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Kultur Weltweit Auf Kneipentour: So spielt sich „Die Tavernen im tiefen Thal“
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16:00 16.06.2019
Der neue Streich von Wolfgang Warsch spielt sich, wie es sich in einer Kneipe gehört: schön flüssig. Quelle: jub
Leipzig

Wer nichts wird, spielt Wirt. Zum Beispiel bei „Die Tavernen im tiefen Thal“, dem neuen Streich von Wolfgang Warsch. Der hat als relativer Neuling mit „The Mind“, „Ganz schön clever“ und „Die Quacksalber von Quedlinburg“ den vergangenen Spielejahrgang geprägt – und zeigt keine Ermüdungserscheinungen.

Das ist auch gut so. Immerhin geht es hier um ein Metier, bei dem die Spieler hellwach sein sollten: Man buhlt als Kneipier um Kundschaft. Dass Warsch relativ neu im Geschäft ist, merkt man daran, wie unbekümmert er bekannte und recht angesagte Mechanismen auf neue Weise verbindet. An der Leichtigkeit, mit der das geschieht, ist zu sehen, wie gut Warsch ist.

Der Verlag hat als Kneipentableaus schicke Auslagen spendiert, in die alle Anbauten gelegt oder gar gepuzzelt werden können. Quelle: Hersteller

Zum einen geht es bei diesem Spiel um Würfeleinsatz: Man legt die Würfel aus dem eigenen Vorrat in oder neben die eigene Kneipe, also das jeweilige Spielertableau, um Effekte auszulösen, zum Beispiel Gäste zu bewirten. Meist ist dabei eine gewisse Augenzahl gefragt.

An die Würfel kommt man durch das sogenannte Drafting: Man wirft vier Würfel in neutraler Farbe, sucht sich einen aus, gibt den Rest nach links weiter, bekommt seinerseits die abgelegten Würfel von rechts. Das geht so lange weiter, bis jeder Spieler wieder vier in der jeweiligen Runde zur Verfügung hat.

Der dritte Kernmechanismus ist der Deckbau: Man startet mit einem mageren Bestand aus zehn Karten, die für Stammgäste, Personal und Interieur wie weitere Tische stehen. Gäste sind – einmal per Würfel aktiviert – Geld wert, das Personal schafft Bier heran.

Es gibt immer irgendetwas zu tun

Letzteres braucht man, um neue Stammgäste anzulocken, Ersteres für den Tavernenausbau: In beiden Fällen gibt es neue, wertvollere Karten. Die sind zum Teil auch Siegpunkte wert, und um die geht es am Ende.

Der Verlag hat als Kneipentableaus schicke Auslagen spendiert, in die alle Anbauten gelegt oder gar gepuzzelt werden können. Diese „Tavernen“ machen richtig etwas her, beginnend mit den kleinen Bierdeckeln, auf denen man die Würfel weiterreicht. Welche Karten man allerdings aktuell zieht, welche Würfelwerte zur Verfügung stehen, das bleibt Glückssache. Aber: Es gibt immer irgendetwas zu tun, was zu einem sehr positiven Spielgefühl beiträgt.

Dabei bewegt sich „Die Tavernen im tiefen Thal“ in der Grundversion im gehobenen Familienspielbereich. Es sind aber noch fünf aufeinander aufbauende Regelerweiterungen enthalten, die sich zunehmend an Kenner richten. So oder so spielt sich der neue Warsch, wie es sich in einer Kneipe gehört: schön flüssig. Um die Details kann man sich immer noch später kümmern.

Wolfgang Warsch: „Die Tavernen im tiefen Thal“ Quelle: Hersteller

Info: Wolfgang Warsch: „Die Tavernen im tiefen Thal“. Verlag Schmidt Spiele, für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren, etwa 38 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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