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Kultur Regional Überraschung am Mittag: Yoko Ono besucht Leipziger Bildermuseum
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15:43 29.05.2019
Yoko Ono im Leipziger Museum der Bildenden Künste. Quelle: MdBK.
Leipzig

Hoher Besuch im Museum der bildenden Künste in Leipzig: Yoko Ono war da. Am Eröffnungsabend musste sie kurzfristig absagen, die Ärzte hatten ihr von den Reisestrapazen abgeraten. Sie habe aber versprochen, ihren Besuch nachzuholen, sagte Museumsdirektor Alfred Weidinger damals. „Heute hat sie ihr Versprechen eingelöst und reiste mit ihrem langjährigen Freund Jon Hendricks aus New York an“, übermittelte das Museum am Mittwoch der LVZ.

Weidinger habe soeben seine Gäste persönlich durch die Galerien und Höfe geführt, in denen die 71 Arbeiten und Werkreihen der Künstlerin präsentiert werden, heißt es weiter. Der Ausstellungsbesuch sei ausschließlich privater Natur.

Yoko Ono, stilecht mit Hut und Sonnenbrille bekleidet, kam gegen 12.30 Uhr am Museum an. Das Haus schloss anschließend für Besucher. Offizielle Begründung: ein technischer Defekt.

Wer sich allerdings zu diesem Zeitpunkt in den Ausstellungsräumen befand, durfte sich dort weiter bewegen. Ein Besucher berichtet: „Ich war zum ersten Mal in der Ausstellung, plötzlich dachte ich: das ist doch Yoko Ono.“ Seine Begleiterin, die schon zum dritten Mal die Schau besuchte: „Unsere Wege kreuzten sich mehrmals. Einmal habe ich sie angelächelt und sie hat mich freundlich angesehen. Ein schönes Erlebnis.“

Yoko Ono wurde im Museum vom Berliner Fotografen Adrian Sauer in Szene gesetzt. Am frühen Nachmittag verließ sie dann das Haus in Richtung Steigenberger Hotel. Für Besucher öffnete das Museum gegen 14 Uhr wieder.

Bislang umfangreichste Werkschau

Bis zum 7. Juli ist in Leipzig die bislang umfangreichste Werkschau der weltberühmten Konzeptkünstlerin in Deutschland zu sehen, mit Arbeiten und Werkreihen von den 1950er-Jahren bis heute. Einige von ihnen waren in ähnlicher Form bereits andernorts ausgestellt, weitere sind exklusiv für Leipzig entstanden. Die Witwe von John Lennon vergleicht ihre künstlerische Arbeit mit Partituren, Anweisungen, die andere umsetzen und vollenden, auch die Besucher. Die Ausstellung hat Ono in enger Zusammenarbeit mit Museumsdirektor Weidinger und ihrem langjährigen Freund Jon Hendricks erarbeitet.

Poetisch und bitter, schön und grausam

Ono bespielt fast das gesamte dritte Obergeschoss, zudem sämtliche Höfe und Terrassen. Vertrauen, Liebe, Frieden, aber auch Schrecken, Krieg und Gewalt sind Kernthemen der in New York lebenden Künstlerin. Die Schau ist so poetisch und schmerzhaft: 100 weiße Seile führen in der Arbeit „Morning Beams“ wie Sonnenstrahlen von der Decke. „Helmets“ besteht aus hängenden Helmen aus dem Zweiten Weltkrieg. 100 Särge für Männer, Frauen und Kinder bestimmen einen Raum. Aus ihnen wachsen Orangen- und Zitronenbäume, es duftet, man hört Vogelgezwitscher. „Ex It“, heißt die so poetische wie bittere Arbeit, die auf das Sterben in Kriegen und Katastrophengebieten verweist.

Mit der Ausstellung „Peace is Power“ hat das Museum der bildenden Künste die Werke von Yoko Ono nach Leipzig geholt. Am Mittwoch wird sie feierlich eröffnet.

Gewalt gegen Frauen spielt in mehreren Arbeiten eine Rolle. Für „Arising“ waren Frauen aufgefordert worden, anonym von ihren Gewalterfahrungen zu berichten. Sie konnten ein Foto ihrer Augenpartie mitschicken. In den ersten drei Tagen seien 74 Meldungen eingegangen. Diese Berichte befinden sich nun an den Wänden. Klar und direkt.

Organisches Gesamtkunstwerk

Im Universum ist alles mit allem verbunden, ist Yoko Ono überzeugt. Die Ausstellung ist ein organisches Gesamtkunstwerk in dem immer wieder die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft zitiert werden, das sich permanent verändert, auch weil sich die Besucher bei vielen der Arbeiten mit einbringen können. Alles fließt, bewegt sich, geht weiter. Auch nach Yoko Onos Besuch am Mittwoch. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Juli zu sehen.

Von Jürgen Kleindienst

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