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Kultur Weltweit Internatsleben – „Die Schule auf dem Zauberberg“
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18:00 26.02.2019
Probleme mit dem Vater: Berk aus Istanbul, der in der Schweiz sein Abitur machen soll. Quelle: Foto: Farbfilm
Hannover

Bei Berk dauert alles etwas länger. Er ist der Sohn einer sehr reichen Istanbuler Familie, der jetzt zum zweiten Mal versucht, auf einem Schweizer Elite-Internat, der Leysin American School in den Bergen bei Genf, das Abitur zu machen. Andernfalls droht sein Vater ihm, den Geldhahn zuzudrehen. Große Lust auf Schule verspürt der tapsig wirkende junge Mann indes nicht, auch ein Studium ist offenbar nicht sein Ding. Lieber würde er in seiner Heimat eine Bar aufmachen und mit seinen Freunden abhängen.

Selbst der Motivationsloseste wird in diesem Internat gefördert

Dieser Berk, sein Alltag im Internat und in Istanbul, seine enormen Probleme mit seinem Vater und seine schulische Entwicklung stehen im Mittelpunkt von Radek Wegrzyns Doku „Die Schule auf dem Zauberberg“. Und an seinem Beispiel wirft man auch einen Blick hinter die Kulissen dieses Internats, die die Kinder der Reichsten und Mächtigsten auf ihre elitäre Zukunft vorbereitet.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich jedoch die Schule kaum von einem westlichen Oberschicht-Gymnasium, allerdings gibt es rigidere Regeln – kein Alkohol, keine Zigaretten und kein Sex – und natürlich eine wesentlich bessere Ausstattung. Und man nimmt sich offenbar sehr viel Zeit, um auch einen motivationslosen Schüler wie Berk zu fördern.

Dabei setzt die Schule beispielsweise Mentoren ein, die sich persönlich um ihre Schützlinge kümmern. Und unterstützt gezielt eigene Ideen der Schüler, die nicht immer im Einklang stehen, mit den Interessen ihrer Eltern. Da allerdings der Fokus des Films so eindeutig auf Berk gelegt ist, verhindert dies leider einen etwas ausführlicheren Blick auf die Schule. Über sie hätte man gern noch mehr erfahren. So bleibt es bei einigen kurzen Interviews mit Lehrern und Schülern und knapp gehaltenen Impressionen aus dem Unterricht.

Von Ernst Corinth / RND

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