer setzen sich ebenso mit Zeitfragen auseinander wie Petra Köpping, Christian Bommarius oder David Goeßmann. Dass es dabei mehr als sonst um Demokratie, Freiheit und den Osten geht, hat einerseits damit zu tun, dass die Friedliche Revolution in diesem Herbst 30 Jahre zurückliegt, zum anderen mit dem Umstand, dass das politische Sachbuch seit Jahren immer erfolgreicher wird.

Neuer Schwerpunkt für drei Jahre

Die Zukunft Europas, sagt Oliver Zille, „wird auch im Osten entschieden“. Darum gibt es einen neuen, auf drei Jahre angelegten Schwerpunkt: „The Years of Change 1989–1991. Mittel-, Ost- und Südosteuropa 30 Jahre danach“ rückt zur Premiere die Entwicklungen der letzten 30 Jahre in Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, der Slowakei und Deutschland in den Fokus.

Denn die Problem von heute haben mit den Umbrüchen von 1989 zu tun, sagt Thomas Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung. In vielen Ländern entstehe heute der Eindruck, dass Demokratie zur Fassade werde. Ziel des gemeinsam mit der Buchmesse organisierten Programms sei es darum, die in aktuellen Büchern verhandelten Themen in Diskurse zu übersetzen. Weil dabei auch stärker über Sprache gesprochen werden muss, ist eine Diskussion „Semantiken unseres Zeitgeistes“ geplant.

55 Autoren mit 70 Neuerscheinungen aus Tschechien

„Das Beste an der Buchmesse ist die Literatur“, sagt Zille. er sagt aber auch, dass sie ebenso gut mit „Teilhabe durch Bildung“ überschrieben sein könne. Weil Medienbildung und politische Bildung „engstens zusammenhängen“. Weil politische Debatten auch durch Literatur angestoßen werden, sollten Jugendliche dabei sein, wenn das passiert. Eine Möglichkeit bietet „Werkstatt+“. „Wir gehen da mit einer Hackermentalität ran“, sagt Elmar Husmann und meint das so: „Dinge verstehen, indem man sie in ihre Einzelteile zerlegt.“

Gab es aus Tschechien bis 2017 etwa fünf Neuerscheinungen pro Jahr im deutschsprachigen Raum, reisen zur Buchmesse 55 Autoren mit 70 Neuerscheinungen an. Sie sind auf 130 Veranstaltungen zu erleben. Die Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Filmpremieren und Diskussionsrunden stehen unter dem Motto „Ahoj Leipzig!“.

Koordinator Martin Krafl hofft darauf, Impulse zu geben für einen Dialog. Einen Dialog unter Nachbarn und über Nachbarn und über die Nachbarschaft hinaus. Zum tschechischen Nationalstand in Halle 4 (Stand D 401) mit eigenem Veranstaltungsforum kommt in Halle 2 (Stand H 301) ein Angebot an Comics, Kinder- und Jugendliteratur. Auch dort ist sicher immer mal Buchmessedirektor Oliver Zille zu finden.

Das komplette Programm der LVZ-Autorenarena: www.lvz.de/buchmesse

Alle Veranstaltungen: www.leipzig-liest.de

Am 22. Februar stellen sich die fünf für den Belletristikpreis der Leipziger Buchmesse Nominierten im Schauspielhaus vor (19.30 Uhr, Diskothek, Eintritt frei); MDR Kultur sendet einen Mitschnitt am 2. März, 22 Uhr

Von Janina Fleischer

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