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Kultur Regional Wege zur Sachlichkeit: Leipziger Museum für Druckkunst feiert 100 Jahre Bauhaus
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07:51 27.07.2019
Manifest und Programm vom Staatlichen Bauhaus in Weimar, zu sehen in der Ausstellung „Druckkunst 1919 - Das Bauhaus und seine Vorläufer im Grafischen Gewerbe“. Quelle: André Kempner
Leipzig

Das Bauhaus boomt in diesem Jahr aus bekannten Gründen. Dass im Leipziger Museum für Druckkunst eine spezifische Facette, die Druckkunst eben, näher beleuchtet wird, ist naheliegend, Zugleich kann man die Ausstellung als eine Ergänzung zu der über Jan Tschichold im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Nationalbibliothek betrachten.

Zugleich wird der Bogen aber weiter gespannt. Auch Arbeiten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind dabei. Dadurch werden Entwicklungen und Umbrüche sichtbar, und zugleich wird deutlich, dass das Bauhaus nicht voraussetzungslos vom Himmel gefallen ist.

Schon wieder Bauhaus? Ja, aber anders. Das Leipziger Druckkunstmuseum macht in seiner neuen Ausstellung auch mit zu Unrecht vergessenen Gestaltern bekannt.

So wird beispielsweise das Lebenswerk der heute nur noch Experten bekannten Grafikers Wilhelm Deffke dargestellt, der schon um 1914 in der Form reduzierte Logos entwarf, die noch heute modern wirken. 1919 revolutionierte er das grafische Erscheinungsbild der Zigarettenfirma Reemtsma.

Deffke gehörte zu den Vordenkern des Begriffs Corporate Design. Dass er mit dem Bauhaus in keiner Beziehung stand, zeigt, dass diese Institution bei aller Bedeutung in einer breiten Strömung des modernen Zeitgeistes eingebettet war.

Am Anfang stand Feininger

Am Anfang des Weimarer Bauhauses 1919 stand eine Druckgrafik – Lyonel Feiningers Holzschnitt „Kathedrale des Sozialismus“. So berühmt das Blatt auch ist, rückblickend scheint der gotische Kirchturm aber kaum noch als Symbolbild der zunehmend rationalistisch ausgerichteten Schule geeignet zu sein, so wenig wie das ursprüngliche Logo.

Der Druck ist in der Ausstellung gemeinsam mit dem Gründungsmanifest, zu dem er entstand, zu sehen. Allerdings spielte das Drucken am Bauhaus in den frühen Jahren noch keine große Rolle. Das änderte sich erst mit dem Umzug nach Dessau, wo Herbert Beyer und danach Joost Schmidt die „Reklamewerkstadt“ leiteten und nicht nur alle grafischen Produkte der Schule herstellten.

Attraktionen der Ausstellung sind die vielen farbigen Plakate wie auch die kleinformatigen Werbemarken. Nicht zu übersehen ist dabei die zunehmende Reduktion der Formensprache, eine weitgehende Beschränkung auf klar konturierte Farbflächen. In diesem Kontext wird ein weiterer heute weitgehend vergessener Pionier vorgestellt.

Erste Leipziger Werbeagentur

Johannes Weidenmüller gründete 1908 mit der „Werkstatt für neue deutsche Wortkunst“ die erste Leipziger Werbeagentur. Auch wenn der Name schon sagt, dass Weidenmüller vom Texten herkam, schufen er und seine Mitarbeiter auch zeitgemäße grafische Gestaltungen für diverse Kunden. Zudem propagierte er als Dozent und Autor vieler Aufsätze und Bücher moderne Grundsätze der Werbung.

Nicht fehlen darf natürlich die Rolle der Typografie bei den Umwälzungen in den gestalterischen Auffassungen dieser Zeit. Die Tendenz weg von Fraktur und Antiqua hin zur serifenlosen Grotesk ist nicht zu übersehen. Mehrere solcher Schriften wurden neu entwickelt, Paul Renners Futura ist nur die bekannteste davon.

Briefbögen, Reklame, politische Agitation und Weiteres ist in der Ausstellung zu sehen, bei der das Bauhaus mehr als Aufhänger denn als Kernthema dient. Doch eines ist kaum dabei: rein künstlerische Druckgrafik ohne Gebrauchswert.

Druckkunst 1919. Das Bauhaus und seine Vorläufer im grafischen Gewerbe. Museum für Druckkunst Leipzig, Nonnenstraße 38; bis 27. Oktober, Mo–Fr 10–17 Uhr, So 11–17 Uhr

Von Jens Kassner

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