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Kultur Regional Weihnachtskonzert in fröhlichem Schwarz
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19:02 26.12.2018
Sänger und Bassist Johannes Berthold von Illuminate steht das Weihnachtskonzert im Werk 2 trotz eines grippalen Infekts durch. Quelle: Foto: Christian Modla
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leipzig

Weihnachten findet bekanntlich im Kreis der Familie statt. Familiäre Gefühle stehen auch beim alljährlichen Ritual des Weihnachtskonzerts von Illuminate im Vordergrund. Ihr nunmehr 22. Weihnachtskonzert in Leipzig spielten sie am Dienstag in der Halle D des Werk 2, und das verlief sicherlich harmonischer als manch andere Feier.

Die Stimmung beim Weihnachtskonzert ist nämlich freundlich und vertraut. Illuminate-Fans sind mit der Musik aufgewachsen, die Karlsruher Band feiert mittlerweile ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum. Die nächste Generation tobt vor Beginn noch munter spielend durch die Halle. Kurz nach 21 Uhr wird es schließlich dunkel und Keyboarder Johannes Knees, die Sängerinnen Fenja und Mareike Makosch und Bernhard Makosch an der Gitarre erscheinen auf der Bühne. Lodernde Flammen züngeln auf der Leinwand im Hintergrund am Bandlogo, und auch Sänger und Bassist Johannes Berthold kommt dazu, um „Ein ganzes Leben“ zu singen – der Titelsong des aktuellen Albums. Das Konzert stand eine Zeit lang auf der Kippe, denn Berthold hat sich einen grippalen Infekt eingefangen. Davon lässt er sich aber herzlich wenig anmerken.

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Über die Ausrichtung der Setlist, so erklärt er auf seine muntere, scherzende Art, durften die Fans online abstimmen, und so geht es weiter mit „Am Ufer“. Auf der Leinwand fallen die Schneeflocken, die draußen fehlen, denn die Bilder im Hintergrund sind stets gut mit den Songs abgestimmt. Bevor die Schwestern Fenja und Mareike „Wir sind okay!“ singen, witzelt Berthold noch, dass die Makoschs die Band übernehmen: Papa Bernhard Makosch übernimmt an diesem Abend die Gitarre, nachdem Illuminate genau ein Jahr zuvor auf derselben Bühne verkündet hatten, dass der langjährige Gitarrist Jörn Langenfeld die Band verlassen würde, um sich eigenen Projekten zu widmen. Makosch zeigt sich als sympathische und kompetente Vertretung, der die Mischung aus düsterem deutschen Rock, Elektropop, Dark Wave und etwas New Romantic mit einem Lächeln rüberbringt. Von der schwarzen Kleidung sollte sich niemand täuschen lassen: Trotz Herz- und Weltschmerz, etwas Kitsch und viel Pathos versprüht die Band vor allem positive Stimmung. Die Fans reagieren mal mit Tanzen, wofür zugegeben auch Platz in der Halle ist, oder indem sie auf Kuschelkurs mit ihren Liebsten gehen. Hier wird noch der Moment genossen, entsprechend filmen ungewohnt wenige Zuschauer mit den Handys mit.

Mit seinen schönen Ansagen und Geschichten sorgt Johannes Berthold aber nicht nur bei den langjährigen Illuminate-Freunden für gute Laune, sondern holt auch potenzielle neue Fans ab. Songs wie „ZwischenWelten“, „Bittersüßes Gift“ und „Dunkellicht“ kommen gut an. Bevor Berthold „Kleine Menschen“ vom aktuellen Album anstimmt, wird er persönlich und verkündet nicht nur, dass er im Januar erneut Vater wird, sondern auch, dass sein 15-jähriger Sohn zum ersten Mal bei einem Illuminate-Konzert dabei ist. Auch mit einem kränkelnden Frontmann kommt das Konzert nicht ohne zwei Runden mit Zugaben und gute zwei Stunden Dauer aus. Neben einem neuen Song vom kommenden Album spielen sie Songs wie „In einer Sommernacht“, „Gezeichnet“ und ganz zum Schluss „Geheimes Leben“. Manche Dinge sind eben einfach Tradition.

Von Miriam Heinbuch