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Kultur Weltweit DVD-Tipps der Woche: Mit Asterix, Dumbo und Captain Marvel
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12:05 03.09.2019
Asterix, Dumbo und Captain Marvel in den DVD-Tipps der Woche Quelle: Universum Film/Disney Enterprises/dpa

Destroyer

Ihre Haare sehen aus wie Asche, ihre Haut ist fleckig, die Augen eingesunken. Wenn sie geht, sind ihre Schritte knochig, ihre Kleidung hängt schief an ihr wie auf einen Kleiderständer geworfen. Erin Bell vom LAPD ist eine verlotterte Existenz, seit vor 16 Jahren eine Undercoveraktion gegen eine Drogengang schiefging. Ihre 16-jährige Tochter Shelby gibt sich mit zwielichtigen Typen ab und hat nur Verachtung für ihre alkoholkranke Mutter übrig.

Dann kommt Silas, der einstige „leader of the pack“, zurück in die Stadt, Leute sterben, und Erin geht noch einmal auf die Jagd nach dem „Scheißkerl“, der ihr Leben ruiniert hat. Der Film von Karyn Kusama ist dunkel wie eine mondlose Nacht, führt den Zuschauer in eine Welt, in der eine Polizeimarke nichts mehr zählt – ein Stück Blech, auf das die Schurken pfeifen. „Steck’s weg!“, bekommt Erin zu hören. Eine Paraderolle für Nicole Kidman, die jede einzelne Narbe auf Erin Bells Seele sichtbar macht, die den Mut zur Hässlichkeit aufbringt, die so grimmig noch nie zu sehen war.

Mord auf Shetland – Staffel 2

Alles beginnt ganz harmlos mit einer jungen Frau, die auf einer Fähre zu den Shetlandinseln den Streit zweier Männer beobachtet, sich in den jüngeren verliebt, und anderntags dessen spurloses Verschwinden melden muss. Der Vermisste wird tot aufgefunden, bald schon geschieht ein zweiter Mord, überdies stirbt ein kleiner Junge beinahe an Drogen, die an den Strand gespült wurden. So findet der vom Verlust seiner Frau und den Umzugsplänen seiner Tochter nach Brasilien privat durchrüttete Detective Inspector Jimmy Perez (Douglas Henshall) bald ein weiteres Mal heraus, dass selbst die friedvollste Insel Abgründe hat und taucht ein in eine Geschichte um einen Drogenbaron (James Cosmo) und seinen Verräter (Ciaran Hinds), dessen neue Identität aufflog. Was an der zweiten „Shetland“-Kriminette überzeugt, sind spannende Story(mit überraschendem Ende), Figurenzeichnung, Dialoge und die Schönheit der Landschaftsaufnahmen. Hätte sich nicht das Verbrechen angesiedelt, würde man hier gern mal Urlaub machen.

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Sweet Country

Das Unheil beginnt, als der sanftmütige Prediger Fred Smith (Sam Neill) seinen Arbeiter Sam (Hamilton Morris), einen Aborigine, widerwillig an den neuen Besitzer einer naheliegenden Farm verleiht. Der Nachbar (Ewen Leslie) ist ein durchgeknallter Soldat, ein Rassist, der auf der Jagd nach einem entflohenen Aborigine-Kind eine Schießerei anzettelt, bei der ihn Sam schließlich tötet. Die Frage der Notwehr wird zunächst nicht gestellt, ein Weißer wurde von einem Schwarzen erschossen, das reicht aus für eine gnadenlose Verfolgungsjagd im australischen Outback. Regisseur Warwick Thornton führt den Zuschauer mit der Fiktionalisierung einer wahren Begebenheit zurück ins Australien der Zwanzigerjahre, das in vielerlei Hinsicht dem amerikanischen Westen des späten 19. Jahrhunderts ähnelt. Sein Film ist eine fesselnde, kraftvolle, harte Anklage des Rassismus. Das „Sweet Country“ hat nichts Süßes an sich, ist in Wahrheit eine menschenfeindliche Wüste voller tödlich giftiger Tiere. Thornton übernimmt die Gestern-Heute-Morgen-Gleichheit der Aborigine-Kultur in Rückblenden und Vorgriffen, ein magischer Schleier durchzieht diesen ansehnlichen Western, dessen deutsche Synchronisation leider vieles zunichte macht, weil sie entsetzlich steif und gefühllos geraten ist.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Miraculix fällt vom Baum. Daran hat zwar ein morscher Ast Schuld, aber das Selbstbewusstsein des Druiden hat durch den Sturz schwer gelitten, er sucht die Schuld bei sich. Ein Mistelschneider darf nicht fallen, tut er’s doch, ist er vielleicht zu alt für den Job. Entsprechend beginnt die Suche nach einem Nachfolger, wird ein Casting im Karnutenwald anberaumt. Ein an den Seher Lügfix aus den Asterix-Comicalben erinnernder schurkischer Amtskollege namens Dämonix bringt sich ins Spiel und versucht Cäsar das langersehnte Entree ins standhafte gallische Dörfchen zu verschaffen. Das Übliche also, was wie immer verschreckte, erfolglose Römer nach sich zieht und mit einem Festbankett der Helden endet, was Zoff zwischen Fischhändler Verleihnix und Schmied Automatix zeitigt, einen Auftritt der glücklosen Piraten mit sich bringt und Wildschweine in Panik versetzt. Und, und, und. Das Schöne an Asterix 2019: Seine Comics sind wieder einigermaßen komisch, seit Uderzo endlich aufgegeben hat, an Goscinnys Statt zu texten. Und die Filme sind auch wieder lustiger, seit Gerard Depardieu das Obelixsein aufgegeben hat und Asterix mit seinen Freunden zum Trickfilm zurückgekehrt ist. Der unterschwellige feine Humor von früher ist freilich reinem Slapstick gewichen. Und Methusalix, Gutemine und Co. sehen in der CGI-Version aus wie Gummipüppchen für das Wannenbad der Kleinsten. Aber – hey, es sind unsere Gallier!

Captain Marvel

C-53 ist bei dem menschenähnlichen extraterrestrischen Volk der Kree die Bezeichnung für die Erde. Dort stürzt Vers von der Star Force der Kree ab. Skrulls sind ihr gefolgt, echsenartige, gestaltwandlerische interplanetarische Schufte, die sich des von einer Erdbewohnerin vermeintlich entwickelten Lichtgeschwindigkeitsantriebs bemächtigen wollen. Vers muss die Sache in Ordnung bringen (die Erde wurde schon früher von Skralls infiltriert), sich den irdischen Gepflogenheiten anpassen und kommt zudem dem Geheimnis ihrer Existenz auf die Spur.

Die nicht allzu komplizierte Geschichte einer Außerirdischen, die auf Erden eine Superheldin wird, ist nur auf den ersten Blick eine Marvel-Ausgabe von DCs Superman. Und die burschikose blonde Brie Larson spielt die erste weibliche Hauptfigur in einer Marvelverfilmung (Sophie Turners Dark Phoenix in „X-Men“ kam erst später) mit viel Augenzwinkern. Die Prügelei mit einer Oma in der U-Bahn ist sehenswert, die Verjüngung von Samuel L. Jackson in der Rolle des späteren SHIELD-Chefs Nick Fury ebenso. Und wie Skrulls zu Katzen stehen, würde dem alten Plüschalien Alf zunächst ein überlegenes Grinsen auf den Rüssel zaubern und ihn dann leichenblass werden lassen. Der Marvel-Rücksturz ins Jahr 1995 erzählt unter Verwendung von allerhand Frauenpower davon, dass nichts ist wie es scheint, dass man niemandem unbesehen trauen darf und dass jede Münze zwei Seiten hat. Dabei geht es auch wieder um den Tesserakt, die mächtige Weltraummurmel. Zwei recht unterhaltsame Stunden sind garantiert!

Das indische Grabmal

Garantiert nicht bei Netflix zu finden: 1921 verfassten die Drehbuchautoren Thea von Harbou (die auch die Romanvorlage schrieb) und Fritz Lang das Skript für Joe Mays „Das indische Grabmal“, der damals als „größter Film aller Zeiten“ proklamiert wurde. In zwei Teilen aufgeführt, waren „Die Sendung des Yoghi“ und „Der Tiger von Eschnapur“ tatsächlich Blockbuster ihrer (kinovernarrten) Zeit. Die Geschichte eines Architekten, der für einen indischen Maharadscha ein Grabmal für dessen noch lebende, untreue Frau bauen sollte und an Lepra erkrankt, war eine perfekte Mischung aus Abenteuerfilm und Schauergeschichte (mit einigen Längen im ersten Teil). Die Kulissen in Woltersdorf bei Berlin waren monumental und erwecken beim Betrachter des Films heute noch Staunen über ein märchenhaftes Reich, (das die düstere neue Filmmusik von Irena Havlova und Wojtech Havel freilich mit einer allzeit dräuenden Untergangsstimmung erfüllt). Wie überhaupt der restaurierte Vierstünder noch heute zu beeindrucken vermag und der damals frischgebackene „Caligari“-Star Conrad Veidt den Charakter des Maharadschas mit unheimlichem Charisma erfüllt. Eine fantastische Reise für aufgeschlossene Filmfans. Noch zweimal wurde der Stoff verfilmt, zuletzt Ende der Fünfzigerjahre von Fritz Lang, der May zuzeiten des Originalfilms noch zu unerfahren für die Regie schien, nach der Lang durchaus gestrebt hatte. Die Magie des Originals erreichte das Remake nicht, gehörte aber zu den Sonntagnachmittagsklassikern für die Kinder der Siebzigerjahre. Und Langs Leprakranke in den Katakomben von Eschnapur wurden zu den Vorbildern für George A, Romeros Zombies, die bis heute das Kino durchtaumeln – unermüdlich, unersättlich.

Wir

Rummelplätze gehören zu den unheimlichsten Orten der Welt, das weiß Regisseur Jordan Peele. Und wir gruselaffinen Zuschauer wissen natürlich sofort, dass das blinkende Spiegelkabinett mit der Aufforderung „Finde dich selbst“, das die kleine Adelaide betritt, vor wenigen Sekunden noch nicht da war, dass es sich aus einer Dimension der Angst materialisiert hat, und dass man sich hier anders finden wird als erhofft. Das Intro zu „Wir“, das den Zuschauer ins Jahr 1986 zurückführt als Papa. Mama, Kind über ein Volksfest schlendern, auf das ein Gewitter zurollt, ist wirklich beängstigend. In der Gegenwart (in die die Vergangenheit des Intros hineinragt) zieht die erwachsene Adelaide (Lupita Nyong’o) mit ihrer Familie, Ehemann Gabe (Winston Duke) und den Kindern Zora (Shahadi Wright-Joseph) und Jason(Evan Alex) in ein neues Haus, das toll ist aber viel zu einsam zwischen Wald und Strand gelegen. Dort finden sie sich selbst – respektive wahnsinnige Doppelgänger, die eines stillen Freitagabends auftauchen, eine Belagerung beginnen, ins Haus eindringen, die Kontrolle übernehmen. In dem Thriller über Verlustängste, den ewig unbekannten Nächsten und das Fremde in uns selbst, zieht Peele alle Register des Grauens.

Die Bedrohung durch die Gäste, die in Anstaltskleidern auftauchen, kaum der Sprache mächtig sind und sich als die Schatten ihrer „Wirtsfamilie“ vorstellen ist unerklärlich und endlos interpretierbar wie Stanley Kubricks Verfilmung von „Shining“. Hier werden Kindheitsängste aus dem Herz des Betrachters gegraben wie in Ray Bradburys Roman „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“, und es wird der Terror einer Überfallsituation ausgespielt wie zuvor nur in Michael Hanekes „Funny Games“ (einem Film, den Peele auch zitiert). Sobald der kleine Jason sagt „Das sind wir“, betritt der Zuschauer, der vom Genre sonst nur noch endlos Vampire, Zombies und Geisterhäuser geliefert bekommt, ein Neuland, wie er es sich nie hätte träumen lassen. Hier muss man tatsächlich Angst haben vor seinem eigenen Schatten, der, das wusste zuvor nur Peter Pan, kaum zu fangen ist. Flucht ist hier so schwer wie in Don Siegels „Dämonischen“, es handelt sich schließlich nicht nur um eine Invasion. Und am schlechtesten stehen die Erfolgsaussichten seit je, wenn man vor sich selbst weglaufen will. Peele, der einstige Komödiant, der schon mit dem Horror von „Get Out“ überraschte, würzt seinen Schocker mit perfekt gesetztem Aufblitzen von Humor. Happy-End? Das letzte Lächeln der Heldin ist das einer Siegerin. Und genau dieses Lächeln dürfte uns noch einige Albträume bescheren.

The Man Who Killed Hitler and Then The Bigfoot

Der Filmtitel klingt krude und macht neugierig. Er erinnert ein wenig an Quentin Tarantino, der ja schon in „Inglourious Basterds“ bewiesen hatte, dass Hitler nicht unbedingt so sterben muss, wie man das aus den Geschichtsbüchern kennt, sondern auch schonmal in einem französischen Kino abtreten kann. Im Regiedebüt von Robert D. Krzykowski wird der wortkarge Calvin Barr (Sam Elliott) in seinen späten Jahren gebeten, noch einmal auf Jagd zugehen. Der Mann, der – was die Welt nicht weiß - einst den Diktator umbrachte, soll jetzt den legendären Waldmenschen Bigfoot zur Strecke bringen, der als Auslöser einer möglichen Pandemie angesehen wird. Sind die Rückblenden (mit „Poldark“-Star Aidan Turner in der Rolle des jungen Calvin) noch einigermaßen vergnüglich, so ist die Altersgeschichte dieses amerikanischen Helden eher schwerfällig und ohne Fokus. Die Melancholie des Helden befällt den Zuschauer somit imLauf der fast 100 verschwendeten Minuten ebenso wie der Verdacht, der Regisseur hätte am Ende nur diesen originellen Filmtitel gehabt und habe dann drauflos gedreht. Soviel steht fest: Der Film „The Man Who Killed Mao and then the Loch-Ness-Monster“ wird vermutlich nie gedreht werden.

Dumbo

Der kleine Elefant Jumbo Junior wird wegen seiner übertrieben großen Ohren Dumbo (Dummi) genannt und von den anderen Zirkuselefanten gemobbt. Gänzlich zum Paria wird er bei Seinesgleichen, als er in der Manege zu den Clowns gesteckt wird. Einziger Freund des Verstoßenen ist Timothy, eine Maus, die erkennt, dass ihr Freund mittels seiner Ohren fliegen kann. Die traurigcharmante Story eines Underdogs mit ungeahnten Talenten machte den vierten abendfüllenden Disneyzeichentrickfilm zu einem Publikumsliebling, der 1941 auch den Erfolg seiner Vorgänger „Fantasia“ und „Pinocchio“ übertraf. Das Remake von Regisseur Tim Burton, der mit „Alice im Wunderland“ (2010) schon Erfahrung mit Disney-Realverfilmungen hat, erweitert die stark veränderte Grundgeschichte um viel Menscheln, um die Story eines Kunstreiters (Colin Farrell) und seiner Kinder (Nico Parker, Finley Robbins), die Dumbo zu seinem Glück verhelfen. Der Exzentriker Burton tritt hier vor allem durch seine Liebe zu optischer Publikumsüberwältigung zum Vorschein, der Zauber seines annähernd doppelt so langen Remakes ist weitgehend äußerlich – kein Vergleich zum Original. Mag der Elefant auch fliegen, Burtons eher behäbiger Film tuts jedenfalls nicht.

A Discovery of Witches – Staffel 1

Wie die Kinder des Waldes in der Serie Game of Thrones die Weißen Wanderer erschaffen haben, so haben die Zauberer und Hexen der Welt von „A Discovery of Witches“ einst die Vampire erschaffen. Sagen sie. Und so glauben sie, voran der ranghohe Hexenmeister Peter Knox (gespielt von „Game of Thrones“-Bösewicht Owen Teale), dass sie sie auch wieder vernichten können. Nun sind Vampire aber, abgesehen von ihrer ein wenig eklig-glitschigen Neigung zum edelsten Körpersaft, enorm kultivierte Lebewesen (das galt ja schon für Graf Dracula) und so beschließt man als Zuschauer dieser zwischen „True Blood“-Härte und „Harry Potter“-Muckeligkeit changierenden, britischen Fernsehserie, die Ausrottung der Blutsauger nicht zu befürworten.

Zumal der Held der Beißerseite von niemand Unattraktiverem als Matthew Goode („Downton Abbey“, „The Good Wife“) gespielt wird. Der verliebt sich in der Verfilmung von Deborah Harkness‘ „All Souls“-Romanen in die junge Hexe Diana (Teresa Palmer), die als Historikerin arbeitet und von ihren magischen Fähigkeiten partout nichts wissen will. Beide müssen ein Buch beschützen, das sich durch Unsichtbarkeitsmagie zu verbergen sucht und in den falschen Händen größtes Unheil über die Welt bringen könnte. Nichts Neues im Lande Simsalabim möchte man meinen, und ist doch völlig verzaubert, bingt die acht Episoden in einem Rutsch weg. Für Nachschub wird gesorgt, zwei weitere Staffeln sind in Vorbereitung.

Von Matthias Halbig/RND

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