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Kultur Regional Wortwitz und Slapstick
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18:34 21.06.2018
Es beginnt auf der Wiese: Christian Strobl, Jennifer Demmel, Thomas Deubel und Susanne Bolf (v. l.) in „Pygmalion“. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Freier Himmel, kaltes Getränk und eine ordentliche Portion Humor von der Bühne – so lässt sich Sommertheater genießen. Mit diesen Zutaten feierte „Pygmalion“ im Innenhof vom Werk 2 die perfekte Premiere. Der Geschichte vom Phonetiker Professor Henry Higgins, der das einfache Blumenmädchen Eliza Doolittle zu einer Dame der Gesellschaft modelliert, liegt die Inspiration von Ovids Metamorphosen zu Grunde. George Bernard Shaws Theaterstück, inspiriert von Ovids Metamorphosen, wurde viele Male adaptiert und interpretiert, von „My Fair Lady“ bis „Pretty Woman“; eine Theaterversion hat nun die Gruppe Das Üz präsentiert.

Vier Schauspieler stehen auf der minimalistisch gestalteten Bühne, die vor den besprühten Wänden aufgebaut ist. Lediglich ein Bauzaun, behängt mit Kleidung, gibt die Szenerie vor. Dahinter verwandeln sich Schauspieler Thomas Deubel vom Linguisten Colonel Pickering zur lüsternen Mrs. Pearce und Schauspielerin Susanne Bolf von der strengen Haushaltshilfe zu Henrys Mutter, Mrs. Higgins. In Tropenhelm und Khaki-Hose spielt Deubel den liebenswerten Colonel Pickering, den gelegentlich seine Naivität davon abhält, richtige Entscheidungen zu treffen. Bolf spielt Mrs. Higgins, wie eine Mutter zu sein hat: ständiges Kritisieren, meistens zu Recht.

Dabei beginnt die Aufführung nicht auf der Bühne, sondern auf einer Wiese nebenan. Durch einen Gartenschlauch, der an einem Regenschirm befestigt ist, befinden sich die Zuschauer plötzlich in einem Sommergewitter – und werden dabei auch nass. Jennifer Demmel tritt als Eliza mit Berliner Schnauze auf, kindlich wirken manche ihrer Gesten, womit sie die Sympathien des Publikums schnell für sich gewinnt.

Christian Strobl hat es in der Rolle des Higgins nicht so einfach. Mit steifem Rücken und stets von oben herab spielt Schrobl den narzisstischen Sprachwissenschaftler, dessen Traumfrau so zu sein hat wie seine Mutter und der noch nie „einen Mann getroffen hat, der anständig ist in punkto Frauen“. So kommt es, wie es kommen muss. Higgins verliebt sich in seine Schöpfung und Eliza muss erkennen, dass es noch immer besser ist, ohne Mann zu leben, als mit diesem: „Ich wäre am liebsten tot!“

Doch es bleibt kaum Zeit für Trübsinn, denn unter der Regie von Christian Hanisch und Elisa Jentsch ist das Stück gespickt mit Wortwitzen, Slapstick und karikierten Darstellungen. Mit Augenzwinkern wird Kritik an gesellschaftlichen Konventionen geübt, bis Higgins zu dem Schluss kommt: „Das ist doch das Geheimnis, dass man für Jeden die gleichen Umgangsformen hat.“ Leider hilft ihm das nicht mehr weiter, denn Eliza hat er längst vertrieben, und das Ensemble singt Queens „Bohemian Rhapsody“ (Umdichtung: „Eliza – we will not let you go“) im A-Capella, bevor sie Higgins verlässt und damit das Stück beendet.

Der Hinterhof des Werk-Geländes ist gefüllt von Gelächter – und wer will, kann auch etwas zum Nachdenken mit nach Hause nehmen. Lohnt sich auch bei schlechtem Wetter.

Nächste Termine vom 29. bis 31. August, jeweils 20 Uhr; Karten über www.werk-2.de.

Von Tabea Burchgart

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