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Kultur Weltweit „Der sechste Kontinent“: Solidarität unter Verlierern
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18:01 05.06.2018
Fasst neues Selbstbewusstsein: Hausbewohner Erwin. Quelle: Foto: Real Fiction
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Hannover

„Haus der Solidarität“ nennt sich das dreistöckige Gebäude am Rande der Stadt Brixen in Südtirol. Hier leben mehr als 50 Menschen, die das Leben aus der Bahn geworfen hat. Der ehemalige Alkoholiker Erwin verlor seine Sozialwohnung. Sumi wird von ihrem Ex-Freund verfolgt und kommt nun in dem Projekt zur Ruhe.

Menschen finden nicht nur Obdach sondern auch Struktur

Und der tunesische Koch Hatem arbeitete 20 Jahre lang in Italien. Nach seiner Kündigung musste er seine Familie zurück nach Tunesien schicken und geriet in eine Spirale aus Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit. All diese Menschen finden nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch eine neue Struktur. Die Bewohner kochen, gärtnern, putzen. Sie bekommen Beratung bei der Jobsuche.

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In geduldigen Interviews erzählt Andreas Pichler in seiner Doku „Der sechste Kontinent“ von den Erfolgen, aber auch von Frustrationen. Der Schlüssel scheint in den so unterschiedlichen Biografien zu liegen. Eine ethnische Ghetto-Bildung, wie sie in Flüchtlingsheimen oft zu beobachten ist, wird verhindert. Das Gefühl gemeinschaftlicher Verantwortung stärkt das angegriffene Selbstbewusstsein.

Solidarische Lösungen werden immer wichtiger

Der Film legt nahe, dass in einer sich ökonomisch polarisierenden Gesellschaft neue solidarische Lösungen wie diese immer wichtiger werden – denn althergebrachte Auffangmechanismen versagen.

Von Martin Schwickert / RND

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